Hunderassen dieser Gruppe sind Jagdgebrauchshunde, die nach ihrem Einsatzgebiet klassifiziert wurden: Sie treiben das Wild auf den Jäger zu, apportieren erlegtes Wild oder sind auf die Arbeit im Wasser spezialisiert.

Der Golden Retriever wurde ursprünglich zum Apportieren von Federwild gezüchtet
In der FCI-Gruppe 8 sind Jagdgebrauchshunde aufgelistet, die ihrem Einsatzgebiet nach in drei Sektionen unterteilt sind. Während Stöberhunde die Aufgabe haben, das Wild in unwegsamem Gelände ausfindig zu machen und auf den Jäger zuzutreiben, sollen die Apportierhunde das erlegte Wild zum Jäger zurückbringen, also apportieren. Wasserhunde sind auf die Arbeit im kühlen Nass spezialisiert und eignen sich sowohl für die Jagd auf Wasservögel als auch für die Arbeit mit Fischern.
Sektion 1: Apportierhunde (6 Rassen)
Die sechs Hunderassen dieser Sektion tragen alle den Zusatz Retriever. Der Begriff kommt vom englischen "to retrieve", was so viel wie zurückbringen bedeutet. Da Retriever hauptsächlich für das Apportieren von Federwild eingesetzt werden, haben die meisten eine große Vorliebe für Wasser. Weil die Apportierhunde das Federkleid und Fell der Beute nicht beschädigen oder zerreißen dürfen, wurden gutmütige Hütehunde mit Spaniels gekreuzt, um verlässliche und uneigennützige Jagdgefährten zu erhalten. Der
Golden Retriever und der
Labrador Retriever sind mittlerweile beliebte Familienhunde, die aufgrund ihrer Vielseitigkeit auch als Blinden-, Spür- und Lawinenhunde eingesetzt werden können. Retriever haben im Allgemeinen keinen ausgeprägten Schutztrieb.
Sektion 2: Stöberhunde (9 Rassen)
Stöberhunde werden oftmals auch als Spaniel bezeichnet und gehören zu den ältesten Jagdgebrauchshunden. Sie wurden im Mittelalter für die Jagd mit Greifvögeln eingesetzt, für die sie das Federvieh aufscheuchen mussten. Später wurden die Vögel in große Netze getrieben. Damit sich die Stöberhunde im Dickicht gut bewegen und unter den Netzen der Jäger hindurchlaufen konnten, mussten sie ein langes, dichtes Fell und relativ kurze Läufe haben. Stöberhunde oder Spaniel jagen das Federwild selbstständig durch unübersichtliches Gelände und machen sich dabei durch ständiges Gebell bemerkbar, was als "spurlaute Jagd" bezeichnet wird. Der
English Cocker Spaniel eignet sich aufgrund seiner guten Nase auch als Rauschgift- oder Sprengstoffhund. Sein enger Verwandter, der American Cocker Spaniel, wird heutzutage vorwiegend als Familien- und Ausstellungshund gezüchtet und erfreut sich vor allem in den Vereinigten Staaten großer Beliebtheit.
Sektion 3: Wasserhunde (7 Rassen)
Wasserhunde halfen Fischern und Jägern schon vor Jahrtausenden bei ihrer Arbeit. Sie besitzen ein dichtes Fell, das sie vor Kälte und Wind schützt, was sie zu ausdauernden Schwimmern macht. Der älteste und bekannteste Vertreter der Wasserhunde ist der
Portugiesische Wasserhund (Cao de Agua Portugues). Er half den Fischern beim Einholen der Netze, übermittelte schwimmend Botschaften zwischen den Fischern und konnte bei Bedarf sogar nach Gegenständen tauchen, die über Bord gegangen waren. Auch der französische Barbet und der niederländische Wetterhoun sind geborene Wasserratten, die sich keine Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad entgehen lassen. Alle Wasserhunde haben ein zottiges und wetterfestes Haarkleid, das wenig Pflege braucht und kaum haart.
Apportier-, Stöber- und Wasserhunde brauchen aufgrund ihrer Jagdhundnatur eine Aufgabe, die ihnen dabei hilft, ihre ursprünglichen Instinkte auszuleben. Aufgrund ihres ausgeglichenen Gemüts eignen sich die meisten sehr gut als Haus- und Familienhunde. Retriever beispielsweise gelten als besonders kinderlieb und einfühlsam. Jedoch sollte man allen Apportier-, Stöber- und Wasserhunden die Möglichkeit geben, ihren feinen Geruchssinn und ihren Bewegungsdrang beim Spiel oder beim Sport auszuleben.