Die FCI-Gruppe 6 umfasst Hunderassen, die sich durch ihre hervorragende Spürnase auszeichnen und seit Jahrhunderten als Jagdhelfer des Menschen arbeiten.

Der Beagle gilt dank seiner hervorragenden Spürnase als geborener Hasenjäger
Die FCI-Gruppe 6 beinhaltet Rassen, die sich durch ihre hervorragende Spürnase auszeichnen und seit Jahrhunderten als Jagdhelfer des Menschen arbeiten. Während Laufhunde, zu denen auch die Bracken zählen, für die laute Jagd in der Meute ausgebildet werden, verrichten die Schweißhunde ihre Arbeit allein und lautlos. In der Sektion der Laufhunde werden die einzelnen Rassen je nach Größe (klein, groß, mittelgroß) in 3 Unterkategorien eingeteilt. Alle Rassen der FCI-Gruppe 6 sind ursprünglich Jagdhunde, die dem Menschen beim Aufspüren und Auffinden des Wilds helfen sollen. Das Aussehen der Rassen in der FCI-Gruppe 6 ist nicht einheitlich, da diese Form von Jagdhunden in vielen Regionen der Erde gebraucht und gezüchtet wurde.
Mit der Erfindung des Gewehrs veränderten sich auch die Jagdmethoden und damit die Anforderungen an die Jagdhunde. Je nachdem, in welchem Gelände man sich befand, auf welches Wild man aus war und ob man die Meute zu Fuß oder mit dem Pferd verfolgte, brauchte man Jagdhunde in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die kleineren Bracken eignen sich eher für die Jagd auf Niederwild wie Fuchs und Hase, die größeren Laufhunde werden zur Jagd auf Hochwild eingesetzt. Gemeinsam ist den Lauf- und Schweißhunden ihr ausgeprägter Geruchssinn und ihre Sozialverträglichkeit. Da sie meist von Artgenossen, Menschen und Pferden umgeben sind, haben sie starke Nerven und einen freundlichen Charakter.
Sektion 1: Laufhunde (klein, groß, mittelgroß) 61 Rassen
Die Hetzjagd, auch Parforce-Jagd genannt, gehört zu den ältesten Jagdmethoden überhaupt. Ein Leithund nimmt die Witterung des Wilds auf und führt die Meute an, die der Spur laut bellend folgt. Auf diese Weise kann der Jäger der Meute folgen. Das Wild wird bis zur Erschöpfung gehetzt, damit der Jäger aus sicherer Entfernung zum Schuss kommen kann. Der große English Foxhound ist der Klassiker unter den britischen Meutehunden und darf bei keiner berittenen Fuchsjagd fehlen. Die mittelgroße Tiroler Bracke ist auf die Jagd im schroffen Hochgebirge spezialisiert und der kleine, schlappohrige
Beagle lässt sich bei der Hasenjagd auch zu Fuß verfolgen. Da Laufhunde zum Schnüffeln geboren sind und sich nur schwer von einer Spur abbringen lassen, gelten sie mitunter als eigenwillig und störrisch. Viel Bewegung und eine sinnvolle Arbeit für ihre Spürnasen sind daher ein Muss.
Sektion 2: Schweißhunde (3 Rassen)
Als Schweißen bezeichnet man im Jägerjargon das Bluten von verletztem Wild. Schweißhunde haben die Aufgabe, den verletzten Tieren zu folgen und sie möglichst lautlos aufzuspüren. Im Gegensatz zu Laufhunden arbeiten Schweißhunde allein und brauchen permanentes Training, um ihre Sinne zu schärfen. Selbst nach einem regnerischen Tag ist ein gut ausgebildeter Schweißhund in der Lage, verletztes Wild aufzuspüren, das viele Kilometer weit entfernt ist. Der Hannoversche Schweißhund wurde um 1800 am Hannoverschen Jägerhof gezüchtet und wird nur in Jägerhand abgegeben. Der Bayrische Gebirgsschweißhund ist als guter Kletterer bekannt und wird heutzutage auch außerhalb der Alpen für die Nachsuche nach verletztem oder krankem Wild in Gebirgsregionen verwendet.
Sektion 3: andere Rassen (2 Rassen)
Die einzigen beiden laufhundverwandten Rassen sind der
Dalmatiner und der
Rhodesian Ridgeback. Während man vom ehemaligen Aufgabenbereich der Dalmatiner wenig weiß, ist der Rhodesian Ridgeback als "Löwenjäger" Südafrikas bekannt, wo er in der Meute den Raubkatzen nachstellte, um sie für die Jäger in die Bäume zu scheuchen. Beide Rassen sind heute beliebte Haus- und Familienhunde. Im Freien kommt ihre Jägernatur schnell zum Vorschein, daher sollte man sich schon früh um ihre Erziehung kümmern.
Lauf- und Schweißhunde eignen sich nicht für bequeme Menschen, da sie viel Auslauf und eine Beschäftigung brauchen, die ihre Jagdpassion befriedigt. Von den selbstständigen und aufmerksamen Schnüfflern darf man keinen blinden Gehorsam erwarten, da sie bei der Suche alles um sich herum ausblenden. Viele Rassen eignen sich nur für Jäger. Als Wohnungshunde kommen die meisten Jagdhunde aufgrund ihres Bewegungsdrangs nicht infrage.