Seit zehn Jahren gibt es in fast allen Bundesländern in Deutschland rigide Gesetze für Hundebesitzer - vom Maulkorbzwang bis zum Haltungsverbot für bestimmte Rassen. DOGS fragt: Sind unsere Hundeverordnungen noch zeitgemäß?

Die DOGS-Petition: für ein friedliches Miteinander von Hundefreunden und Nichthundehaltern.
In Deutschland sind die Bestimmungen zur Hundehaltung Ländersache. Fast jedes Bundesland hat daher eine Hundeverordnung oder ein Hundegesetz, in dem Auflagen zur Hundehaltung, zu eventuell zu erbringenden Sachkundenachweisen und zu bestimmten Rassen gemacht werden. Hunde, die als "gefährlich" eingestuft werden, unterliegen dabei besonderen Auflagen oder sind teilweise sogar ganz verboten.
Experten kritisieren die Gesetzgebung: Sogenannte "Rasselisten" würden Vorurteile schüren und das Problem nicht an der Wurzel angehen. Beißvorfälle, vor allem gegenüber Kindern, machen das Eingreifen der Politik jedoch nötig - es stellt sich die Frage nach einem sinnvollen Weg zu einem friedlichen Miteinander.
Die DOGS-Petition für eine einheitliche Hundeverordnung
Rund fünf Milliarden Euro Umsatz erbringt Hundehaltung der deutschen Wirtschaft im Jahr. Hinzu kommt der gesellschaftliche Nutzen: Hunde sorgen durch ihr überwiegend freundliches Wesen jeden Tag für unzählige positive zwischenmenschliche Kontakte. Politiker müssen endlich damit beginnen, Hundehaltung als Bestandteil unserer Gesellschaft zu fördern, anstatt Menschen das Leben mit Hunden schwer zu machen. Was wir brauchen, sind bundeseinheitliche Rahmenbedingungen, die das friedliche Miteinander von Hundefreunden und Nichthundehaltern fördern.

Den Experten-Talk zu Hundeverordnungen und dem Hundeführerschein mit Prof. Dr. Kurt Kotrschal, Dr. Silke Wechsung, Dr. Christel Happach-Kasan, Michael Krockauer und Thomas Schröder finden Sie in der aktuellen Ausgabe von DOGS.
Deutscher Bundestag lehnt DOGS-Petition ab
Am 29.7. erreichte die DOGS-Redaktion sehr überraschend, viel zu spät und wenig nachvollziehbar, die Absage des Deutschen Bundestags zur DOGS-Petition für eine einheitliche bundesweite Hundeverordnung.
Weitere Informationen zur Ablehnung der DOGS-Petition durch den Deutschen Bundestag finden Sie hier.
Das fordern wir:
1. Eine Bundeshundeverordnung Sie gibt einen einheitlichen Rahmen für Länder und Kommunen vor, der Hundehaltung in Deutschland regelt. Dabei kann es durchaus eine Anpassung an die unterschiedlichen Bedingungen in der Stadt und in ländlichen Regionen geben.
2. Die Abschaffung von Rasselisten sowie Größenklassen! Stattdessen muss die Verantwortung für friedliche und gut erzogene Hunde beim Halter gesehen werden. Um dieses zu erreichen, wird ein Hunde-Wissenstest staatlich gefördert. Er belegt, dass beim Besitzer ausreichend Wissen über Hundeverhalten, Hundeerziehung und verantwortliches Handeln vorhanden ist. Um einen weiteren Anreiz zu geben, können Prüfungsgebühren mit der Hundesteuer verrechnet werden.
3. Mehr Freilauf für Hunde! Hundehalter, die ihre Sachkunde nachweisen, können sich damit das Recht erwerben, den Hund in den meisten Gebieten öffentlicher Grünanlagen frei laufen zu lassen.
4. Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde! So kann bei Hunden, die sich auffällig verhalten, Ursachenforschung betrieben werden. Hier wird auch eine Verzahnung von Tierarztpraxen mit Registrierungsstellen angeregt, damit der Tierarzt bei offensichtlicher Misshandlung öffentliche Stellen aufmerksam machen kann.
5. Eine Haftpflichtversicherungs-Pflicht nicht nur für Listenhunde. Denn alle Hunde stellen ein Verkehrsrisiko dar.
6. Ein Heimtierzuchtgesetz, das Hundezucht und -handel so regelt, dass potenzielle Aggressions- und Massenzuchten, insbesondere aus dem Ausland, minimiert werden können.
Helfen Sie mit!