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Hi ihr!
Ein Monat ist jetzt vergangen, und der Schmerz, die Trauer, das Vermissen sind einfach da. Das wird nicht weniger, tritt auch nicht wirklich in den Hintergrund - ich lerne bislang höchstens, diese Gefühle "zu integrieren", sie gehören jetzt einfach zu mir. Meine Maus ist in meinen Gedanken immer bei mir, und mir fallen plötzlich wieder so viele Situationen aus den vergangenen 13 Jahren ein, an die ich schon ewig nicht mehr gedacht habe… Nur leider tun diese Bilder höllisch weh. – Bis das einfach schöne Erinnerungen sind, werden wohl noch einige Monate vergehen… Ich finde es übrigens erstaunlich, wie oft ich gefragt werde, ob ich mir einen neuen Hund anschaffen will: "Ach, das tut mir leid, dass ihr Hund tot ist. Und, wollen sie jetzt wieder einen?" - Das sind Nicht-Hundehalter, die das fragen, aber diese Menschen haben allesamt bestimmt auch schon Verluste erlebt..., - ob denen diese Frage in Bezug auf ihren Verlust wohl auch gestellt wurde... wahrscheinlich eher nicht... Ich werd´ (noch) nicht patzig, wenn ich das gefragt werde, denn ich glaube, der Grund für diese Frage ist wohl eher Gedanken- oder Hilflosigkeit - aber eigenartig ist die Frage schon, oder?... Was übrigens für mich hilfreich ist, das ist das Lesen, der einschlägigen „Tierverlust-Literatur“. Da gibt es auf dem deutschen Markt zwar wenige – aber doch sehr gute und einfühlsam geschriebene Bücher. Und Fotos helfen, Fotos von meiner Maus, auf denen ich ihn einfach ansehen kann… Und ich hab´ auf YouTube ein (englisch untertiteltes) Video entdeckt, das natürlich kitschig ist… – und trotzdem finde ich es wunderschön. Es heißt „Til then“: YouTube - Til then Ein lieber Gruß |
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Liebe Daniela,
hab´ vielen Dank für deine Antwort. Was meinst du mit: "Wenn ich Deinen Beitrag lese, dann weiß ich, dass Du Deine Trauerarbeit noch nicht geleistet hast..." ? Ich habe in meinem gesamten Leben noch nie so viel geweint...... denn die Gefühle, die der Tod meiner Maus in mir ausgelöst hat, die kann ich gar nicht unterdrücken, selbst wenn ich das wollte. Das ist ein ganz neues Erlebnis für mich, denn ich war bislang - nach außen - ein kontrollierter Mensch. Öffentliches Heulen gehörte immer zu dem, was ich vermieden hab... - Das ist jetzt vorbei. Macht nichts. Ist eben so. Er, mein Hund, ist das auch wert. Genauso wie ich - durchaus bewußt - öffentlich zeigen konnte, wie lieb ich ihn hatte, wie wichtig er mir war, zeige ich jetzt - ohne dass ich das "abstellen" könnte, wie traurig ich bin, dass er nicht mehr lebt. Wenn ich sage, ich hab´ den Schmerz "integriert", dann heißt das einfach, dass mich der Schmerz im Griff hat. Ich lebe zur Zeit damit, weil ich nicht weiß, wie ich sonst damit umgehen könnte. Und ich habe ein schlechtes Gewissen meiner Maus gegenüber, dass ich nicht stärker bin und ihn jetzt - im Tod - nicht loslassen kann, sondern sogar wer weiß was dafür geben würde, ihn wieder zu bekommen. Wenn ein "Einzelhund" geht und ein "Einzelmensch" zurück bleibt, dann ist da einfach nur eine unbeschreiblich große Leere. Und Menschen, die mich jetzt fragen, ob ich wieder einen Hund haben will, die mögen diese Frage so lieb meinen, wie´s nur geht... Ich empfinde sie im Moment als verletzend, - denn das ist leider eine gemeine Folge der Trauer: man - bzw. ich - werd´ dadurch empfindlicher und verletzlicher. Ich grüße dich und ich danke dir für deine guten Wünsche |
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Ach mensch, bis der Schmerz vergeht kann es so furchbar lange dauern!
Mein alter Ritter und Held ist fast auf den Tag genau 2 Jahre tot.Er hatte ein langes und gutes Leben und in den 16 1/2 gemeinsamen Jahren waren wir nur einmal 3 Tage voneinander getrennt.Wenn ich an ihn denke, dann wird mein Hals eng, es schmeckt bitter im Mund und die Tränen kommen - und trotzdem bin ich über die Maßen glücklich und froh über Tomte, der seit einem Jahr mein Leben begleitet und unglaublich toll ist. Ich denke, Du wirst lernen , daß beides ins Leben hineinpasst, die Trauer und dennoch das Glück und das Lachen. So, als ob dein Lebensbuch immer voller geschrieben wird. Es muß nicht das Eine verblassen um dem Anderen Raum zu geben, es sind Seiten genug für alles! Und mich würde das auch anfassen, wenn ich so angesprochen würde. Das scheint immer die Traurigkeit und den Verlust auf " ist doch nur ein Hund, hol dir halt einen Neuen" zu reduzieren.
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Ohne meinen Hund wäre ich wie taub und blind - er zeigt mir Dinge, die sich meiner Wahrnehmung verbergen. |
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Hallo Ihr Lieben!
Ich bin ja mit Nori ganz konkret in dieser "Abschiedssituation" und ich weiß eines ganz, ganz sicher: Wenn sie geht, nimmt sie einen Teil von mir mit. Aber: Trauer, Tränen und tiefer Schmerz gehören immer dann dazu, wenn man etwas gehen lassen muss, was man am Liebsten für immer halten möchte. Wie würden unsere Hunde das betrachten? Eher neutral und tief dankbar dafür, dass sie einen so großen Platz in unserem Leben einnehmen durften und auch weiterhin behalten. Sie würden aber auch mit großer Sorge diesen Schmerz von uns betrachten. Sie wollten für uns immer nur eins: Das wir mit ihnen glücklich sind. So würden sie das Gefühl haben, uns Leid zuzufügen, indem sie uns diesen Schmerz des Verlustes "zumuten". @ DogGirl Hast Du mal versucht, alle Erlebnisse, die Du mit Deinem Hund hattest zu Papier zu bringen? Schreib einfach mal auf, wie Du ihn bekommen hast, Wie war die erste Zeit mit ihm? Das erste Jahr? Wo waren Probleme und wo war er besonders großartig? Wie war das Ende? Vor allem aber: Wie war die Zeit und die Jahre zwischendrin? Es hilft ganz, ganz doll, wenn man sich die Seele "freischreibt". Man reinigt den Kopf und schafft zeitgleich eine Fülle wundervoller Erinnerungen für die Ewigkeit, denn alles, was Du geschrieben hast, wird in ein paar Jahren eine tiefe Erinnerungsspur sein, der Du immer folgen kannst. Es ist sozusagen eine "Therapie" zur Trauerbewältigung. Es kann auch hilfreich sein, sich irgendwo einen Wurf Welpen anzuschauen. Sich zu verinnerlichen, dass ein Kreis geschlossen wurde mit dem Tod des eigenen Hundes. Einer geht und einer kommt. Einer schafft Platz und ein neues Wesen braucht genau diesen Platz, um sich entfalten zu können. Es gibt einen Vers, den ich sehr liebe und der es verdeutlicht: Für diejenigen, die endlich Frieden mit sich selbst gefunden und das Wesen der Sterblichkeit begriffen haben, wird die Zeit zu einem stillen Begleiter, einem kostbaren Besitz, einer Erinnerung daran, jeden Moment unseres Lebens auszukosten, ohne ihn für selbstverständlich zu nehmen. Ich wünsche Dir die Kraft, die Erinnerungen in Liebe anzunehmen. Aber vor allem wünsche ich Dir die Kraft, loslassen zu können. Du schreibst, dass Du allein bist! Also auch allein mit Deinem Schmerz und allein mit Deinen Gedanken! Du bist mutig - wer diesen Weg wählt ist stark. Wer diesen Weg aufgezwungen bekommt, der wird stark! Du wirst es schaffen! Liebe Grüße Daniela mit Kara, Nori und Abby
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Um wirklich glücklich zu sein, muss man lernen, die universellen Prinzipien, die das Leben als solches aufstellt, zu respektieren und zu akzeptieren. |
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...liebes Dog Girl,
bei mir hat es ZWEI Jahre gedauert, bis ich wieder für ein neues Haustier bereit war!! für mich war das (fast) wie ein Kind, das gestorben ist,. und ich weiß, dass es bei Garminito irgendwann genau so sein wird... mich konnte letztes Jahr zum einjährigen Todestag keiner ansprechen, ich bin in Tränen ausgebrochen... tagsüber ging das, aber wenn ich abends daheim war,,,ganz schlimm.... eigentlich bin ich eine toughe berufstätige Frau Mitte 40 mit schwierigem egoistischem Ehemann, mit vielen schlimmen Erlebnissen (meine Eltern meinen oft, das reiche für drei Leben...), aber ich denke, gerade WEIL man im normalen Alltag seine Frau steht und teilweise so hart kämpfen muss, und dabei seine Liebe einem Seelchen schenkt...das tut genau deshalb einfach so gut. und ist meiner Meinung nach eine wichtige soziale emotionale Komponente im Leben! Und dieses Seelchen gibt soooo unendlich viel, ohne etwas zurück zu fordern (ANDERS als EHEMÄNNER; Mütter, Kinder...oder??? das füttern usw. ist doch keine Arbeit und das Gassi Gehen ist für uns gesund und bereichert das leben), und wenn es nicht mehr da ist....fehlt das Stück vom Herz. dieses 'Mein schatz-mein-ein-und-alles-immer-für-mich-da-gefühl... ich rieche und fühle teilweise heute noch Anyas Pfötchen, ihr Fell... aber es tut nicht mehr weh. zuerst dachte ich, dass sie sauer sei, dass ich nun EINEN HUND habe... aber dem ist nicht so. ich habe das Gefühl, sie findet das gut, dass ich nicht mehr alleine bin (auch verheiratet kann man alleine sein...aber das ist ein anderes Thema...) kümmere Dich nicht darum, was andere sagen. Zünde kerzen an, wie du magst! suche den geistigen Kontakt (jaaahaa ich weiss, es gibt keine Geister...ich finde, es gibt sie wohl!!!) und versuche ihre Nähe zu spüren. DAS ist auch Verarbeitung von Trauer. es ist DEINE Trauer, sie geht nur Dich was an. ich drücke dich ganz fest (unbekanterweise), ich kann dich nur zu gut verstehen! Anyachrissi |
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Zitat:
Ich glaube, es ist schon etwas anderes, wenn man noch andere Hunde hat oder eine Familie (im Haushalt), die auch Bedürfnisse haben / durch die man abgelenkt wird. Für einen "Einzelmensch" ist es besonders schwer, weil der Alltag sich völlig verändert (keine Rituale mehr etc.). Mit einem Hund ist der Tag strukturiert, jetzt "bleiert" man so vor sich hin. Mir würde es sicher ähnlich gehen und das macht es noch schwerer (womit ich nicht sagen will, dass andere nicht genau so trauern). Letztlich ist man jetzt zuhause allein... Das ist jetzt kein Trost, macht aber vielleicht verständlich, warum es Dir so sehr schwerfällt. Ich finde, Du machst es richtig: die Trauer rauslassen! Alles Gute für Dich!
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Liebe Grüße Uta & Filou |
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DogGirl,
auch ich verstehe Dich nur zu gut! Es dauert sehr lange, die Trauer zu bewältigen! Ich war sehr froh, das wir unsere Rena schon hatten, als unser Jessie zur Regenbogenbrücke gegangen ist! Ich denke, die Leute, die Dir zu einem neun "Gefährten" raten, meinen es nicht böse! Sie wollen Dir vieleicht nur einen Weg aus der Traurigkeit zeigen! Mir hat es sehr geholfen, das ich hier Gleichgesinnte hatte, die mich, durch ihr Verständniss und ihre Anwesendheit wieder aufgebaut haben! Hier nochmals "Danke Euch allen"!! Wenn ein Hund von uns geht, würde er sicher folgendes Testament hinterlassen: Testament eines Hundes Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben. Ich würde auch solch ein Testament machen, wenn ich schreiben könnte. Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im liebenden Arm. Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht: "Nie wieder werde ich einen Hund haben, der Verlust tut viel zu weh!" Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus und gib ihm meinen Platz. Das ist mein Erbe. Die Liebe, die ich zurücklasse, ist alles, was ich geben kann. Ich drück Dich!!
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LG Ilo "Prinzessin" Rena, "Opi" Terry und Jessie im Herzen Das wenige, das du tun kannst, ist viel, wenn du nur irgendwo Schmerz und Weh und Angst von einem Wesen nimmst. (Albert Schweitzer) www.hunde-aus-manresa.cms4people.de |
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Ihr Lieben, die ihr hier (- wieder -) so herzlich und einfühlsam auf meine Trauer eingegangen seid:
Habt ALLE ganz vielen Dank ! Danke für eure hilfreichen Tipps, euer Verständnis, euer Mitfühlen und eure Wärme ! "In Liebe loslassen", das ist der Satz, der zurzeit mein "Leitsatz" ist. Und mit besseren und schlechteren Tagen bin ich (- hoffentlich -) auf ´nem guten Weg... Meine Maus ist und bleibt im Herzen bei mir. Und wenn ich irgendwann soweit bin, wieder einen Hund in mein Leben zu holen, dann lass ich euch das auf jeden Fall wissen! Nochmal: DANKE ! .......und beschmust eure Mäuse von mir! Geändert von DogGirl (13.09.2010 um 00:12 Uhr). |
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