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Einzeln oder im Rudel So lebt es sich mit einem Rudel Hunde

Philip Alsen 13.04.2016

Ist ein einzelner Hund die optimale Begleitung, oder wird das Leben mit Vierbeiner besser, wenn gleich ein ganzes Rudel im Haus wohnt? „Ich stehe da eher auf Trubel im Rudel“, schwört Autor Philip Alsen.

Die Beziehung

„Uuuiiiii, sind die hübsch. Und so nett. Sagen Sie, sind sie Dogsitter?“ Nein, bin ich nicht, aber ich weiß, was noch gefragt wird: „Fünf Hunde? Wie kommt man denn sonst zu fünf Hunden?“ Tja, wie kommt man dazu? Wie wird man Vater? Wie Lotto-Millionär? Manchmal lässt sich das Leben nicht planen. Dinge geschehen, und dann ist es eben so. Hauptsache man ist glücklich. Und das bin ich. Ich bin ein glücklicher Mehrhundehalter.

So lebt es sich mit einem Rudel Hunde
Sozialisation und Gehorsam sind in einem Rudel besonders wichtig © Alisha Siegel/ Gallery Stock

Die Erziehung

Ich behaupte sogar: Mehrhundehalter sind bessere Hundeführer. Nicht weil wir wollen, sondern weil wir müssen. Sozialisation und Gehorsam sind wichtig. Ebenso Rücksichtnahme auf andere Spaziergänger, auf Hundebesitzer und die vielen, die Angst vor Hunden haben. Sehr selten wird man einen von uns mit Kopfhörern in den Ohren spazieren gehen sehen, während die Hunde machen, was sie wollen. Wir sind wie Kindergärtner: aufmerksam und stets bereit, Unsinn zu unterbinden.

„Wer ist denn der Chef in der Truppe?“ Auch so eine beliebte Frage von Einzelhundbesitzern. Einer müsse doch das Sagen haben. Ehrliche Antwort? Keine Ahnung. Nach außen tritt der Große am dominantesten auf, aber wenn abends der Kleine die Treppe absperrt, dann geht da keiner hinauf. Aus der Wasserschüssel trinkt, wer zuerst kommt, die anderen stellen sich in einer Schlange hinten an. Braucht ein Rudel denn immer einen Dominator?

Die Freizeit

„Also, meins wär das nicht!“, sagen manche unserer Bekannten. Dabei sind Hunde faszinierend. Sie haben Persönlichkeit, verschiedene Charaktere, individuelle Stärken und Schwächen. Sie lernen voneinander und stützen sich gegenseitig. Und wir, ihre Besitzer, sind immer ein bisschen Verhaltensforscher. „Fremde Hunde spielen nicht“, verkündete neulich ein sehr bekannter Hundetrainer auf einem Vortrag. Meine dagegen schon. In der Gruppe ist immer jemand da, der die eigene Sprache spricht. Sie kugeln auf dem Teppich herum, raufen und toben, was das Zeug hält. Diese Kommunikation kann ein Mensch nicht ersetzen.

Die Hundevita des Autors

Ich bin ein Tierschutzkind. Meine Mutter lebt auf Ibiza, als Kind ging ich da in die Vorschule. Wer länger auf so einer Insel lebt, kommt an der Hunderettung nicht vorbei. Meine Kindheits- und Jugenderinnerungen sind daher voll von Hunden aller Größen und ungeklärter Herkunft. Mein erster eigener Hund war Willi, ein Labrador-Schäferhund-Mischling. Jemand holte ihn mittags vom Bauernhof und stellte abends fest, dass er keine Zeit für ihn hat. Er brauchte ein Zuhause.

Nach seinem Tod gab es ein paar hundelose Jahre, die irgendwann durch einen ibizenkischen Mülltonnen-Terrier abgelöst wurden, den jemand aus dem Auto geworfen hatte. Eine Frau brachte später einen zweiten Ibizenker, verschwand eines Tages und ließ den Hund bei mir. Auch den ersten Vizsla habe ich einer Frau zu verdanken. Beide sind ein wirkliches Geschenk. Ihm folgte ein zweiter (weggeholt aus schlechter Haltung) und eine kleine Vizsla-Hündin aus einer jagdlichen Leistungszucht. Ob es noch mal ein paar Jahre ohne Hunde für mich gibt? Wenn ich es verhindern kann, nein!

 

Der Alltag

Ja, Hunde machen manchmal Dreck. Wir haben deshalb keinen normalen Staubsauger, unserer ist ein schwindelerregend teures Hochleistungsmodell mit rotierenden Bürsten. Und ja, wenn es regnet, steht im Flur ein nicht besonders dekorativer Putzeimer, der Wischmopp lehnt daneben. Man darf nicht pingelig sein. Mein Auto ist groß, es klappert und säuft. Kleiner aber geht es nicht. Futter? Circa dreißig Kilo pro Monat. Kosten? Etwa so viel, wie unsere Kinder an Eiscreme, Aufschnitt und Tiefkühlpizza in sich hineinschieben. Die Einzige, die stöhnt, ist die DHL-Dame. Früher war sie Paketbotin, heute schleppt sie Futtersäcke. Manchmal schenken wir ihr deshalb Blumen. Und bevor wir es vergessen: Unsere Dogsitter-Logistik ist wahnwitzig. Abgeben kann man die Truppe nicht irgendwo. Wollen wir weg, zieht deshalb jemand bei uns ein. Mehrhundehaltung ohne Gästezimmer geht nicht.

Der Zeitfaktor

Ich kenne viele Einzelhunde. Die meisten von ihnen leben nur zum Gefallen ihrer Besitzer. Froh, wenn sie mal mit ins Büro können, hin- und hergeschoben zwischen Menschen, die alle keine Lust haben, bei schlechtem Wetter spazieren zu gehen. Meine haben einander, und sie haben mich. Mit ihnen zu arbeiten fasziniert mich, zu sehen, wie sie sich entwickeln, macht mich stolz. Gut, es stimmt: Mehr Hunde bedeuten mehr Arbeit, mehr Schmutz und höhere Kosten. Aber ich würde es nicht mehr anders wollen. Das Leben mit viel Hund ist nicht für jeden etwas, aber mir machen viele Hunde viel mehr Spaß.

Apropos, warum fragt nie jemand nach diesem Spaß, den man mit mehreren Hunden haben kann? Nach den Abenteuern, die ich durch sie erleben durfte, und den Menschen, die ich durch sie kennengelernt habe. Nicht zu vergessen, wie warm und kuschelig es ist, sich mit allen gemeinsam auf dem Sofa zu fläzen. Neulich war einer der fünf für ein paar Tage weg. Zugegeben, es war ruhiger, aber ich habe ihn vermisst. Denn irgendwie waren wir … unvollständig.

Ist ein einzelner Hund die optimale Begleitung, oder wird das Leben mit Vierbeiner besser, wenn gleich ein ganzes Rudel im Haus wohnt? „Es gibt immer nur den einen“, schwört DOGS-Autorin Astrid Nestler

Ist ein einzelner Hund die optimale Begleitung?

30 Kommentare

P.Gero

2016.05.19 um 21:33 Uhr

Solche Berichte sollte man verbieten.

Susanne hörr

2016.05.20 um 09:28 Uhr

Hallo,warum gehören solche Artikel verboten?

Susanne Kofler

2016.05.20 um 16:25 Uhr

Und warum,bitte?

Antonia Hess

2016.05.20 um 16:32 Uhr

Hast du einen Knall ?? Ohne Argumentation ist dein Satz To be forgotten !

Judith Krallinger

2016.05.20 um 21:24 Uhr

P. Gero Würde mich jetzt schon interessieren warum du das so siehst!

Tinka

2016.05.20 um 22:57 Uhr

Was für nen Film schiebst du denn!? Geh und füttere deinen Kaktus...

nadine Scholz

2016.05.21 um 11:19 Uhr

und dich sollte man einsperren!

B.v klosterkamp

2016.05.21 um 12:22 Uhr

Was ein feiner Idiot, ein schöner und wahrer Artikel. Ich habe 20 Hunde und sehe das auch so.

Ina

2016.05.21 um 12:59 Uhr

Spinner

Hesper Weirauch

2016.05.21 um 18:07 Uhr

Ach ein Troll. Wirft argument hinein und zischt dann ab. Weiss der oder sie was ... tschüsschen.

Sabine.Schmitt

2016.05.22 um 08:58 Uhr

P.Gero ist das Neid oder warum sollte man solche Artikel verbieten ? So genau so ist das Leben mit einem Rudel und es ist das schönste was es gibt. 3 Kinder, 4 Hunde und viel Glück.

wolfgang

2016.06.07 um 13:38 Uhr

Hallo P .Gero, Warum sollte so ein Artikel verboten werden? Die Dame hat Spaß und viel Freude mit ihrem Hunderudel! Ich selber habe nur einen Hund, aber auch nur, weil ich keine Zeit und keinen Platz dafür habe. Aber warte mal ab, vielleicht lege ich mir auch mal einen Ruder zu, wenn ich mal mehr Zeit habe. ....Denn ich liebe Hunde.

D.Enzo

2016.06.08 um 14:49 Uhr

@P.Gero: Dir sollte man verbieten dich fortzupflanzen!!! Dummkopp!!!

Jolanda

2016.06.07 um 17:01 Uhr

Toller Artikel! Es ist einfach toll mit mehreren Hunde zu leben. Wenn beim Spazieren drei um dich rum wuseln oder einfach gemütlich dahin schlendern, zusammen auf dem Sofa kuscheln und immer liegt irgendwo eine rum, DAS ist Lebensqualität. Da braucht es kein Fernseher und keine Karibikferien. Das Leben kann so schön sein. Und fehlt mal nur eine, dann ist es richtig leer Zuhause.

HundeZauber

2016.06.02 um 12:10 Uhr

Sehr schön geschriebener Artikel, und die Freude des Autors spricht aus jedem seiner Worte, toll! Selber habe ich nur zwei Hunde, weil mehr leider nicht in mein momentanes Leben passen. Kann sich aber irgendwann ändern. Ich finde Hunde ganz tolle Wesen und wer will, kann viel von ihnen lernen. Uns wird nur immer so viel offenbart, wie wir bereit sind, zu entdecken.

Carola Stangl

2016.05.22 um 11:54 Uhr

wunderbar geschrieben, trifft genau den Punkt . Ich bin auch überzeugte Mehrhundehalterin und bin glücklich und zufrieden.

R.Wirth

2016.05.26 um 14:13 Uhr

Wir haben fünf Hunde von Chihuha bis deutsche Dogge ,Jack Russel TERRIERMIX leben alle wunderbar zusammen.Gut es ist manchmal ganz schön anstrengend machen auch mehr Dreck kosten viel GELD und Zeit.Zwei sind schon alt brauchen täglich Medikamente ,aber wir lieben sie und sie gehören zur Familie.

Mario

2016.05.26 um 08:32 Uhr

Auch wir sind "Mehrhundehalter und sind glücklich.Wir stimmen der Verfasserin voll zu.Wenn der "Grundstein"(Erste Hund) richtig gelegt wurde,dann wird das später weiter gegeben,die nachfolgenden lernen schneller von Artgenossen,schneller als vom Menschen,man kann es mit Kindern vergleichen.Ein Einzelkind hat "alles" und es muß sich nicht irgendwo "Einordnen",anders bei mehren Kindern,da muß geteilt und rücksicht genommen werden,also ein anderes Sozialverhalten gegenüber andern.So ist es auch bei Hunden,es heißt nicht umsonst,das man einen Hund wie ein 2-3 jähriges Kind behandeln soll.Ein bestimmter Rahmen muß vorgegeben werden und der Mensch legt diesenRahmen fest und verwaltet diesen.Mißverständnisse im Sozialverhalten ist zu 99% der Mensch und nicht der Hund schuld,da ist es egal ,ob Einzel- oder Mehrhundehalter !

Federspiel Roland

2016.05.20 um 10:07 Uhr

Das ist so toll geschrieben,genauso ist es mit unseren 4 Hunden,nur Unfug im Kopf aber kann man lange böse sein wenn die Hunde glücklich im zuvor ausgeräumten gelben Müll sitzen und sagen wollen"haben wor das nicht toll gemacht",nein,neine und nochmal nein! Hunde belügen Dich nicht,sie sind nicht falsch,hinterhältig oder fügen anderen mit Absicht Schaden zu! Sie blicken in dein Herz,kommst du von Arbeit mit schlechter Laune,merken sie das und begrüßen dich trotzdessen! Nie mehr ohne Hunde! Ein Leben ohne Hund ist kein erstrebenswertes Leben!

Lia Lia

2016.05.22 um 09:56 Uhr

ja..genauso und nicht anders..man selber entwickelt sich auch mit jedem Hund..jeder Hund für sich ist einzigartig und als Rudel ist es nochmal anders...ausserdem muss man sich mit seinen eigenen Schwächen auseinandersetzen und lernt auch sehr viel über sich selber...wenn man offen dafür ist...ich zum Beispiel stelle immer wieder fest das ich Konflikten eher ausweiche...Umwege mache...die Auseinandersetzung fürchte,,,und merke das ich daran arbeiten muss...Hunde sind also auch irgendwie unsere Therapeuten....nie mehr wenn irgendwie möglch will ich ohne Hund sein..und den bericht oben finde ich sehr realistisch...bei mir waren auch NUr 2 Hunde geplant..der Rest...hat sich so ergeben

Nicole Möllmann

2016.05.20 um 22:09 Uhr

"Gehören die alle Ihnen?" Den Spruch hören wir mit unseren teilweise 6 Hunden desöfteren. Klasse geschrieben. Ich möchte keinen unseres Rudels missen.

Hesper Weirauch

2016.05.21 um 18:08 Uhr

Ja dass höre ich auch wenn ich die alle dabei habe. Ah sie sind dogwalker? Oh und sie haben ein grosses Haus?

Hesper Weirauch

2016.05.21 um 18:05 Uhr

Völlig einverstanden. Seit über 20 Jahre habe Ich schon mehrere Hunde, wenigstens 3, insgesammt langzeitgästehunde wegen eine kranke Freundin höchste Zahl 7. Im moment "nur" 3 eigene Hunde plus ein Pflegestelleversager 😉. Die sind alle auch ziemlich alt geworden - die niedrigste alter war 10 für eine galga, ältester war eine Mischling Jagdhundin die kurz bevor den 17. Geburtstag folgens eines Schlaganfall eingeschläfert werden mûsste. Heute sind die beide ältesten 13plus und alle vier kommen aus Spanische Tierheime. Mein Leben wird nie ohne Rudel sein. Ich liebe es den Verhalten miteinander zu beachten und alle sind total verschmust. Dazu unsere 4 katzen macht das Glück komplett. Übrigens sind alle kastriert - die Tierheime sind schon voll genug. Ich spendiere gern jede pfennig an Futter und sonstig was nötig ist.

Ina

2016.05.21 um 13:10 Uhr

Wir haben auch mehr Hunde um genau zu sein 8 von klein bis groß. Diese Schlderung des Alltags hat mir des öfteren ein schmunzeln ins Gesicht gezaubert :-) , weil es genauso bei uns auch ist. wir lieben unsere Hunde und leben für sie und das wird nie anders sein, denn ein Leben ohne sie ist nutzlos und leer !!!!!!!!

Andrea Hempel

2016.05.21 um 10:29 Uhr

Ich bin auch der Leinen Halter von 5 Collies und fand den Artikel so Super als wäre sie bei uns zu Hause gewesen, Danke <3

Anita

2016.05.21 um 10:12 Uhr

Das finde ich toll. Ich würde gerne auch noch mehr Hunde haben. Ich lebe mit 2 Galgo Damen und 1 kleinen Mischling. Finde es stets schön wie sie alle aufeinander aufpassen. Einfach schön

cobdet

2016.05.21 um 09:10 Uhr

Und toll ist gleich der erste "Leserkommentar" zu diesem Artikel Zitat:" Solche Artikel müssen verboten werden" DIskussion ? Warum ? Könnten ja Argumente kommen und Argumente verwirren einige ( es werden immer mehr ) nur

Jelena Lazovic

2016.05.20 um 19:50 Uhr

Das ist schön, dass Sie sich mehrere Hunde leisten können, das kann ich leider nicht. Hätte zwar gerne mehrere, aber es muss halt reichen, nur eine Maus zu haben. Ich finde es allerdings eine Frechheit, alle Einzelhundhalter über einen Kamm zu scheren. Ich sehe genau so viele Mehrhundehalter, die jedem anderen Hund ausweichen müssen, weil ihre Hunde komplett ausrasten, und dann nicht nur einer, sondern alle. Toll erzogen, toll sozialisiert. Und meine Maus steht ruhig neben mir, und ich kann schon in ihrem Gesicht lesen, dass sie mehr als erstaunt ist. Diese Mehrhundehalter sind z.T. völlig überfordert. Ich finde Ihren Beitrag mehr als einseitig. Vielleicht das nächste Mal besser recherchieren oder erst informieren, bevor Sie einen derartigen Blödsinn verzapfen.

Libelula Zwetna

2016.05.20 um 16:50 Uhr

Ich glube ihnen das gerne. Aber in der nähe ist eine hundesitterin welche schon mal 7-10 hunde dabei hat. Wenn sie sie dann frei laufen lässt ist das chaos perfekt. Zurückkommen gelingt mit müh und not. Das kann den spaziergängern achon angst machen. Das ist einfach nicht recht.

Janila

2016.05.20 um 10:07 Uhr

Ich bin überzeugte Mehrhundehalterin und möchte nie mehr einen Einzelhund obwohl es damit angefangen hat.

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