Hunderassen der FCI-Gruppe 2 zeichnet ein ausgeprägter Schutz- und Jagdtrieb aus. Wachsamkeit und Nervenstärke machten sie zu unverzichtbaren Helfern von Bauern und Hirten.

Der stattliche Dobermann gehört zur Sektion der Pinscher der FCI-Gruppe 2
Die Gruppe 2 der von der FCI anerkannten Rassen enthält insgesamt 52 Hunderassen, die in drei Sektionen unterteilt werden: Sektion 1 Pinscher und Schnauzer (elf Hunderassen), Sektion 2 Molossoide (37 Hunderassen) und Sektion 3 Schweizer Sennenhunde (vier Hunderassen).
Die Gruppen 1 bis 3 nach FCI-Klassifikation gehören zur übergeordneten Kategorie der Gebrauchshunde. Das herausragende Merkmal der Gebrauchshunde aus der FCI-Gruppe 2 ist ihr ausgeprägter Schutz- und Jagdtrieb. Die meisten der hier zusammengefassten Rassen haben sich im Laufe der Zeit einen hervorragenden Ruf als Haus- und Hofhunde erarbeitet. Wachsamkeit, Territorialbewusstsein und Nervenstärke machten diese Gebrauchshunde zu unverzichtbaren Helfern von Bauern und Hirten, die eigenständige und zuverlässige Hunde brauchten. Da sie das Hab und Gut ihrer Besitzer bewachen mussten, sind diese Rassen mitunter recht lautstark und bellfreudig. Bei der Zucht molossoider Rassen wurde ein besonderes Augenmerk auf die Größe und Wehrhaftigkeit der Tiere gelegt.
Sektion 1: Pinscher und Schnauzer (11 Rassen)
Nicht umsonst tragen Pinscher und Schnauzer den Beinamen "Rattler" - sie hatten früher die Aufgabe, den Stall von lästigen Nagetieren zu befreien. Da sie ständig von Pferden, Vieh und Lärm umgeben waren, entwickelten sich nervenfeste und robuste Hunde, die so schnell nichts aus der Ruhe bringen konnte. Neben kleinen Rassen wie dem
Zwergpinscher gehört auch der stattliche
Dobermann zu den Pinschern.
Riesenschnauzer wurden neben der Mäuse- und Rattenjagd auch als Begleitschutz für Brauereiwagen eingesetzt.
Sektion 2: Molossoide (37 Rassen)
Molossoide oder Molosser sind die Kolosse unter den Hunden. Diese urtümlichen Riesen wurden schon in der Antike zur Großwildjagd eingesetzt und mussten im Krieg als Kampfhunde herhalten. Die
Deutsche Dogge, der
Rottweiler und der
Deutsche Boxer sind hierzulande die wohl bekanntesten doggenartigen Hunde. Aufgrund ihrer Größe und ihres angeborenen Schutztriebs sollten Halter entsprechende Erfahrungen mitbringen. Daneben zählen auch die wetterfesten Berghunde wie
Bernhardiner,
Neufundländer und
Leonberger zu den Molossoiden. Aufgrund ihres ausgeprägten Territorialbewusstseins sind Molossoide oftmals keine großen Freunde gleichgeschlechtlicher Artgenossen.
Weitere Rassen der Sektion 2:
Dogo Argentino
Dogo Canario
Englische Bulldogge
Mastino Napoletano
Landseer
Hovawart
Bordeaux-Dogge
Shar-Pei
Sektion 3: Schweizer Sennenhunde (4 Rassen)
Schweizer Sennenhunde sind die Nachkommen alter Bauernhunde aus der Alpenregion. Ihre Aufgabe war es, das Vieh zu treiben, Lasten zu ziehen und den Hof zu bewachen. Aufgrund ihrer Eigenständigkeit sind Schweizer Sennenhunde nur bedingt unterordnungsbereit.
Allen Vertretern der FCI-Gruppe 2 gemein ist der Wunsch nach einer ernsthaften Aufgabe und einem Leben im Freien. Doggenartige Hunde, Berghunde und Schweizer Sennenhunde sind robuste und aufmerksame Arbeitstiere, die eine sinnvolle Beschäftigung und viel Auslauf brauchen. Ihre gelegentliche Sturheit erfordert viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Pinscher und Schnauzer eignen sich aufgrund ihrer überschaubaren Größe auch als Wohnungshunde, zeigen bei aufkommendem Jagdtrieb jedoch gerne ihr ursprüngliches Temperament.
Weitere Rassen der Sektion 3:
Berner Sennenhund