In der FCI-Gruppe 5 sind ursprüngliche Hunderassen zusammengefasst, die sich durch ihre lange Geschichte und ihr uriges Verhalten auszeichnen.

Der Sibirische Husky gehört zur FCI-Gruppe 5, Sektion 1, den Nordischen Schlittenhunden
Die FCI-Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp umfasst ursprüngliche Hunderassen, die sich durch ihre lange Geschichte und ihr uriges Verhalten auszeichnen. Da Spitze und Hunde vom Urtyp aus unterschiedlichsten Regionen der Erde stammen, lassen sich keine allgemeinen Aussagen über Verhalten und Charakter machen. Die FCI-Gruppe 5 unterscheidet zwischen sieben Sektionen, die nach Herkunftsgebiet und Aufgabe der jeweiligen Rassen gegliedert sind. Die nordischen Hunde nehmen dabei drei Sektionen ein, die nach ihrer Verwendung durch den Menschen systematisiert sind.
Hunde vom Urtyp sind sehr alte Rassen, die genügsam und selbstständig genug waren, um sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Der Spitz verdankt seinen Namen der charakteristischen, spitzen Nase und den aufrecht stehenden Ohren. Ein weiteres Charakteristikum ist die dichte Unterwolle, das wetterfeste Deckhaar und die über dem Rücken getragene, gerollte Rute.
Sektion 1: Nordische Schlittenhunde (4 Rassen)
Schlittenhunde haben die Aufgabe, trotz klirrender Kälte und bei schlechter Sicht zuverlässig und ausdauernd Lasten zu ziehen. Sowohl Rentierzüchter als auch Nomaden und Fischer der nördlichen Regionen bedienten sich seit jeher der Fähigkeiten dieser Laufwunder. Das karge Leben und die widrigen Wetterverhältnisse erforderten harte und genügsame Hunde, die ein gutes Orientierungsvermögen und genügend Selbstbewusstsein haben. Die bekanntesten Vertreter der Nordischen Schlittenhunde sind der
Sibirische Husky und der
Samojede.
Sektion 2: Nordische Jagdhunde (9 Rassen)
Die Nordischen Jagdhunde sind reine Jäger, die im Rudel dem jeweiligen Wild ihrer Heimat nachstellen. Ob Rotwild, Bären oder Raubkatzen, Nordische Jagdhunde sind ausdauernde Jäger, die sich durch Eigenständigkeit und Mut auszeichnen. Sie haben ihre Jagdgewohnheiten dem Wild ihrer jeweiligen Heimat angepasst und unterscheiden sich stark in Arbeitsweise, Größe und Aussehen. So ist der Norwegische Lundehund dank seiner Eigenarten im Körperbau auf die Jagd von Papageientauchern spezialisiert, die mittlerweile streng geschützt sind. Der Jämthund hingegen ist der größte Vertreter der Nordischen Jagdhunde und eignet sich perfekt für die Elchjagd. Auch die drei russischen Laikarassen sind nach wie vor Vollblutjäger, die nicht als Haus- und Familienhunde infrage kommen.
Sektion 4: Europäische Spitze (5 Rassen)
Gleich vier der fünf europäischen Spitze gehören zu den
Deutschen Spitzen. Sie waren schon im Mittelalter Haus- und Hofhunde, bewachten das Vieh und dienten als Gesellschafter. Sie waren vor allem bei Bauern beliebt, da sie kaum Neigung zum Wildern zeigten und daher von den Jagdherren geduldet wurden. Lediglich Mäuse und Ratten erwecken das Interesse der Deutschen Spitze. Sie werden abhängig von Größe und Haarkleid in Zwerg-, Klein-, Mittel-, Groß- und Wolfsspitz unterschieden.
Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen (11 Rassen)
Asiatische Spitze wie der
Chow Chow sind schon seit 4.000 Jahren bekannt. Sie waren allerorts als Wächter, Jäger und Beschützer gefragt. Die Japanischen Spitze weisen ein sehr ursprüngliches Hundeverhalten auf, sind raubwildscharf und nicht als Wohnungshunde geeignet. Hierzulande eher selten anzutreffen, gehören sie im asiatischen Raum zum alltäglichen Bild. Der Shikoku und der Akita wurden sogar zu Nationaldenkmälern Japans ernannt. Asiatische Spitze sind robust, widerstandsfähig und pflegeleicht, brauchen jedoch aufgrund ihrer ursprünglichen Art eine fachgerechte Erziehung.
Sektion 6: Urtyp (5 Rassen)
Hierbei handelt es sich um Rassen aus unterschiedlichsten Regionen, deren Charakter sich über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert hat. Aufgrund der weit voneinander entfernten Herkunftsgebiete haben sie keine Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihres Aussehens und Verhaltens. Der Basenji beispielsweise ist ein primitiver Haushund aus Zentralafrika, der von den Eingeborenen für die Jagd abgerichtet wurde. Der mexikanische Xoloitzcuintle hingegen, auch Mexikanischer Nackthund genannt, wurde von den Azteken als Opfergabe und Delikatesse gezüchtet.
Sektion 7: Urtyp - Hunde zur jagdlichen Verwendung (8 Rassen)
Diese Rassen vom Urtyp sind reine Jäger. Sie arbeiten größtenteils in kleinen Rudeln und zeichnen sich durch ihre selbstständige Arbeitsweise und ihre eher lose Beziehung zu ihren menschlichen Haltern aus. Typische Pariahunde vom Urtyp sind der Thailand Ridgeback und der Taiwan Hund. Aber auch im Mittelmeerraum gibt es Hunde vom Urtyp, die seit Jahrtausenden zur Jagd eingesetzt werden und ihr ursprüngliches Verhalten beibehalten haben.
Spitze und Hunde vom Urtyp haben einen eigenen Willen und sind teilweise nur bedingt unterordnungsbereit. Sie scheinen sich ihrer langen und großen Geschichte bewusst zu sein und tragen diese stolz nach außen. Wer sich für einen Hund aus dieser Klasse entscheidet, sollte nicht auf der Suche nach blindem Gehorsam sein. Spitze und Hunde vom Urtyp sind weniger anhänglich als andere Rassen und haben ein starkes Territorialbewusstsein, was sie gern durch lautstarkes Bellen gegenüber Fremden signalisieren.