Sie riechen, hören, sehen und ertasten die Welt um ein Vielfaches intensiver als wir Menschen. Um zu verstehen, wie Hunde ticken, hilft es, die Macht ihrer Sinne zu kennen.

Ein Hund kommuniziert mit seiner Körpersprache sehr deutlich - die Kunst ist es, ihn richtig zu verstehen
Hunde sind nicht gerade maulfaul. Wer sich unter Artgenossen behaupten will, muss eine facettenreiche Körpersprache sprechen, um Zoff und Missverständnisse zu vermeiden. Dieses Zusammenspiel von Mimik, Haltung und Bewegung ermöglicht in den allermeisten Fällen eine konfliktfreie Kommunikation.
Schwieriger wird die Verständigung da schon eher mit den Menschen, jenen hundesprachlichen Anfängern. Um zu verstehen, was Hunde denken, was sie uns sagen wollen und wie wir ihnen unsere Vorstellung von einem reibungsfreien Zusammenleben nahebringen können, sollte man die Sprache der Hunde sprechen.
Mit den Augen des Hundes sehen
Ein freundlicher, entspannter Hund sieht andere Hunde oder Menschen eher beiläufig an, längere direkte Blicke vermeidet er. Damit signalisiert er, dass er keine bösen Absichten hegt. Starrt ein Hund sein Gegenüber dagegen an, ist Vorsicht geboten: Fixieren ist eine Drohung, es bedeutet so viel wie "Verzieh dich, hier bin ich der Chef!" Der Überlegene fixiert den anderen so lange, bis der klein beigibt, den Blickkontakt abbricht und eine Demutsgeste zeigt. Das Abwenden der Augen ist also ein Zeichen von Unterwürfigkeit: "Ich erkenne dich als Chef an, ich will keinen Ärger."

Das vollständige Titelthema "Feinsinnig - die Sinne des Hundes" mit ausführlichen Informationen zum Riechen, Sehen, Hören, Tasten, Zeigen, Schmecken und Fühlen sowie Tipps zur Verständigung finden Sie in DOGS 4/2010.
Das Blinzeln dient nicht nur dazu, die Hundeaugen sauber und feucht zu halten. Es leitet ein Nachgeben ein und unterbricht das Starren. Blinzeln ist aber keine so unterwürfige Geste wie das Abwenden des Kopfes: "Wir sind fast gleichrangig, aber ich akzeptiere dich als Chef", könnte ein blinzelnder Hund sagen. Manchmal blinzeln Hunde auch einen Sekundenbruchteil vor dem Angriff, als sammelten sie sich. Die Körpersprache des Hundes muss daher immer im Kontext einer Situation betrachtet werden. Hat der Hund den Kopf leicht schief gelegt und die Augen etwas geweitet, verharrt er in gespannter Erwartung.