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  #81 (permalink)  
Alt 25.03.2011, 19:21
Benutzerbild von woodyfan
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Registriert seit: 03.06.2007
Ort: Am schönen linken Niederrhein
Beiträge: 916
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Ich glaube, die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, ein Tier gehen zu lassen, hört nie auf. Unser Celsius, ein stattlicher Kater, wurde 18 Jahre alt. Das letzte Jahr war für ihn, und für uns, furchtbar. Er verlor oft die Orientierung, als Freigänger eine unglaubliche Einschränkung. Dann fing er an zu schreien, nachts besonders. Wir haben ein Jahr lang nicht mehr durchgeschlafen.
Bachblüten, Beruhigungsmittel, wir haben alles probiert. Fakt ist aber, wenn die Sinnesorgane nicht mehr richtig arbeiten, gibt es keine Therapie mehr.
Schweren Herzens haben wir ihn dann euthanasieren lassen, obwohl er ansonsten körperlich relativ fit war. Er hat aber unglaublich gelitten, und wir mit ihm.
Diese Entscheidung stellen wir heute noch manchmal in Frage. Der Verstand sagt"Ja" und das Gefühl "Nein".
Wenn wir Menschen über Tod oder Leben eines Tieres entscheiden können, bleiben Zweifel nicht aus.
__________________
LG, Karin
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  #82 (permalink)  
Alt 28.03.2011, 19:31
Benutzerbild von Labbifreundin
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Registriert seit: 29.01.2010
Ort: Willingen (Upland)
Beiträge: 415
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Nori ist jetzt ein halbes Jahr tot.
Natürlich stellt man sich auch dann noch viele Fragen, denn der Schmerz ist ja noch lange nicht vorüber.

Aber ich habe niemals am Zeitpunkt gezweifelt, sie gehen zu lassen.

Wenn man auf die Zeichen achten kann, wird der Zeitpunkt auch richtig sein. Ich halte rein gar nichts davon, ein Tier frühzeitig einschläfern zu lassen, um ihm "Leiden" zu ersparen. Auch ein Tier hat ein bestimmendes Recht darauf, einen eigenen Zeitpunkt zu finden, an dem es Hilfe möchte, oder eben auch nicht.

Ich denke mit viel Liebe, viel Schmerz und langsam einsetzender glücklicher Erinnerung an Nori zurück. Sie ließ sie gehen, weil sie es so wollte und weil meine Liebe größer war, als mein Egoismus.

Ihre Lücke ist da und sie wird nicht gefüllt. Noch nicht.

Ich habe aus den Erfahrungen mit ihr gelernt. Meine Sinne sind geschärft und ich werde/würde für meine anderen Hunde niemals anders handeln.

Der schwerste Schritt ist letztlich, über seine eigene egoistische Liebe wegsteigen zu können. Im klaren Sinn für das Tier zu entscheiden. Unnötiges Leiden sicher zu verhindern, dabei aber die Akzeptanz zu haben, dem Tier eine Entscheidung zu lassen.

Liebe Grüße
Daniela mit Kara, Abby und Nori immer im Herzen
__________________
Um wirklich glücklich zu sein, muss man lernen, die universellen Prinzipien, die das Leben als solches aufstellt, zu respektieren und zu akzeptieren.
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  #83 (permalink)  
Alt 29.03.2011, 11:27
Benutzerbild von Mydog
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Registriert seit: 17.05.2007
Beiträge: 1.053
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Ich habe vor zwei Jahren meine 16 jährige Hündin einschläfern lassen. Sie war schon seit einigen Monaten sehr dement, hatte große Orientierungsschwierigkeiten und war auch inkontinent. Sie hatte jedoch keine Schmerzen und ich hatte auch nie das Gefühl, daß sie des Lebens überdrüssig war. Sie nahm noch Kontakt zu mir auf, schnupperte draussen interessiert, fraß gerne und trank.
Sicher waren diese Monate auch für sie nicht einfach, aber ich hatte nie das Gefühl, daß der Zeitpunkt da ist, daß sie gehen will.

Und dann eines Tages kam sie nicht mehr zur Ruhe, drehte sich viel im Kreis, konnte sich aber nicht hinlegen, kaum noch schlafen. Ich habe nur ein paar Tage lang versucht, ob ich den Zustand noch verbessern kann, war 24 Stunden an ihrer Seite, habe sie immer wieder zum Schlafen hingelegt. Es trat aber keine Verbesserung mehr ein und ich war mir ganz sicher, daß sie nicht mehr wollte, das Leben ihr zur Last wurde.

Der TA kam zu uns nach Hause und sie schlief in meinen Armen ein. Das letzte, was sie spürte, waren meine Hände, die ihr Köpfchen hielten und der Kuß, den ich ihr gab.
Daran, daß es der richtige Zeitpunkt war, habe ich irgendwie nie gezweifelt. Ich habe ihr nicht alles "Leiden" erspart. Es ging ihr in den Monaten davor sicher auch an Tagen nicht gut. Aber der Punkt, sie gehen zu lassen, war dann doch ganz klar.
__________________
Viele Grüße
Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen

Geändert von Mydog (29.03.2011 um 11:32 Uhr).
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  #84 (permalink)  
Alt 31.03.2011, 17:18
Benutzerbild von Labbifreundin
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Registriert seit: 29.01.2010
Ort: Willingen (Upland)
Beiträge: 415
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@ Petra

Dass, was Du mit "Schäfchen" schilderst, ist genau das, was ich meine *danke* .

Auch ein beschwerliches Leben kann ein gutes Leben bedeuten. Aber Deine Maus hat Dir gesagt: Jetzt gehts einfach nicht mehr! Auch symbolisch "ich will zur Ruhe kommen und drehe mich doch nur im Kreise - hilf mir.
Du hast mit absoluter Sicherheit den besten Zeitpunkt getroffen, Deinem Hund zu helfen und... Du warst bis zum Ende bei ihr und hast sie gehalten und ihr auf den Weg geholfen. Ein schönes und liebes Gefühl für Dein Tier. Eine wunderbare Leistung von Dir für Deinen Hund ! Sie wird es Dir danken...!

Nie im Leben fiel mir etwas schwerer, als Nori gehen zu lassen. Ich habe tagelang gegen meinen Egiosmus gekämpft und gegen den kleinen Teufel in meinem Kopf, der mir immer wieder sagen wollte: Du kannst sie noch ein wenig behalten - tue es...!

Dieser Kampf wird beim nächsten Hund wieder ganz genauso sein. Wir lieben sie so sehr und wir können uns ein Leben ohne sie nur so schwer vorstellen, denn es ist grausam und es ist nicht leicht. Aber wenn man ganz, ganz fest für die Liebe des Tieres *DANKE* sagen will, dann muss man immer wieder bereit sein, sich dem Kampf der Entscheidung zu stellen - zum Wohle des Tieres.

Liebe Grüße
Daniela mit Kaa, Abby und Nori immer in unseren Herzen und bei uns
__________________
Um wirklich glücklich zu sein, muss man lernen, die universellen Prinzipien, die das Leben als solches aufstellt, zu respektieren und zu akzeptieren.
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  #85 (permalink)  
Alt 25.04.2011, 14:13
Benutzerbild von Ziva
Benutzer
 
Registriert seit: 13.02.2011
Beiträge: 44
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jetzt stehen mir auch die Tränen in den Augen.
Wir sitzen hier alle im gleichen Boot und früher oder später......
__________________
Grüße von Ziva

Geändert von Ziva (25.04.2011 um 14:15 Uhr).
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