Die große Leidenschaft der Windhunde ist die Hetzjagd. Dank ihres schlanken und hochläufigen Körperbaus sowie des enormen Lungen- und Herzvolumens gehören Windhunde zu den schnellsten Landjägern der Erde.

Der schlanke Körperbau macht Windhunde zu schnellen Landjägern
In der FCI-Gruppe 10 sind die ältesten und edelsten Vertreter der Jagdhunde zusammengefasst. Der Name der Windhunde kommt jedoch nicht vom Wind, sondern von der alten Bezeichnung für Windhunde: Da Windhunde offenbar bevorzugt von slawischen Völkern eingesetzt wurden, nannte man diese auch wendische Hunde. Eine weitere Erklärung leitet den Namen vom altdeutschen Begriff Wint ab, was so viel wie Jagd bedeutet. Die Gruppe der Windhunde ist je nach Beschaffenheit des Haarkleids in drei Sektionen unterteilt.
Die große Leidenschaft der Windhunde ist seit jeher die Hetzjagd. Im Gegensatz zu anderen Jagdhunden jagen Windhunde ihre Beute nicht mit ihrem Geruchssinn, sondern auf Sicht, weswegen sie gelegentlich auch als Sighthound, also Sichthund, bezeichnet werden. Sie hetzten in großen und ausladenden Gebieten Wild, das zu schnell und zu scheu war, als dass der Jäger es hätte verfolgen können. Je nach Einsatzgebiet gibt es Windhunde für kurze oder lange Strecken, Steppen oder Gebirge. Einige Windhunderassen werden heutzutage vorwiegend für Hunderennen eingesetzt, bei denen es darum geht, einen falschen Hasen im Eiltempo zu verfolgen. Dank ihres schlanken und hochläufigen Körperbaus sowie des enormen Lungen- und Herzvolumens gehören Windhunde nach den Geparden zu den schnellsten Landjägern der Erde.
Sektion 1: Langhaarige oder befederte Windhunde (3 Rassen)
Die Windhunde der Sektion 1 zeichnen sich durch ein üppiges Fellkleid aus, das den Bedingungen ihrer jeweiligen Heimat angepasst ist. Alle haben ihre Wurzeln im Osten Asiens oder im Orient. Der Saluki wurde schon im Koran als Geschenk Allahs bezeichnet und findet sich heute in sämtlichen Gebieten zwischen China und Ägypten. Je nach Region ist das Haarkleid und die Statur der Windhunde unterschiedlich beschaffen. Der russische Barsoi ist ein alter Tatarenhund, der vor allem vom russischen Adel für prunkvolle Hetzjagden eingesetzt wurde. Der bekannteste Vertreter dieser Sektion ist dank seiner Haarpracht sicher der
Afghanische Windhund, der hierzulande meist als Haus- und Familienhund gehalten wird.
Sektion 2: Rauhaarige Windhunde (2 Rassen)
Beide Windhunderassen dieser Sektion sind Inselbewohner und ursprüngliche Jäger. Sie gehören zu den ältesten Windhunderassen Europas und haben ein langes und derbes Fell, das sie vor dem rauen Klima ihrer damaligen Heimat schützt. Der
Irish Wolfhound fiel schon den Römern bei ihren Eroberungszügen ins Auge. Er wurde zur Wolfs- und Elchjagd eingesetzt und begleitete Könige und Häuptlinge. Im 19. Jahrhundert galt der Irish Wolfhound schon als ausgestorben. Mittlerweile hat sich der Bestand der anspruchsvollen Riesen wieder erholt. Der schottische
Deerhound ist wahrscheinlich der urtümlichste Nachkomme der keltischen Windhunde, die vom schottischen Adel für die Groß- und Großwildhatz im Hochland eingesetzt wurden.
Sektion 3: Kurzhaarige Windhunde (8 Rassen)
Die Windhunde dieser Sektion unterscheiden sich stark in Herkunft und Aussehen. Viele Rassen wurden von der armen Bevölkerung des jeweiligen Landes zum Wildern benutzt. Ob Nordafrika, Spanien, Italien oder Polen - überall wurden kurzhaarige Windhunde eingesetzt, um den kargen Lebensunterhalt aufzubessern. Im Norden Englands kreuzte die Landbevölkerung kleine Greyhounds mit Terriern - das Ergebnis war der Whippet. Er eignete sich gleichermaßen für die Jagd auf Kaninchen und das Ausmerzen von Nagern.
Das Italienische Windspiel ist als Rasse schon seit der Bronzezeit bekannt. Auch Friedrich der Große war ein Freund der kleinen und ambitionierten Jäger, die gerade mal 5 Kilo auf die Waage bringen. Der
Greyhound hingegen ist ein ausgewachsener Rennläufer, der weltweit für Hunderennen eingesetzt wird und schon in der Antike auf Gemälden dargestellt wurde. Mit einer Geschwindigkeit von 70 km/h ist er der Sprintexperte unter den Windhunden.
Windhunde sind sensible und feinfühlige Wesen, deren Erziehung ohne Zwang erfolgen sollte. Aufgrund ihrer Hetzleidenschaft lassen sie sich meist nur an der Leine ausführen. Da Windhunde einen ungezügelten Bewegungsdrang haben, sollte man ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Rennleidenschaft bei Hunderennen oder beim Coursing auszuleben. In Gegenwart ihrer Familienmitglieder sind Windhunde anhänglich und anschmiegsam, ohne sich jedoch anzubiedern oder aufdringlich zu werden. Wer sich einen Windhund anschaffen möchte, sollte auf jeden Fall genügend Zeit und Raum für die sportlichen Jägernaturen haben.