
Kleines Kraftpaket - Rauhaardackel sind waschechte Jagdhunde.
Schwerenöter, Waldi, Dickschädel, Rauhbein
Deutscher Exportschlager
Es geschah in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar: Jolka starb auf Gut Hovedissen. Jolly-Böllchen nannte die Familie die Rauhaardackelin liebevoll. Seit fast vierzig Jahren leben bei Astrid Gräfin von der Schulenburg Dackel. Sie haben einen sehr eigenen Kopf, die von der Schulenburgs auch. Das schweißt zu- sammen. Lange Zeit hatte Jolka den Dackelrüden Oskar zum Gesellen. Die Familie träumte von Welpen. Doch dazu kam es nicht. Die beiden waren "ein verunglücktes Ehepaar", wie Astrid von der Schulenburg erzählt.
Jolka machte sich nichts aus Männern. Oskar war mit seiner Rolle als brüderlicher Freund zufrieden. Als er mit zwölf starb, beschloss die zurück gebliebene Dackeldame, Herrchens Nebenfrau zu werden. Abends, erzählt Astrid von der Schulenburg, machte sie ihm die schönsten Kunststücke vor, blickte ihn seelenvoll an und sprach sogar mit ihm: "Whowhowoh". Viele alte Dackel tun das. Fast vierzehn Jahre war Jolka Familienmitglied. Sie hätte noch den Neuling anlernen sollen, ein Dackelmädchen, das Ende Dezember 2007 in Dreilingen geboren worden war. Doch plötzlich wollte das Herz nicht mehr. Der Tod war schnell und freundlich.
Eine Viertelmillion Dackel gibt es in Deutschland. Der kurzbeinige Jagdgeselle stellt nach dem Deutschen Schäferhund die zweitgrößte Gruppe im Verband des Deutschen Hundewesens. 22 000 Liebhaber haben sich in 300 Ortsgruppen des ältesten Hundevereins der Republik, des Deutschen Teckelklubs 1888 e. V., DTK, organisiert, etwa 9500 davon sind Jäger. 24 Nationen sind Mitglied in der Weltunion des Teckels, kurz WUT, darunter sogar Südkorea.
Unter den derzeit geführten gut 350 Hunderassen bildet der Dachshund als einziger eine eigene Gruppe im Klassifizierungssystem der FCI, des größten kynologischen Weltverbandes. Er ist neben dem Deutschen Schäferhund der Deutscheste aller Hunde, auch wenn er inzwischen häufiger in japanischen Mangas vorkommt als auf deutschen Spazierwegen. Die Japaner lieben den deutschen Minihund, züchten ihn vor allem in Zwergform und in Fellfarben, die es hier nicht gibt. Motto: je seltener, desto begehrter und teurer. 20 000 Welpen verzeichnet die japanische Teckelstatistik für 2007. Die Russen, Liebhaber besonders edler Hunde, meldeten in demselben Jahr 8000. Auch wenn Mops, Labrador und Jack Russell dem Dackel in Deutschland die Fans streitig machen, im Ausland ist der krummbeinige Dickschädel um so lieber gesehen.
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