Nur wenige Hunde haben das Durchsetzungsvermögen eines Dobermanns. Bestechungsversuche sind bei dem temperamentvollen Musterschüler sinnlos. Nicht umsonst ist der Dobermann als Einmannhund bekannt.

Der Dobermann weist Ähnlichkeiten zum Rottweiler und Pinscher auf.
Steckbrief: Dobermann
Geschichte
Welche und wie viele Hunde der 1834 geborene Friedrich Louis Dobermann gekreuzt hat, um diesen temperamentvollen Jagd- und Schutzhund zu züchten, lässt sich im Nachhinein nicht mehr klären. Die Verwandtschaft zum Rottweiler und zum Pinscher sieht man dem Dobermann jedenfalls an.
Der Steuereintreiber, Nachtpolizist und Hundefänger Dobermann benötigte einen Hund, der ihm bei der Ausübung seines gefahrenreichen Berufes mit Mut und Einsatzwillen zur Seite stand. Er sollte wachsam, scharf, tapfer und misstrauisch gegenüber Fremden sein, um einen optimalen Schutz für den Halter zu gewährleisten. Dies ist ihm mit der Zucht des Dobermanns gelungen. Schon früh erkannten die damaligen Ordnungshüter die Vorteile des Dobermanns, der sich weder von Lärm noch Gewalt beeindrucken ließ und stets wehrhaft blieb, was ihm auch den Beinamen Gendarmenhund einbrachte. Sein kühnes Wesen wurde ihm in den beiden Weltkriegen zum Verhängnis, wo er aufgrund seiner Selbstsicherheit eingesetzt wurde. Heutzutage wird der Dobermann weltweit als Schutz- und Wachhund gehalten.
Klassifikation nach FCI
Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde, Sektion Pinscher und Schnauzer, Standard Nr. 143
Verwendung
Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund
Größe
Schulterhöhe bis 72 cm
Gewicht
32 bis 45 kg
Fell
Kurzes, hartes und dichtes Fell, das glatt und fest anliegt
Farbe
Schwarz- und dunkelbraun mit leuchtend rot-braunen Abzeichen
Voraussetzung für die Haltung
Aufgrund seiner Natur braucht der Dobermann eine lineare und durchgehende Führung, die möglichst früh beginnen sollte. Er sollte professionell ausgebildet werden, um Unverträglichkeiten mit anderen Hunden und die Bellfreudigkeit so weit wie möglich einzudämmen. Dobermänner sind aufgrund ihrer Lauffreudigkeit nur bedingt als Wohnungshunde geeignet.
Anfälligkeiten
Der Dobermann hat eine Prädisposition für das Wobbler-Syndrom, bei dem Schädigungen des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule auftreten. Erbkrankheiten, die das Innenohr und den Gleichgewichtssinn betreffen, können ebenso auftreten wie die Dobermann-Kardiomyopathie. Eine verhältnismäßig selten auftretende neurologische Erkrankung ist die Dancing Dobermann Disease, bei der der Hund durch muskuläre Veränderungen und eine zunehmende Schwäche in der Hinterhand einen taumelnden, tänzelnden Gang entwickelt.
Lebenserwartung
10 bis 12 Jahre
Wesen
Der Dobermann ist selbstsicher, unerschrocken und sehr durchsetzungsfähig. So anhänglich und kinderlieb er im eigenen Familienkreis ist, so misstrauisch verhält er sich gegenüber Fremden. Das territoriale Denken ist bei Dobermännern sehr ausgeprägt, daher sollten andere Haustiere in ihrer engeren Umgebung möglichst früh an sie herangeführt werden.