

Erlerntes auffrischen
Seien wir ehrlich: Je länger und entspannter wir mit unserem Hund zusammenleben, desto weniger konsequent bestehen wir auf unserem einst so ambitionierten Erziehungsprogramm. Das führt nicht selten dazu, dass unser Vierbeiner sich eher zögerlich bis gar nicht mehr daran erinnert, was er einmal gelernt hat. Machen Sie sich eine Liste aller Regeln, Kommandos und Kunststücke, die Sie einst mit ihm trainiert haben, es kommt eine Menge zusammen. Und frischen Sie das einmal Erlernte wieder auf.
So geht's: Nehmen Sie sich einige Übungen vor und testen Sie, ob und wie gut sie noch sitzen. Klappt etwas nicht so gut, starten Sie ein Erinnerungstraining. Ist Ihr Hund ein Musterschüler mit Langzeitgedächtnis, können Sie sich eine Übung heraussuchen und weiterentwickeln, zum Beispiel "Umrunden": Bauen Sie ein "Stopp!" ein, lassen Sie den Hund umkehren, eine Acht zwischen zwei Stühlen laufen usw. Aus einem "Platz!" lässt sich ein "Leg dich" fortentwickeln, aus dem Pfötchengeben ein "Give me five".
Wichtig: Nicht überfordern! Nehmen Sie sich maximal eine bis drei Übungen vor, je nachdem wie gut es läuft. Legen Sie zwischen den einzelnen Trainingseinheiten längere Pausen ein, belohnen Sie für Erfolge und schimpfen Sie nie - Frust zerstört jede Motivation. Eine kleine Spielrunde zwischendurch steigert die Mitmachlaune. Vorsicht: Wer viel übt, wird viel belohnt - Leckerlis von der Futtertagesration abziehen!
Wohltuende Wellness
Ihr Hund mag Zärtlichkeit? Dann bieten Sie ihm doch eine gekonnte Massage an! Ängstliche Hunde haben nicht selten eine verspannte Nacken- und Rückenmuskulatur, weil sie einfach nicht lockerlassen können. Auch Vierbeiner, die Probleme mit dem Bewegungsapparat haben, können eine wohldosierte und gekonnte Massage gut gebrauchen. In solchen schon therapeutischen Fällen sollten Sie sich die richtigen Griffe am besten von einer Tier-Physiotherapeutin zeigen lassen. Für normale Schmuser drei Hundemassagegriffe zum Ausprobieren:
Ausstreichen: Ihr Hund liegt auf der Seite, seine Läufe zeigen in Ihre Richtung! Streichen Sie großflächig mit beiden Händen sanft über den ganzen Körper, vom Nacken bis zu den Gliedmaßen. Im Bereich der Schulter und am Oberschenkel lassen Sie die Hände etwas länger verweilen (dort liegen große Muskelflächen). Wichtig: Die Hände immer nur auf der Muskulatur bewegen, nie auf Knochenvorsprüngen wie Beckenknochen oder Schultergelenk. Wärme fördert die Muskelentspannung: Versuchen Sie das Ganze mit einem leicht erwärmten Kirschkernkissen (den Hund vorher daran schnuppern lassen).
S-Rollung: Nehmen Sie die obere dicke Hautschicht im Nackenbereich des Hundes mit beiden Händen zwischen Daumen und Finger. Bewegen Sie die Hände vorsichtig in S-Form gegeneinander in Richtung Rute, rollen Sie rechts und links der Wirbelsäule entlang (keinesfalls direkt darauf). Auf diese Weise lassen sich Verklebungen in den oberen Hautschichten lösen.
Zirkelung: Massieren Sie mit dem Handballen die Muskulatur am Oberschenkel und am Oberarm des Hundes, das wirkt entkrampfend. Dabei sensibel nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Druck ausüben.
Kleines Massage-Einmaleins:
1. Nicht in die Seitenlage zwingen, sondern eine gute Gelegenheit abwarten oder mit einem Leckerli in diese Position "verführen".
2. Vorsichtig starten, bei Anzeichen von Unwohlsein Druck mildern oder aufhören.
3. Für den Seitenwechsel den Hund nie über die Wirbelsäule drehen. Richtig: aufstehen lassen und zur anderen Seite ablegen.
4. Steigern Sie das Pensum langsam. Anfangs sind ein, zwei Minuten genug, je nachdem, wie überrascht Ihr Hund auf diese neue Art der Zuwendung reagiert.

Erste Hilfe trainieren
Selbstverständlich hoffen wir alle, dass unserem besten Freund nie etwas passiert. Wenn es doch zum kleineren oder größeren Unfall kommt, sollten wir vorbereitet sein, um beispielsweise einen verunfallten Hund auf einer Decke oder Jacke sicher transportieren und vielleicht ins Auto heben zu können. Wie verbindet man eine verletzte Pfote, wie entfernt man einen Fremdkörper aus Auge oder Rachen, wie schient man einen Bruch? Schlechtes Wetter ist bestes Wetter, um Erste-Hilfe-Handgriffe zu üben.
So geht's: Prüfen Sie, ob sich Ihr Hund überall entspannt anfassen lässt, das ist für den Notfall wichtig. Heben Sie die Pfoten an, schauen Sie ihm ins Maul, in die Ohren, untersuchen Sie seine Augen. Üben Sie auch die Seitenlage mit Ihrem Hund. Wenn Sie alles ruhig ausführen, seine Geduld mit Lob und Leckerlis versüßen und nie zu lange aufs Stillhalten beharren, dann stärken Sie durch die gegenseitige Nähe und Berührung auch die Bindung. Untersuchungen zu Hause nehmen dem Hund auch die Angst vor der Kontrolle durch den Tierarzt.
Das Glück festhalten
Wenn Ihr Hund ans Spielen mit Kindern gewöhnt ist (und Sie die Zeit haben dabeizubleiben), verwandeln Sie den Spielkeller oder das Kinderzimmer in ein Kreativatelier und rollen darin große Bahnen aus festem Papier aus. Alternativ können Sie auch eine mit weißer Farbe grundierte Sperrholzplatte auf den Boden legen.
Stellen Sie eine Schale Wasser bereit und benetzen Sie die Pfoten Ihres Hundes vorsichtig mit Wasser. Lassen Sie Ihren Hund nun vorsichtig über Papier oder Platte laufen. Die feuchten Spuren, die Ihr Schützling darauf hinterlässt, können Sie nun mit Acrylfarbe nachmalen. Sollte es schwierig sein, seine feuchten Abdrücke zu erkennen, können Sie die Pfoten auch mit Hautcreme oder wenig (!) wasserlöslicher Fingermalfarbe bestreichen. Anschließend dürfen die Kinder mit ihren bunt bemalten Füßen das Dog-Design verzieren. Ein kreativer Spaß für alles, was Beine hat.
Hörprogramm gegen Angst
Schreck oder gar Panik vor Geräuschen ist ein weitverbreitetes Phänomen bei Hunden. Nutzen Sie die Stunden drinnen für ein Desensibilisierungsprogramm mit Hör-CD. Die gibt es im Fachhandel mit (fast) allen nur denkbaren Alltagsgeräuschen.
Spielen Sie die CD zunächst sehr leise, der Hund darf keine Angstreaktion zeigen (sonst leiser stellen). Sie selbst benehmen sich ganz normal und gehen nicht auf die Geräusche ein. Bleibt Ihr Hund ruhig, können Sie die Lautstärke allmählich steigern. Während die Geräusch-CD im Hintergrund läuft (und Ihr Hund entspannt ist), spielen Sie mit ihm, bieten ihm eine Leckerei an oder stellen ihm eine spannende Aufgabe. Endet ein Geräusch, hören auch Sie mit dem Spaßprogramm auf. So verknüpft Ihr Hund die Botschaft: Geräusche sind super, ich brauche keine Angst zu haben.
Ist Ihr Hund ein Hellseher?
Immer mal wieder ein kleiner Denksport, das ist genau das Richtige für einen Regentag, zum Beispiel das Becherspiel. So geht's: Sie brauchen maximal drei Becher und einige Leckerlis. Beginnen Sie mit einem Becher: Ihr Hund sitzt vor Ihnen, Sie legen unter den Becher - für den Hund gut sichtbar - eine Leckerei. Dann fordern Sie den Hund auf, sich das Futter zu holen. Vielleicht schnuppert er am Becher oder stupst ihn um, beides ist erlaubt und wird damit belohnt, dass er das Leckerli verspeisen darf. Loben Sie ihn außerdem kräftig.
Wenn Sie sicher sind, dass Ihr Hund sicher kombiniert hat - Leckerli unter Becher -, nehmen Sie einen zweiten Becher hinzu. Ihr Hund sitzt wieder vor Ihnen. Stellen Sie beide Becher mit etwas Abstand nebeneinander. Für den Hund gut sichtbar verstecken Sie nur unter einem Becher eine kleine Köstlichkeit. Eventuell heben Sie beide Becher noch einmal an, um dem Hund zu zeigen: Unter diesem liegt etwas, unter jenem nicht. Machen Sie alles ruhig und gelassen, ohne viel Reden, damit der Hund sich gut auf die Aufgabe konzentrieren kann. Nun fordern Sie ihn auf, sich das Leckerli zu holen. Erwischt er auf Anhieb den richtigen Becher, loben Sie ihn überschwänglich und überlassen ihm die Belohnung. Geht er zum falschen Becher, reagieren Sie gar nicht, sondern warten ab, bis er sich dem richtigen Becher zuwendet - dafür gibt es ein dickes Lob und das Leckerli.
Erst wenn der Hund jedes Mal sicher auf den richtigen Becher zugeht, können Sie die nächste Konzentrationsstufe anpeilen, beispielsweise die beiden Becher - einer gefüllt, der andere nicht - für den Hund gut sichtbar gegeneinander verschieben. Das ist eine schwierige Aufgabe für Ihren Vierbeiner! Eine weitere Steigerung sind drei Becher - zunächst einfach nebeneinander, einer gefüllt. Für Fortgeschrittene kann man auch in der Dreierreihe verschieben. Vorsicht: Überfordern Sie Ihren Hund nicht, das beschert nur Frust. Spielen Sie pro Durchgang nicht mehr als zwei, drei Aufstellungen. Für die große Pause bietet sich ein kleines Tobespiel oder eine Kuscheleinheit an, um die Anspannung zu lösen.

Agility für Stubenhocker
Runter vom Sofa: Aus Möbeln, Kisten, Hula-Hoop-Reifen, Spieltunneln lässt sich ein wunderbarer Indoor-Sportparcours für unseren gelangweilten Vierbeiner aufbauen. Wenn Sie und Ihr Hund bereits erfahrene Agilitysportler sind, wissen Sie ohnehin, was Sie ihm zumuten können und worauf es ankommt. Für Anfänger gilt: Je einfacher, desto mehr Erfolgserlebnisse - das fördert die Spiellaune. Wichtigste Regel: Safety first, Sicherheit steht an erster Stelle.
Lassen Sie Ihren Hund nicht auf wackelige Konstruktionen springen, sondern nur auf solides Material. Achten Sie immer darauf, dass der Hund nicht überfordert wird: Zeigt er Unbehagen oder Angst, schrauben Sie die Anforderungen zurück und üben die jeweilige Sportaufgabe Schritt für Schritt.
Vorschläge für einen Indoor-Parcours: Eine Stange (zum Beispiel Besenstiel) auf zwei (kleine) Bücherstapel gelegt, dient zum Darüberspringen. Sie können auch mehrere Hindernisse auf diese Weise hintereinander aufbauen. Legen Sie eine Decke über zwei Stuhllehnen und machen daraus ein Hindernis zum Unterdurchlaufen. Ein flacher Tisch mit einer rutschfesten Unterlage bedeckt (zum Beispiel Gummimatte), wird zum Springturm - darauf muss Bello Sitz machen, auf drei darf er wieder herunterspringen.
Ist der Kriechtunnel der Kinder groß genug, sodass Ihr Hund hindurchpasst? Dann bieten Sie ihm die Passage an. Noch Puste? Drei flache Gegenstände, zum Beispiel Brett, Schirm, Bestenstiel, hintereinander auf den Boden gelegt, fertig ist der Weitsprung. Trainieren Sie ohne Zwang: kein Zerren, kein Schieben. Erklären Sie das auch Ihren Kindern. Tadeln ist tabu! Locken Sie mit Worten und Leckerlis, damit sich Ihr Hund auf weitere tolle Spiele freut!
Text: Kirsten Wolf