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  #1 (permalink)  
Alt 15.09.2010, 17:52
Benutzerbild von Labbifreundin
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Standard "Austherapiert" - Eine bittere Ansage

Noris Herz wird schlechter und schlechter. Die Augen sind müde und die Tage lang.

Nachdem wir noch zwei sehr, sehr glückliche Monate zusammen hatten, wird es jetzt schlechter. Mal wieder. Und ein neues Drama erreicht diese wundervolle, alte Dame mit dem großen Lebensmut.

Vor drei Wochen trafen wir auf dem Spaziergang einnen netten Boxerrüden. Nori und der Boxer liefen eine kleine Runde auf der Hundewiese. Auch der Boxer ist schwer herzkrank und so war es kein tolles "Geballere". Brav und etwas außer Atem lief Nori dann wieder mit mir heim.

Kaum eine halbe Stunde, nachdem wir daheim waren, lief sie nicht mehr. Mit leisem Winseln versuchte sie, sich aufzusetzen und... es ging nicht. Sofort Anruf bei unserer Tierärztin. Die ist gerade mitten im Umzug und momentan sinds in die Praxis etwa 20 steile Stufen auf einer alten Treppe. Für Nori also nicht zu bewältigen.

Wir haben Nori Rimadyl gegeben, Quarkwickel gemacht und sie gut in die Kudde gebettet. Das war der erste Rat der Tierärztin.
Abends ging es kaum noch raus zum Pipi machen. Auf drei Beinen quälte sich Nori in den Garten. Runter konnte sie nicht, denn wir haben auch Treppen - wenn auch nicht viele Stufen.

Nori hat am hinteren rechten Bein einen alten Kreuzbandriss. Das Kreuzband ist beim Toben vermutlich komplett gerissen und machte Höllenschmerzen. Und nun beginnt der Teufelskreis:

Für eine Röntgenaufnahme müsste Nori in Narkose. Der Tierarzt ist die letzte Station, wo meine Angsthündin noch immer unaussprechliche Ängste zeigt und Adrenalin pumpt, bis zum Umfallen.
Narkose geht nicht, weil Nori das mit dem jetzigen Zustand des Herzens kaum überleben würde.
OP des Kreuzbandes? Also auch nicht möglich und gemessen an ihrem Gesamtzustand in keiner Weise mehr zu empfehlen.

Was tun?
Wie ist es um die Lebensqualität bestellt, wenn ein Hund nicht mehr aufstehen kann? Im Grunde, erklärt sich diese Frage fast von selbst. Aber aufgeben wollten wir eben auch noch nicht.

Tägliche Massagen und schmerzstillende Medikamente. Womit wir aber nicht gerechnet hatten war, dass Nori begann, ganz schrecklich zu "kümmern", weil das Rudel ohne sie rausging. Ich blieb daheim und Michael mit Abby und Kara raus.
Noris Augen verloren den Glanz und die Freude. Sie begann, nur noch zu liegen und abwesend zu schauen.

Mein Herz wurde immer schwerer, obwohl Nori inzwischen schon wieder in den Garten humpeln konnte und halbwegs wieder aufstehen und abliegen konnte.

Vorgestern dann ein erneutes Gespräch mit unserer Tierärztin, die wirklich großartig ist. Ein klares Wort: Nori ist austherapert! Für das Herz können wir nichts mehr machen und für das Bein auch nicht. Mittlerweile ist das linke Hinterbein wegen der Überlastung ebenfalls in schlechtem Zustand. Arthrosen machen Probleme. Die Ellenbogen werden nicht mehr lange dauern, ehe sie nachziehen.

Ich konnte nur noch schlucken und meine Gedanken überschlugen sich. Was tun? Ein Ende machen?
Gespräche mit der Familie und mit der TÄin. Wir haben uns darauf geeinigt, dass Nori jetzt ein Medikament bekommt, was sie komplett schmerzfrei stellen wird - vorerst und solange es halt noch wirkt. Sie soll ihre tägliche Runde laufen können. Sozialkontakte pflegen können und nicht verkümmern.

Das Medikament ist einfach sauteuer, aber es hat einen sehr guten Ruf, wenn nichts mehr geht. Vorgestern eine erste Tablette. Zweite Tablette in 14 Tagen und dann eine Tablette monatlich. Höchstdosierung bis zum Ende.

Heute ein erster zaghafter kleiner Spaziergang mit Nori. Das rechte Bein ist komplett versteift und sie schleppt sich in der ersten 100m noch sehr. Dann läuft sie schon etwas freier. Langsam, aber sichtlich glücklich. Die Augen leuchten und sie schnuffelt und wuffelt mich leise an: Es geht jetzt Frauchen...!

Mein Herz ist so schwer. Mache ich das jetzt gerade richtig? Helfe ich wirklich, oder verlängere ich nur einen Zustand, der eigentlich kein Zustand mehr ist. Noch geben mir Noris Augen eine klare Antwort. Aber: es gibt auch so viele Tage, an denen ihre Augen mir sagen, dass sie müde ist. Das sie eigentlich nicht mehr mag.

Wo ist die Grenze zwischen Verstehen und blankem Egoismus des Menschen? Ich bin zerrissen und quäle mich durch die Tage mit der Frage im Hinterkopf, ob ich ihr Gutes tue, oder sie einfach auf den Weg schicken sollte.
Noch warte ich ab. Wir genießen die Zeit und sie scheint etwas munterer zu sein. Aber ganz tief in mir tickt leise diese Uhr, die mir sagt, es ist nur ein ganz kleiner Aufschub. Das Unausweichliche folgt mir auf Schritt und Tritt. Das Unausweichliche ist um Nori. Der Mond ist nicht mehr voll - es wird dunkler um uns. Irgendwann ist nur noch Nacht....

Aber meine Hoffnung ist:

Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden..
Hermann Hesse

Ich wünsche mir nichts mehr, als irgendwann eine gute, faire und angemessene Entscheidung treffen zu können.

Daniela mit Kara, Nori und Abby
__________________
Um wirklich glücklich zu sein, muss man lernen, die universellen Prinzipien, die das Leben als solches aufstellt, zu respektieren und zu akzeptieren.
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Alt 15.09.2010, 19:18
Benutzerbild von camelott
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Hallo Daniela

Du und dein Hundchen tun mir unendlich leid und ich wünschte irgendjemand könnte dir einen Rat geben.Das kann man aber nicht da man nicht in dieser Situation steckt. Ich an deiner Stelle würde vom Herz genauso handeln, vom Verstand wohl eher nicht. Aber wer kann schon sagen was richtig oder falsch ist. Es kann sein das du ihr Leiden verlängerst, aber es kann auch sein das du ihr die Schmerzen nimmst. Ich glaube wenn der Zeitpunkt gekommen ist weißt du das und dann bist du bereit.

Ich wünsche dir von Herzen Stärke und Menschen die dir in dieser schweren Zeit beistehen.

LG Camelott
__________________
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

LG Mali
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  #3 (permalink)  
Alt 15.09.2010, 20:18
Benutzerbild von Doggystyle
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Oh je, Daniela!

Ich war ja letztes Jahr in einer ähnlichen Situation.. Meine Hündin litt an einem geriatrischen Vestibularsyndrom und ihr war permanent schwindelig! So schlimm, dass sie nicht mehr alleine stehen konnte und wenn, dann nur kurz.. Laufen ging mal besser, mal schlechter.. Beim Pipi machen fiel sie einfach um!
Sie war nicht mehr in der Lage alleine aus dem Napf zu fressen, weil sich alles um sie herum drehte wie auf einem Karussell!

Da sie fast 20 Jahre alt war und in den letzten Wochen bis zu der Diagnose stark abgebaut hatte, gab ich ihr und mir eine Woche Frist! Die Gefahr an der ganzen Sache ist nämlich, dass man sich an den Anblick und den Zustand des geliebten Hundes gewöhnt, ab und an kleine "Verbesserungen" erkennt und sich daran festklammert..

Das geriatrische Vestibularsyndrom verschwindet nach einigen Tagen, manchmal auch Wochen wieder.. Je älter und schwächer der Hund ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er sich gar nicht mehr erholt!

Dieser Hund war tatsächlich seit ich 4 Jahre alt war an meiner Seite.. Du kannst dir sicher vorstellen wie sehr ich ihn lieb(t)e! Sie war mein ein und alles und ich wollte nur das Beste für sie und deswegen war die einzig richtige Entscheidung damals sie gehen zu lassen..

Innerhalb dieser Woche, die ich mir gesetzt hatte, wurde es teilweise kaum merklich besser, teilweise wieder ganz schlimm.. Letztendlich kam ich eines Tages heim und fand sie ausgerutscht in einer riesigen Lache Durchfall.. Sie kam nicht mehr von alleine hoch und es war ein fürchterlicher und unwürdiger Anblick!
Da stand meine Entscheidung fest und am nächsten Tag kam die TÄ zu uns nach Hause und hat sie im Kreis der Familie erlöst..
Wir saßen vorher alle zusammen für einige Stunden bei Tiffy und haben über alle möglichen und unmöglichen Erlebnisse mit ihre geredet, viel gelacht und noch viel viel mehr geweint!
Als Tiffy dann einschlief war es ein ganz ruhiger Moment und es hat sich in dem Augenblick einfach richtig angefühlt..

Mein Hund ist früher 15km jeden Abend neben dem Fahrrad hergelaufen und war jetzt nicht mehr in der Lage alleine aufzustehen..
Am Liebsten streifte sie über Wiesen und Felder und roch mal hier mal da.. Im Alter nahm das immer mehr zu.. Nun war sie nicht mehr in der Lage ihre Nase Richtung Boden zu bewegen ohne umzufallen..
Ich konnte mit Sicherheit sagen, dass DAS kein lebenswertes Leben für meinen Schatz war!

Und durch meinen Beruf habe ich gelernt, dass der Tod und die Geburt die zwei natürlichsten Dinge der Welt sind! Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man den Tod nicht mit allen Mitteln abwehren oder verhindern sollte.. Tod kann Erlösung sein und es ist (meist) nichts Schreckliches!
Das trifft übrigens in jedem Alter zu..

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen an dem man den Tod annehmen muss und er im Grunde die letzte Chance auf Linderung und Erlösung ist..

Für Tiffy war dieser Zeitpunkt letztes Jahr am 6. Oktober gekommen.

Wann er für deine Hündin kommt oder ob er schon da ist, kann ich nicht sagen, aber pass auf, dass du den Zeitpunkt nicht verpasst oder vor lauter Kummer übersiehst!

Fühl dich gedrückt.. Ich denke an euch!
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Alt 15.09.2010, 21:19
Benutzerbild von saluki87w
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Beiträge: 579
Ausrufezeichen

ich denke, ich brauch dir nichts erzählen...du kennst ja die geschichte meiner cora ein wenig...
und ich hab dir erzählt, wie sehr ich immer noch an meiner entscheidung und vor allem dem verlust zu knabbern hab...
wie oft ich darüber nachdenke, ob ich richtig entschieden habe oder nicht...

die entscheidung kannst nur du treffen...nur du und deine nori werden wissen, wann es reicht...wann der zeitpunkt gekommen ist...

ich für mich kann nur im nachhinein sagen, ich bin froh, dass ich mir sozusagen einen termin gesetzt hatte...als wir feststellten, der zeitpunkt ist gekommen...cora hat aufgegeben, habe ich noch 2 tage für uns eingefordert...

damit sie diese überstand ohne größere schmerzen, gab ich ihr also schmerzmittel

ich konnte mich auf den entgültigen abschied einstellen...ich wusste, wann es wirklich so weit sein würde...
und ich hatte noch 2 wunderschöne tage, um mich von meiner geliebten cora zu verabschieden...
ich weiß nicht, ob es richtig war, aber ich bin froh, dass es so geschah...
und so liess ich meine cora am 21.9.2009 über die RBB gehen...
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  #5 (permalink)  
Alt 15.09.2010, 21:20
Benutzerbild von nimm2
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Liebe Daniela

Deine Erzählung ist sehr berührend.

Es fehlt mir an Erfahrung mit deiner Situation, meine, unsere Tiere starben alle einen plötzlichen Tod. Deine Fragen haben sich uns so nie gestellt.

Und ich kann nichts dazu sagen, was du nicht selber weisst oder spürst.

Ich denke einfach an dich und wünsche dir die richtige Entscheidung, wenn du sie brauchst.
__________________
Herzlichst, Susann
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Alt 15.09.2010, 22:10
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Liebe Daniela,
es tut mir sehr leid, dass es Nori so schlecht geht und dass du nun vor der Entscheidung stehst, sie gehen zu lassen.
Es ist die schwierigste Entscheidung überhaupt.

Selbst wenn alle medizinischen Diagnosen und Prognosen eindeutig sind, selbst wenn dein Verstand dir sagt, du musst sie erlösen - selbst dann ist diese Entscheidung eine eigentlich unmenschliche Last.

Und doch, liebe Daniela, ich bin mir sicher, dass du es spüren wirst, dass dein Herz, dein Gefühl, dein Gespür dir deutlich sagen wird, wann für Nori der richtige Zeitpunkt ist.

In den Wochen, die ich dich jetzt hier im Forum als meine "Trauer-Helferin" erlebt habe, habe ich eine Frau erlebt, die sehr einfühlsamm ist, mit einer besonders ausgeprägten Intuition das zu erfassen, was zwischen den Zeilen steht...
Und diese Fähigkeit, diese Intuition, zu spüren was Nori dir jetzt sagt, ob sie noch leben will oder nicht, die hast du!
Denn deine Liebe zu Nori, die sagt dir, was für sie richtig ist.


Ich bin in Gedanken bei dir und ich schicke dir und deinen Lieben ganz viel Kraft!
Carola
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  #7 (permalink)  
Alt 15.09.2010, 22:47
Benutzerbild von mausilla
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Es tut mir so leid für Euch und ich kann Deine Situation mitfühlen.
Uns geht es ähnlich mit den beiden alten Hunden.
Vor allem Lea wird auch nur noch schmerzfrei gehalten, im Moment denke ich, das ist richtig.

Dadurch hat sie immer noch Freude an unsern (mittlerweile kurzen) Spaziergängen.
Und solange der Hund noch dieses "leuchten in den Augen" hat, denke ich, da ist noch Freude und Lebenswille.

Ich meine, es ist richtig, was Du tust. Ich wünsche Euch noch Zeit miteinander, solange es eben geht.

(und ganz ehrlich gesagt, wünsche ich mir und jedem HH, das sein Hund einfach irgendwann einschläft, dass ich nicht als Mensch diese Entscheidung den Hund gehen zu lassen, treffen muss)
__________________
LG Verena und die Rentnergang


Hundebändigerin und Katzensklavin
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  #8 (permalink)  
Alt 16.09.2010, 05:30
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Liebe Daniela- ich drücke Dich und kann mich so in Deine Situation hinein versetzen- vor fast 10 Jahren standen wir auch vor der Entscheidung und ich werde das Gefühl dieser Tage nie vergessen. Ein wichtiger Aspekt ist schon hier geschrieben worden- je länger der quälende Zustand unseres geliebten Hundes dauert, desto mehr "gewöhnen" wir uns daran und wir wolllen vielleicht auch nicht sehen, wie sich unser Hund wirklich fühlt. Die besten Schmerzmittel, die u.U. ja auch wieder Nebenwirkungen haben, ändern nichts wirklich. Jeder muss seinen Weg finden, zu einer Entscheidung zu kommen und Du wirst bestimmt den richtigen Moment für Nori sehen- das wünsche ich Dir von ganzem Herzen. Unsere Trauer müssen wir zurückstellen- dem Hund zuliebe.
Liebe Grüße
Ingrid
__________________
www.hilfe-fuer-hundehalter.de
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  #9 (permalink)  
Alt 16.09.2010, 09:59
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Guten Morgen,

Paul´s Vorgänger war ein Labrador - Cocker Mix, den ich mit 17 Jahren von meinem "ersten richtigen Freund" geschenkt bekam (2 Jahre später starb mein Freund an einem epileptischen Anfall, als Erinnerung blieb mir nur dieser Hund, eine alte Jeansjacke und ein paar Foto´s).
"Taps" war überall mit dabei, bei meinen ersten Fahrstd. saß er hinten im Auto auf der Rückbank, die erste Wohnung hat er mitbesichtigt, bei der Arbeit lag er immer unter der Anmeldung bzw. durfte teilweise mit in die Behandlungsräume. Er war zu 95% immer an meiner Seite und so mancher Freund mußte wegen ihm das Feld räumen.
Bei unserer Hochzeit hat er im Auto vorm Standesamt gewartet (da er damals schon uralt war u. nicht lange warten sollte, wollten wir "kürzeste Trauung aller Zeiten", deshalb waren wir auch nach etwa 15 min. wieder draußen).
Als mein Mann mich nach der Geburt unserer ersten Tochter aus dem Krankenhaus abholte, sind wir direkt zu meiner Mutter gefahren um dort den Hund abzuholen ( habe ihn ehrlich gesagt mehr vermißt als meinen Mann ).
Ich kann garnicht sagen wie sehr ich an diesem Hund hing!
Er war herzkrank, seit er 6 Jahre alt war, hatte fast jeden heißen Sommer Wasser in der Lunge und als er dann richtig alt war stellte meine ehemalige Chefin einen Darmtumor fest ( der aber aufgrund seines Alters inoperabel war ).
Schließlich dann, als er schon 17 1/2 Jahre alt war, kam der Tag an dem wir für eine Gassirunde die normalerweise 30 min. dauert fast 2 1/2 Std. brauchten. Er lief nur in gebückter Halter, preßte unentwegt, hockte sich alle 2min. hin und es kam nur noch Blut.
Das war der Punkt wo ich genau wußte, mein "allerbester Freund auf dieser Welt" hat kein schönes Hundeleben mehr, ich habe dann sofort in der Praxis angerufen u. bin nachmittags mit ihm hin damit er in meinen Armen einschlafen konnte .
Diesen letzten Weg bin ich auch ganz bewußt ohne meinen Mann ganz allein mit ihm gegangen, er hatte mich mein halbes Leben lang begleitet und das war ich ihm einfach schuldig.
Die Kleidung, die ich an diesem Tag anhatte, habe ich nie mehr anziehen können weil ich immer das Gefühl hatte, alles riecht nach Tod (ich schmiß alles weg, unter anderem einen nagelneuen Mantel für über 200,-€).
Meine Tochter drehte sich bei jedem Spaziergang immer im Kinderwagen um u. suchte den Hund, ich hörte noch Wochen später ständig sein Halsband klimpern, hörte wie er bei uns im Haus über den Steinfußboden "klackerte beim laufen", hatte immer das Gefühl ihn gerade erst gestreichelt zu haben....es war der Horror!
Nächsten Monat ist es 4 Jahre her, daß er gestorben ist und heute noch kommen mir die Tränen bei dieser Erzählung bzw. auch wenn ich einen Hund sehe der ihm sehr ähnlich sieht.

Du wirst ganz genau merken, wenn es soweit ist, da bin ich mir sicher.....und ja, es wird irre weh tun . Aber zum Glück haben wir als Herrchen o. Frauchen die Möglichkeit, unseren "tierischen Gefährten" unsägliches Leid und Schmerzen zu ersparen und das tröstet ein wenig über den Verlust hinweg.

Lieben und auch gerade sehr traurigen verheulten Gruß,

Stephanie
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  #10 (permalink)  
Alt 16.09.2010, 20:16
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Beiträge: 15
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Das tut mir sehr sehr leid........und macht

uns unsagbar traurig............


In Stillen Gedanken.........



Resy & Martin & Mailin

Geändert von mailin (16.09.2010 um 20:55 Uhr).
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