Die FCI-Gruppe 9 umfasst Hunderassen, die die Aufgabe haben, das Leben ihrer Halter durch ihre Gesellschaft zu bereichern, zum Beispiel den Pudel, den Mops oder den Chihuahua.

Der Pudel gehört zu den beliebtesten Gesellschafts- und Begleithunden
In der FCI-Gruppe 9 sind alle Rassen zusammengefasst, die die Aufgabe haben, das Leben ihrer Halter durch ihre Gesellschaft zu bereichern. Da sich diese Art von Hunden seit jeher auf dem gesamten Erdball größter Beliebtheit erfreut, lassen sich die zahlreichen Gesellschafts- und Begleithunde nur schwer in Bezug auf Aussehen und Herkunft vergleichen. Die FCI-Gruppe 9 enthält daher insgesamt elf Sektionen, die keiner einheitlichen Systematik folgen.
Unter den Gesellschafts- und Begleithunden finden sich zum einen kleine Verwandte und Abbilder größerer Rassen, zum anderen auch Schoß- und Zwerghunde, die ihr Äußeres seit Urzeiten kaum verändert haben. Alle Rassen dieser Gruppe wurden zur Freude des Menschen gezüchtet. Daher sind Gesellschafts- und Begleithunde sehr auf ihre Halter fixiert und Artgenossen gegenüber teilweise distanziert.
Sektion 1: Bichons und verwandte Rassen (6 Rassen)
Selbst in den Gräbern von ägyptischen Pharaonen fand man Mumien kleiner, weißer Schoßhunde. Bichons haben in der Regel ein langes, teils glattes, gekräuseltes oder gelocktes Fell, das sie schon zur Zeit der Antike zum bevorzugten Kuschelobjekt vornehmer Damen machte. Vor allem der europäische Adel zeigte sich von den fröhlichen Hausgenossen begeistert. Der
Havaneser, der
Malteser und der Bologneser sind sehr anhänglich und verspielt, brauchen aber aufgrund ihrer üppigen Haarpracht viel Pflege.
Sektion 2: Pudel (1 Rasse)
Der
Pudel gehört dank seiner Vielseitigkeit zu den beliebtesten Gesellschafts- und Begleithunden. Seine Vorfahren sind alte Wasserhunde, die den Grundstein für viele Jagdhund- und Hütehunderassen legten. In der Zeit des Barock und des Rokoko erlebte der Pudel seinen Höhepunkt. Viele Prominente, von Madame Pompadour über Beethoven bis hin zu Maria Callas, waren vom Wesen der gelehrigen und intelligenten Begleiter angetan. Trotz des üppigen Haarkleids neigt der Pudel nicht zum Haaren. Pudel haben in der Regel eine hohe Lebenserwartung.
Sektion 3: Kleine belgische Rassen (5 Rassen)
Die belgischen Griffons stammen ursprünglich alle aus dem Raum Brüssel, wo diese Rassen vor allem im 19. Jahrhundert sehr populär waren. Neben dem einheimischen Smousje wurden Spaniels und Möpse eingezüchtet - das Ergebnis waren Hunde mit kurzer Nase und glattem Fell. Hierzulande lassen sich Rassen wie der Brüsseler Griffon oder der Kleine Brabanter eher selten antreffen, in den USA, Skandinavien und England hingegen haben die wachsamen und zurückhaltenden Belgier zahlreiche Anhänger.
Sektion 4: Haarlose Hunde (1 Rasse)
Der Chinesische Schopfhund geht auf Mutationen behaarter Hunde zurück, die dank des warmen Klimas und trotz des fehlenden Haarkleids überleben konnten. Daher muss der Chinesische Schopfhund vor extremer Kälte und starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Sektion 5: Tibetanische Hunderassen (4 Rassen)
Eine Legende besagt, dass Buddha von kleinen Hündchen begleitet wurde, die sich bei Gefahr in einen großen Löwen verwandelten. Löwenhündchen wie der Lhasa Apso wurden einst im Palast des Dalai-Lama gezüchtet und waren auch bei der ländlichen Bevölkerung des Hochplateaus sehr beliebt. Auch der Shih Tzu ist ein verehrter Tempelhund, der dank seines Temperaments und seiner Ausgelassenheit auch außerhalb Tibets viele Freunde fand. Der Tibet Terrier hingegen ist der Hütehund und das Arbeitstier der tibetanischen Bauern und Viehzüchter.
Sektion 6: Chihuahueno (1 Rasse)
Der
Chihuahua gehört zu den beliebtesten Schoßhündchen überhaupt. Ob er mit Seefahrern nach Südamerika kam oder von den heiligen Hunden der Azteken und Tolteken abstammt, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Sicher ist nur, dass sein weltweiter Siegeszug mit seiner Entdeckung durch amerikanische Reisende begann. Der Chihuahua ist für sein Selbstbewusstsein und seine geradezu eifersüchtige Anhänglichkeit bekannt.
Sektion 7: Englische Gesellschaftsspaniel (2 Rassen)
Der King Charles Spaniel und der Cavalier King Charles Spaniel gehen auf französische und italienische Stöberhunde zurück, die im 13. Jahrhundert an den englischen Hof gebracht wurden. Man trug sie unter den Gewändern mit sich und wärmte die Füße an ihrem weichen Fell. Die beiden Rassen unterscheiden sich hauptsächlich in der Länge ihrer Nase. Sie sind angenehme Haushunde, die sich gut mit Artgenossen und Kindern vertragen.
Sektion 8: Japanische Spaniel und Pekingesen (2 Rassen)
Der
Japan Chin kam im 8. Jahrhundert über Korea nach Japan, wo er nur dem Adel vorbehalten war. Als Gastgeschenk an Kaiserin Auguste gelangte der lebhafte Zwerg im 19. Jahrhundert nach Deutschland. Der Japan Chin ist ein wachsamer Begleiter, der sich an jede Umgebung anzupassen versteht.
Pekingesen waren einst chinesische Palasthunde, die mit viel Sorgfalt und Liebe gezüchtet wurden. Erst mit der Eroberung Pekings durch die Briten gelangte der Pekingese nach Europa, wo sich der eigenwillige Zwerglöwe schnell als Schoßhund etablierte.
Sektion 9: Kontinentale Zwergspaniel und russischer Zwerghund (2 Rassen)
Zu den kontinentalen Zwergspanieln gehören der Pappilion und der Phalene. Der Form ihrer Ohren verdanken sie ihre Spitznamen "Schmetterlingshündchen" und "Nachtfalter". Im 15. Jahrhundert waren diese Rassen an allen europäischen Königshöfen zu finden. Als Kinderspielhund eignen sich die kontinentalen Spaniel weniger, dafür lassen sie sich in der Stadt halten. Der russische Zwerghund, auch Russkiy Toy genannt, war zur Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu ausgestorben. Trotz seiner geringen Größe ist er ein ausdauernder und sportlicher Spaziergänger, der dank seiner Verwandtschaft zum English Toy Terrier sehr robust ist.
Sektion 10: Kromfohrländer (1 Rasse)
Der Kromfohrländer ist ein Zufallsprodukt, das 1945 aus der Liebe einer Fox-Terrier-Hündin zu einem streunenden Hund entstand. Das Ergebnis war ein Wurf fröhlicher, unkomplizierter Welpen, die nach einem Stück Land benannt und weitergezüchtet wurden. Kromfohrländer eignen sich gleichermaßen für Alleinstehende wie für Familien. Sie sind bis ins hohe Alter verspielt und pflegeleicht.
Sektion 11: Kleine doggenartige Hunde (3 Rassen)
Der
Mops wurde von holländischen Seefahrern aus dem Fernen Osten nach Europa gebracht. Als bevorzugter Schoßhund älterer Damen erlangte er schnell einen zweifelhaften Ruf als verhätschelter und verfressener Vierbeiner. Dabei ist der Mops bei entsprechender Haltung und Ernährung ein fröhlicher Hausgenosse, der Freude am Auslauf und eine hohe Lebenserwartung hat.
Die
Französische Bulldogge mit ihren Fledermausohren hat sich zu einem richtigen Modehund entwickelt. Früher war sie der Begleithund von Händlern, Handwerkern und Dirnen, heute ist die sympathische Mini-Bulldogge bei Jung und Alt beliebt. Die Französische Bulldogge hat einen angeborenen Beschützerinstinkt und gilt als nicht besonders bellfreudig.
Generell eignen sich die Gesellschafts- und Begleithunde aufgrund ihrer geringen Größe für ein Leben in einer Stadtwohnung, jedoch stellen sie recht unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Pflege und des Zeitaufwandes. Viele Rassen in dieser Gruppe sind zeitlebens auf eine Person fixiert und vertragen Besitzerwechsel sehr schlecht. Aufgrund der unterschiedlichen Herkunft der Gesellschafts- und Begleithunde kommen nicht alle mit dem Temperament tobender Kinder oder Artgenossen zurecht. Daher sollte man sich vor der Anschaffung eines Gesellschafts- und Begleithundes stets über die Eigenarten und den Charakter der jeweiligen Rasse informieren. Außerdem haben viele züchterische Maßnahmen, die lediglich auf ein bestimmtes Aussehen ausgerichtet waren, zu gesundheitlichen Einschränkungen bestimmter Rassen geführt.