Zur Gruppe der Vorstehhunde gehören Jagdhunderassen, die zum Auffinden und Anzeigen von Federwild gezüchtet wurden. Das Anzeigen, Vorstehen genannt, erfolgt durch das Anheben eines Vorderlaufs.

Der Deutsch Kurzhaar gehört zu den bekannten Vertretern der Vorstehhunde
Die FCI-Gruppe 7 mit dem Titel Vorstehhunde beschreibt Jagdhunde-Rassen, die zum Auffinden und Anzeigen von Federwild gezüchtet wurden. "Vorstehen" ist das Verharren in einer bestimmten Position, welches dem Jäger anzeigt, wo sich das Federwild befindet. Meist heben die Vorstehhunde dazu einen ihrer Vorderläufe und winkeln diesen an. Die Gruppe 7 ist in zwei Sektionen unterteilt, die die Vorstehhunde nach ihrem Herkunftsgebiet gliedern.
Die heutigen Vorstehhunde stammen von Stöber- und Vogelhunden ab, die das Haar- oder Federwild selbstständig aufscheuchen mussten, damit abgerichtete Raubvögel es erlegen konnten. Mit der Entwicklung von Gewehren, die leistungsfähig genug waren, um aufgescheuchtes Wild bei der Flucht erlegen zu können, brauchte man Hunde, die dem Jäger die Position des Wilds lautlos anzeigen konnten, ohne es zu früh aufzuscheuchen. Erst wenn der Jäger in Schussposition ist, springt der Vorstehhund auf und veranlasst das Wild zur Flucht. Da Vorstehhunde die Beute nicht erlegen dürfen und selbst bei Gewehrschüssen Ruhe bewahren müssen, wird bei der Zucht besonderer Wert auf Gehorsam und Nervenfestigkeit gelegt.
Sektion 1: Kontinentale Vorstehhunde (31 Rassen)
Die Sektion 1 enthält drei Unterkategorien, denen die Jagdhunde je nach Typ (kontinentaler Vorstehhund, Spaniel, Griffon) zugeordnet sind. Neben zahlreichen französischen Bracken finden sich hier auch klassische deutsche Vorstehhunde wie der
Deutsch Langhaar, der
Weimaraner und der
Große Münsterländer. Die Vorstehhunde vom Typ Spaniel haben ein längeres Haarkleid, welches sie beim Stöbern vor Gestrüpp und Dornen schützen soll. Die rauhaarigen Vorstehhunde wie der Spinone Italiano fallen unter den Typ Griffon. Das Aussehen der Kontinentalen Vorstehhunde ist sehr unterschiedlich, da Jagd- und Vogelhunde seit jeher weit verbreitet waren und unterschiedliche Rassen für neue Zuchten benutzt wurden, um dem Anforderungsprofil der jeweiligen Jäger zu entsprechen.
Sektion 2: Britische und Irische Vorstehhunde (5 Rassen)
Diese Sektion ist in zwei Kategorien unterteilt: die Pointer und Setter. Die Kategorie Pointer enthält lediglich eine Rasse, den
English Pointer, der als reinster Vererber der Vorsteheigenschaft angesehen wird. Die Kategorie Setter enthält die vier historischen, langhaarigen Vorstehhunde der britischen und irischen Inseln. Sowohl
English Setter,
Gordon Setter als auch
Irish Red Setter werden vornehmlich zur Jagd verwendet und eignen sich auch zur Wasserarbeit.
Vorstehhunde sind aufgrund ihrer angeborenen Jagdleidenschaft reine Jagdhunde und nicht für ein Leben in der Stadt geeignet. Sie sind sehr temperamentvoll und vertragen als Einmannhunde Besitzerwechsel nur schlecht. Wer sich für einen Vorstehhund entscheidet, der sollte seinem Hund entsprechend viel Auslauf und eine Aufgabe bieten können, die die feine Nase der Weidmänner ausreichend beansprucht. Unter der fachkundigen Anleitung eines Jägers fühlen sich Vorstehhunde nach wie vor am wohlsten.