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  #1 (permalink)  
Alt 23.02.2010, 16:15
Benutzerbild von frisbee
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.11.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 2.394
Standard Adoptionsbedingungen im Tierschutz

Eben bin ich auf einer Seite einer Tierschutzorganisation auf folgenden Eintrag zur Vermittlung der (Wind-)hunde gestoßen:

"Bedenken Sie aber bitte - Wir vermitteln NICHT an ...

- Familien/Menschen, wo ein Hund mehr als 5 Stunden (!!!) alleine bleiben muss
- Menschen mit Kleintieren (!!!) (Hase, Meerschwein, Ratte, Hühner, Gänse und Co)
- Familien mit > 3-4 Hunden (!!!)
- Studierende (!!!)
- arbeitslose Alleinerziehende (!!!)
- Erstgebärdende in Spe (!!!)
- an Menschen mit einem Lebensalter unter 30 Jahren (!!!)
- Zwingerhaltung / Aussenhaltung (!!!)
- Menschen, die kein Verständnis für unsere vielen Fragen haben (!!!!!)
- "HuTa-Fans" (!!!)
- BERATUNGS-Resistente (und somit nur in Einzelfällen an Lehrer/innen) (!!!)

Sollten Sie sich nun unter der Rubrik: "Wir vermitteln NICHT an..." wiederfinden, erklären wir Ihnen gerne ausführlich, warum wir (aufgrund langjähriger Erfahrung) so entschieden haben... sollten Sie sich dann nicht melden wollen (da Sie unsere Vorgaben als UNVERSCHÄMT (v)erachten - fallen Sie "automatisch" in die Rubrik "Beratungsresistente Individuen". Damit ist dann alles wieder RUND - jedenfalls FÜR den HUND! (und um ihn geht es ja schliesslich.... "

Ich wollte diesen Text mal zur Diskussion stellen. Gleich vorweg: mir geht es nicht darum, die Arbeit dieser Organisation in Frage zu stellen oder schlecht zu machen. Ich kann mir auch vorstellen, dass man in der Tierschutzarbeit viele bittere Erfahrungen macht, die dazu führen, Schlussfolgerungen zu ziehen. Mit einigen Vorgaben (nicht länger als 5 Std. allein, keine Zwingerhaltung) gehe ich auch durchaus d`accord und ich finde es richtig, dass man im jeweiligen Einzelfall eben auch mal entscheidet, eine "Adoptionsanfrage" abzulehnen, weil man nicht glaubt, dass derjenige geeignet ist.

Aber: muss es so unfreundlich sein? Schreckt man damit nicht potentiell durchaus geeignete "Bewerber" ab?Wenn ich mich in einer Rubrik wiederfinde, warum soll ich mich dann noch melden, um erklärt zu bekommen, dass es nix wird...?
Und zu den Kriterien:
- Mein Galgo-Mix hat keine Probleme mit Vögeln - das hängt doch vom einzelnen Hund ab...
- arbeitslose Alleinerziehende: wenn zwei Partner arbeitslos sind, geht es aber schon? (Achtung: Ironie)
- Erstgebärende in spe: also nicht an Frauen unter 45 ??(denn gebärfähig ist man ja wohl bis dahin und wer weiß, wozu man sich im Laufe der Zeit entschließt)
- kann man nicht unter 30 schon Verantwortung übernehmen. O.K. bei vielen ändern sich dann noch oft die Lebensumstände, aber z:B die meisten Scheidungen finden ab 30 J. statt und wie oft werden Hunde Trennungsopfer?
- Wenn ich eben nicht möchte, dass der Hund solange allein ist,, warum dann nicht eine HuTa? Ist nicht für jeden Hund etwas, aber gerade viel Galgos kennen und mögen Rudelhaltung. Deswegen ist man doch kein HuTa-Fan (zumal das einiges kostet), sondern man bemüht sich, dass der Hund sich wohlfühlt. Warum so abwertend?

Vor meinem geistigen Auge entsteht folgendes Bild : Über 45-jährige Hausfrau (Max. halbtags arbeitend) mit gut verdienendem Ehemann, der das Leben finanziert, will nicht nur Tennis spielen, sondern schafft sich einen schönen Windhund an...

Mich macht das traurig. Einerseits, dass schlechte Erfahrungen, diese Organisation dazu gebracht haben, solche Vorgaben zu machen, andererseits, dass es vielen so schwer gemacht wird, einen Hund aus dem Tierschutz zu bekommen. Ich bin mir sicher, dass viele Leute, die in diese Rubriken fallen, durchaus einen Hund bei Züchtern bekommen würden.

Schade! Was meint Ihr?
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Liebe Grüße Uta & Filou
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Alt 23.02.2010, 16:23
Benutzerbild von rennfloh
Moderator
 
Registriert seit: 28.04.2009
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Ich musste bei "also in den wenigsten Fällen an Lehrer" schmunzeln! Meine Mutter ist Lehrerin und def beratungsresistent!!!

Ich glaube, dass sie mir "Gebärende in Spee" Schwangere mit dem ersten Baby meinten, da diese eh schon ne riesige Aufgabe vor sich haben und zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt noch Zeit für nen Hund haben!

Ich kann die Kriterien schon verstehen und ich denke auch, dass sie in jedem Fall individuell entscheiden, diese Regeln nur für diejenigen so scharf formulieren, die wirklich reistent sind!!
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"Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll,
aber nie kann, wenn er will,
dann mag er auch nicht,
wenn er muss."
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Alt 23.02.2010, 16:24
Benutzerbild von kepri
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Registriert seit: 21.05.2007
Beiträge: 7.021
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Klingt abschreckend aber genau das wollen ja auch einige erzeugen (Gewährleisten, dass sich der Mensch wirklich mit dem Wesen Hund auseinandergesetzt hat), oft klingen Bedingungen abstrus, in der Realität sieht es dann anders aus, mich scherten Vermittlungsbedingungen noch nie, ich habe bisher im persönlichen Gespräch überzeugen können.
Für weniger "hartgesottene" Menschen sind solch überzogene Bedingungen sicher ein Ausschlusskriterium.
__________________
Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind.

Marian Anderson

http://co-bold.jimdo.com

http://kepri.jimdo.com/

Geändert von kepri (23.02.2010 um 16:26 Uhr).
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  #4 (permalink)  
Alt 23.02.2010, 16:32
Benutzerbild von rennfloh
Moderator
 
Registriert seit: 28.04.2009
Beiträge: 5.146
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Sehe ich auch so!!

...was sicher dann auch besser für die Tiere sein könnte!!
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"Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll,
aber nie kann, wenn er will,
dann mag er auch nicht,
wenn er muss."
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Alt 23.02.2010, 17:33
Benutzerbild von woodyfan
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Beiträge: 916
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Gemein, aber durchaus zutreffend finde ich lediglich die Spitze auf die Lehrer..., davon kenne ich auch so einige!!
Ansonsten finde ich die meisten Anforderungen berechtigt. Ich bin ab und an in einem anderen Forum unterwegs und jeder dritte Post beschäftigt sich mit "Hund abgeben, ja oder nein?" und geäußert wird dieser Hilfeschrei meist von Studenten/innen, überforderten jungen Müttern und jungen Menschen, deren Lebenssituation sich plötzlich und unvorhergesehen (???) so verändert, daß der niedliche Hund auf einmal gar nicht mehr in die Lebensplanung passt etc.
Der bewußt etwas sarkastisch gewählte Tonfall würde mich jetzt eher zum Schmunzeln bringen, kann aber auch, zugegegeben, abschreckende Wirkung haben.
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Alt 23.02.2010, 17:40
Benutzerbild von Lucii
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Ort: Flensburg
Beiträge: 348
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Es soll wohl bewusst diese abschreckende Wirkung haben - viele andere Orgas haben ähnliche Einstellungen und schreiben es nicht so offen dahin. Ich hab bis jetzt immer sehr netten Kontakt gehabt, gut es ging da weniger um Vermittlung, aber dennoch war es sehr nett und immer prompt und offen

Ich finde den "Anmeldebogen" ein wenig heftig - mir als Vermittler ist es wurscht, ob die Hunde danach aufs Sofa dürfen oder nicht, davon würd ich keine Vermittlung abhängig machen.

Genauso, wie die Frage nach der Schwangerschaft, so eine Frage darf noch net mal in einem Bewerbungsgespräch gestellt werden.

Oder nach der Krankheit - ich weiß, wenn ich oder eins meiner Kinder ernsthaft krank wären, dann würde ich garantiert keinen Hund adoptieren wollen
__________________
LG Ulrike, Lucy & Puf(irizsa)
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  #7 (permalink)  
Alt 23.02.2010, 17:45
Benutzerbild von rennfloh
Moderator
 
Registriert seit: 28.04.2009
Beiträge: 5.146
Standard

Zitat:
Zitat von Lucii Beitrag anzeigen
Oder nach der Krankheit - ich weiß, wenn ich oder eins meiner Kinder ernsthaft krank wären, dann würde ich garantiert keinen Hund adoptieren wollen
Du, Ulrike!!! Ich auch nicht aber es gibt sicher solche Menschen!! Genau wie das Thema mit der Schwangerschaft! So war es bei ner weitläufig Bekannten!! Schwanger, oooohhh, toll, dann gleich nen Hund dabei!!! ...das hielt dann 1 Jahr, bis das Kind 7 Monate alt war, dann musste er weg weil zu anstrengend...

Ich denke, diese Erfahrunge wurden zu Genüge gemacht und darum finde ich die Fragen okay! Wie gesagt, man sollte trotz allem den Einzelfall betrachten und dann ist da ja noch immer der Bauch, der meist immer Recht hat!!!

Die Frage nach der Couch finde ich auch panne...
__________________
"Wenn ein Hund nur darf, wenn er soll,
aber nie kann, wenn er will,
dann mag er auch nicht,
wenn er muss."
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  #8 (permalink)  
Alt 23.02.2010, 17:52
Benutzerbild von kahuna
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Als ich mich wieder dafür entschlossen hatte mit Hund zu leben, habe ich am Anfang auch intensiv im Tierschutz nach einem Hund gesucht.
Was mir da aus Tierheimen, Tierschutzorganisationen und Initiativen entgegen gekommen ist war teilweise sehr erstaunlich.
Ich finde es unangemessen wie diese Organisation ihre Erfahrungen/Stereotoypen/Vorurteile als Auswahlkritierien verkauft. Genauso unangemessen wäre es die meisten Tierschutz-Vermittler als inkompetent abzutun.

Aber ich möchte darauf hinweisen, dass mir dort im voller Inbrunst und großem Engagement zu folgenden Hunden geraten wurde:
- einem dreijährigen Kangal, der bisher allein auf einem Schrottplatz lebte
- einem neunmonatigem Podenco, der zwei Wochen vorher in Spanien als Strassenhund aufgegriffen wurde
- einem zwei Jahre alten Picard/Schnauzer irgendwas Mischling, der bei seiner Vorfamilie schon zwei Rehe gerissen hatte

Und ich habe nicht behauptet, dass ich jemand mit Jahrzentelanger Problemhunde Erfahrung mit 10.000 qm Grundstück bin.

Aus diesen Erfahrungen heraus pflege ich die Hypothese, dass die Vorauswahlgespräche oftmalig unzureichend sind. Gar keine Zeit und Möglichkeit vorhanden ist eine beratende, konstruktive Zusammenführung zwischen Hund und möglichem Neu-Halter hinzubekommen.
Da helfen natürlich solche oberflächlichen und "knallharten" Kriterien. Besonders schön ist es, wenn dann die Interessenten als sowieso beratungsresistent abgetan werden. So kann diese Organisation schnell ein paar Schubladen aufziehen, die meisten Interessenten als nicht würdig abtun und sich wahrscheinlich in langen Abendsitzungen darüber ereifern, dass die Welt so schlecht ist, weil ihre Hunde so selten ein gutes Zuhause finden....
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  #9 (permalink)  
Alt 23.02.2010, 17:53
Benutzerbild von Lucii
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Zitat:
Zitat von rennfloh Beitrag anzeigen
Du, Ulrike!!! Ich auch nicht aber es gibt sicher solche Menschen!! Genau wie das Thema mit der Schwangerschaft! So war es bei ner weitläufig Bekannten!! Schwanger, oooohhh, toll, dann gleich nen Hund dabei!!! ...das hielt dann 1 Jahr, bis das Kind 7 Monate alt war, dann musste er weg weil zu anstrengend...

Ich denke, diese Erfahrunge wurden zu Genüge gemacht und darum finde ich die Fragen okay! Wie gesagt, man sollte trotz allem den Einzelfall betrachten und dann ist da ja noch immer der Bauch, der meist immer Recht hat!!!

Die Frage nach der Couch finde ich auch panne...
Da haste Recht - bei uns im KiGa haben wir ja eine Dame, die es toll fand, wie gut Lucy hört und hat sich prompt einen Hund geholt (einen Hütehundmix) und der musste wieder weg, als er in die Flegelphase kam - das deren Hund auch ein wenig Erziehung brauchte, das leuchtete der Dame nicht ein.

Ich verstehe die Beweggründe von der Vermittlerin ja auch (aber sowas von, wenn ich da so an Murphy denke, besonders), aber manche Fragen sind so, die würde ich nicht im Fragebogen haben, sondern eher persönlich nachfragen
__________________
LG Ulrike, Lucy & Puf(irizsa)
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  #10 (permalink)  
Alt 23.02.2010, 17:56
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Beiträge: 4.832
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Ich finde strenge Kriterien absolut in Ordnung.. Wobei ich es schon extrem finde, dass zum Beispiel "Studierende" von vorne herein ausgeschlossen werden.. Vielleicht studieren die ja Tiermedizin, dürfen ihren Hund mit an die Uni nehmen und wohnen am Ende noch im Haus der Eltern, die bereits Rentner sind und sich mit um den Hund kümmern würden..

Und was hat das mit den "arbeitslosen Alleinerziehenden" auf sich? Was macht das für einen Unterschied ob jemand arbeitlos ist und keine Kinder hat oder eben ein Kind?

Das grenzt für mich schon an Diskriminierung und ganz schön frech formuliert.. Bin vielleicht auch ein gebranntes Kind, weil ich zwei Jahre lang jedes Wochenende im Tierheim geholfen hab und feststellen musste, wie rüde und menschenfeindlich der Umgang mit Interessenten da oft war.. Oder mit uns Helfern.. Egal was man vorgeschlagen oder angeboten hat, man war immer der Depp!

Daher bin ich da etwas empfindlich was den Tonfall angeht und außerdem der Meinung, dass nicht jede der aufgeführten Punkte ein Ausschlusskriterium ist, sondern dass auch mal mit gesundem Menschenverstand individuell entschieden werden muss! Find das doof.. SO!
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