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  #1 (permalink)  
Alt 26.02.2010, 20:13
Benutzerbild von Labbifreundin
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Meine Gedanken kreisen und ich muss es loswerden. Eigentlich brauche ich auch ein wenig Hilfe, denn ich bin so ohnmächtig!

Meine braune Hündin Nori hatte bei der letzten Routineuntersuchung ein verdammt schlechtes Kardio-Screen. Vorgestern hatten wir dann einen Termin bei einer Kardiologin in der Tierklinik in Ahlen/Westf..

Die Werte sprachen für eine schwere Erkrankung und leider hat sich diese Vermutung im schrecklichsten Umfang bewahrheitet.

Nori hat ein riesiges Loch in der einen Herzklappe. Dadurch fließen große Mengen Blut nicht mehr in den üblichen Kreislauf, sondern in die Herzkammer. Die Kammer ist riesig erweitert und die Außenwände des Herzens sind unnatürlich dünn. Das Herz hat eine viel zu schlechte Pumpleistung und die Arterien sind zu eng.
Nori wird daran sterben und es wird wohl auch nicht mehr lange dauern.

Die Kardiologin war erstaunt, dass sie in diesem Zustand überhaupt noch lebt. Hätte die Untersuchung mit dem Kardio-Screen nicht stattgefunden, wäre der Hund vermutlich in 3-4 Monaten tot gewesen.
Die Wasseransammlungen beschränken sich noch auf einen dezenten Rahmen im Bauchraum. Geht das Wasser in die Lunge, steht das Ende dann bevor. Man kann es nur leicht verzögern, indem man Entwässerungstabletten gibt. Aufhalten kann man aber nichts mehr.

Prognose im Moment? Vielleicht noch ein Jahr bei den Medikamenten, die Nori jetzt bekommt. Aber es kann auch ganz deutlich schneller gehen. Es gibt den Verdacht, dass das Loch im Herzen sich vergrößert und die Krankheit schnell fortschreitend ist.

Ich führe jetzt täglich ein sog. Atem-Tagebuch. Es wird mir darüber Aufschlusss geben, wann das Wasser in der Lunge ist.

Ich bin seit dem Termin in der Klinik völlig durch den Wind. Nori ist meine Herzenshündin. Sie hat ein so schweres Leben hinter sich und wir haben sie erst seit knapp drei Jahren. Sie hat so viel gelernt und ist wunderbar und großartig.

Wer von Euch kennt eine solche Situation und kann mir sagen, wie man an diesen Abschied herangeht? Meine Gedanken kreisen momentan nur um Nori. Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen. Ich packe sie nicht in Watte, sondern sehe zu, dass sie vorerst weiterhin ein "normales" Leben führt, wie sie es gewohnt ist.

Wenn ich merke, dass sie müde ist und nur liegt, gönne ich ihr die Ruhe und verwöhne sie ein wenig. Wenn ich aber in ihre Augen schaue, dann habe ich das Gefühl, ich würde sie verraten.

Wenn Ihr das kennt, sagt mir bitte, wie Ihr solch eine Diagnose verarbeitet habt und wie man damit umgehen kann. Momentan stehe ich mit dem Gesicht zur Wand!

Danke!
Daniela
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Um wirklich glücklich zu sein, muss man lernen, die universellen Prinzipien, die das Leben als solches aufstellt, zu respektieren und zu akzeptieren.
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Alt 26.02.2010, 20:31
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Mensch Daniela.
Das gleiche haben wir letztes Jahr mit meinem Kater durchgemacht.
Wir konnten uns nur gegenseitig unterstützen.
Du schriebst wenn du in ihre Augen schaust, dann..
Ich kann das leider nur zu gut verstehen.
Uns hat es einfach geholfen, dass wir unseren alten Menneken das beste und vor allem sinnvollste an medizinischer Unterstützung gaben.
Fühle dich gedrückt und verstanden.
Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit!
Denke daran, dass ihr euren Hund schon einmal helfen konntet.
Er hat jetzt euch mehr geht nicht.
Grüsse von Jacqueline
__________________
Hunde sind begeisterte und hochpräzise Mitarbeiter, wenn wir sie lehren, dass ihre Mitarbeit geschätzt und honoriert wird.
Nina Miodragovic
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  #3 (permalink)  
Alt 26.02.2010, 20:33
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Hallo Daniela,

das tut mir wirklich sehr leid......

Du fragtest nach Erfahrungen: Mein Dobermannrüde ist im November vergangenen Jahres an DCM (Dilatative Kardiomyopathie) gestorben. Im August hatte er auf einmal abends ein bisschen gehustet, die darauf folgenden Untersuchungen ergaben diese Diagnose. Wir haben unseren Martin ganz normal weiter leben lassen und es gab auch keine Umstellungen, denn diese hätten sein Leben beeinträchtigt, aber keine Zeit gewonnen. Er bekam u.a. entwässernde Medikamente, weil er relativ schnell Wasser in den Lungen hatte und damit haben wir ihm noch ein wenig Zeit schenken können, bis es soweit war.

Auch wenn es wirklich schwer ist, aber Du musst Deine Hündin genau beobachten und im Zweifelsfall in regelmässigen Abständen zum EKG/Röntgen, damit der Hund durch Wasser in den Lungen womöglich nicht erstickt.

Es bleibt leider nichts, als Dir Mut zu machen und zu wünschen, dass Du die Kraft dafür wirst aufbringen können, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Mit Dir sehr traurig
Sabine
__________________
Dobermann-Rescue HUNGARIA e.V. / www.dr-h.org
------------------------------------------------------------
"Ich habe den Eindruck, dass der Begriff
"Tierschützer" keine Menschen beschreibt,
die Tiere schützen, sondern eher einen
zunehmend krankhaften Geisteszustand"
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Alt 26.02.2010, 21:13
Benutzerbild von Nett-Man
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Hallo Daniela, nur Mut!

Herzklappenoperation sind heute auch bei Hunden möglich. ich meine mal gelesen zu haben, dass das mit die häufigsten Operationen neben der Behebung von erblichen oder angezüchteten Defekten sind.

Google doch mal unter Hund > Herzklappeninsuffizienz, Mitralinsuffizienz, Mitralklappeninsuffizienz
__________________
Gruß aus Hamburg
Ralf


"Auf der Suche nach dem Glück, stellte sich heraus, das Glück sieht aus wie ein Hund!"
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  #5 (permalink)  
Alt 26.02.2010, 21:16
Benutzerbild von ilo-gartrop
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Ort: NRW, Hünxe-Gartrop
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Hallo Daniela,
ich fühle mit Dir!
Bei unserm Jessie war es ähnlich... wir wußten, woauf es hinaus lief. Wir haben aber alles so "normal" wie möglich gemacht und ihm wenn nötig mit Medis geholfen. Natürlich wurde er mehr verwöhnt (noch mehr) und er hat es genossen. An seinem letzten Tag haben wir noch nachmittags einen großen Spaziergang mit seiner Freundin gemacht (er hat auch noch mit ihr gespielt) und er hat ein großes stück von seiner geliebten Fleischwurst verputzt. Wir hatten da schon den Termin für abends, bei unserer TA.... mir wars den ganzen Tag echt zum heulen... habe aber versucht, es mir nicht anmerken zu lassen und ihn wie immer bespasst. Da Jessie immer gern Auto gefahren ist, hat unsere TA ihn in unserem Auto, in meinen Armen "erlöst"! Ich habe ihn mitgenommen und ihm einen schönen Platz in unsrem Wäldchen gegeben.
Wir haben all die Hundis, die, wenn auch manchmal nur noch ein paar Monate, die sie bei uns verbrachten geliebt und sie auf Ihren Wegen begleitet. Aber manchmal ist da ein "Knuddel" dabei, den liebst Du noch mehr und er wird auch immer was ganz besonderes für Dich sein.
Du hilfst Deiner Süßen doch jeden Tag, allein dadurch, das Du da bist und Du wirst das richtige, zur richtigen Zeit tuen, weil Du sie liebst! Sie hatte wenigstens noch diese Zeit, voller liebe bei Euch!!!
Fühl Dich ganz fest gedrückt!
__________________
LG Ilo "Prinzessin" Rena, "Opi" Terry und Jessie im Herzen


Das wenige, das du tun kannst, ist viel,
wenn du nur irgendwo Schmerz und Weh
und Angst von einem Wesen nimmst.
(Albert Schweitzer)

www.hunde-aus-manresa.cms4people.de

Geändert von ilo-gartrop (26.02.2010 um 21:25 Uhr).
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  #6 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 01:42
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Hallo Daniela,

fühlt Euch umarmt in der augenblicklichen Situation.


Uns hatte man vor die Wahl gestellt : .... Ihren Hund müssen Sie dann rechtzeitig einschläfern, wegen des Tumores, und ......... .

Grausam, wenn man bei jeder Bewegung des Hundes, denkt...bitte bleib noch klar im Kopf..... bleib noch.... !
Und dann, die 2. Diagnose das er nur blind ist und "NIX von Tumor"!

Habe gleich wieder das Herzklopfen, wenn ich nur daran zurück denke.

Unser GROßER ist nur total blind, aber er lebt vorzüglich damit!

Wünsche mir das für Euch eine ÄHNLICHE WENDUNG ergibt!!!

Denken ganz Lieb an Euch, und Hundi ganzlieb von uns auch knuddeln.

__________________
Meint,

FREUDIG # LEISE # KONSEQUENT


hundeversteher-nrw


-------------------------------------------

HUNDE sind doch die besseren Menschen ; man muss nur richtig hinschauen um es erkennen zu wollen.
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  #7 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 09:22
Benutzerbild von Labbifan
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Standard Tränen

Hallo Daniela,

ich kann Dir so gut nachempfinden...weiß, wie es in Dir aussieht...im letzten Jahr, April 2009, fing unser Paulemann an zu humpeln. Da er Arthrose hat, sind wir zum Doc, um wieder eine Akkupunktur zu machen. Doch dieses mal half es nichts. Dann wurde er geröngt und es war eindeutig, auch ohne jeder Biopsie: Paul hatte Knochenkrebs.
7 Jahre alt war der Bursche.
Mein Mann und ich sind gänzlich zusammengebrochen.

Bis zu seinem Tod hat Paul noch 3 1/2 Monte gelebt. Mit Schmerzmedis und Cortison hatte er noch 3 Monate eine gute Lebensqualität.

In dieser Zeit, liebe Daniela, hatte er für alles Narrenfreiheit. Er durfte wieder Kaninchen jagen. Die leckersten Leckereien bekam er. Jeder Spaziergang mit ihm war sooo intensiv, dass mir die Luft zum Atmen fehlt, wenn ich nur daran zurück denke.

Ich habe viel mit ihm geredet ...

Bis heute komme ich über den Verlust nicht weg.

Liebe Daniela! Ich wünsche Dir für die kommende Zeit viel Kraft und alles Liebe.
Du wirst alles richtig machen.

Herzliche Grüße
Gabi
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  #8 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 10:04
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Hallo all´ Ihr Lieben!

Ich danke Euch sehr!

Wir haben jetzt eigentlich schon viele Gedanken "durch"!
OP geht nicht. Eine komplette künstliche Herzklappe wäre sinnlos und Nori würde die OP nicht überstehen.
Haben uns eine weitere Meinung vom Tierarzt eingeholt. Wir müssen es einfach hinnehmen.
Wir machen es Nori jetzt einfach so schön und gemütlich wie es geht.
Noch hustet sie nicht viel. Eigentlich nur, wenn sie sich sehr erschreckt. Sie ist viel müde und gestern "wackelte" sie langsam auf dem Spaziergang hinter uns her. Also macht die ganze Truppe eine langsame Runde.
Die Atmung ist noch in normalen Werten manchmal aber sehr, sehr flach.

Ich hoffe sehr, dass wir sie noch eine Weile haben werden. Aber eins wissen wir jetzt schon: Quälen wird sie sich nicht. Wenn es beginnt sehr schlecht zu werden, lassen wir sie gehen. Ich habe hier eine großartige Tierärztin. Sie kommt Tag und Nacht und sie wird Nori - wenn es soweit ist - hier bei uns daheim, im Kreise ihres Rudels auf die letzte Reise schicken.

Ich bin so traurig und mein Kopf wird nicht leer.

DANKE Euch allen und liebe Grüße
Daniela
__________________
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  #9 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 11:41
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Oh man, das ist auch echt furchtbar traurig!
Aber du mußt dich nicht als Verräterin fühlen, bitte nicht!
Du bist ja eher die Verwalterin der letzten schönen gemeinsamen Tage.
Mein alter Hund hatte auch einen Herzfehler und sein letzter Sommer war so heiß und drückend und es war schwer ihn zu überzeugen, das auch ein kleiner Weg ok ist und nicht mehr die große Runde, die er nicht mehr geschafft hätte. Diese Blicke von ihm, die taten echt weh, Marke" warum ist es nicht wie immer?"
Fühl dich mal liebgehalten!
__________________
Ohne meinen Hund wäre ich wie taub und blind - er zeigt mir Dinge, die sich meiner Wahrnehmung verbergen.
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  #10 (permalink)  
Alt 27.02.2010, 12:28
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Ach Daniela, das ist wirklich fürchterlich traurig!

Tröstende Worte fallen mir da momentan nicht ein.. Ich musste letztes Jahr meine allererste Hündin, die mich seit ich 4 Jahre alt bin begleitet hat, einschläfern lassen!
Sie wurde glücklicherweise sehr alt, aber ich kann dir nur sagen, sei für deine Hündin da, verwöhne sie etwas, mach ihr ein schönes Leben.. Und sei wachsam, damit du den Moment nicht verpasst, indem du sie erlösen musst!
Ich habe das bei meinem Schatz auch getan und, glaube mir, es ist ein befreiendes Gefühl, dass dein Liebling nicht mehr leiden muss.. Ich hatte einfach das Gefühl, dass mein Hund es nicht verdient hatte am Schluss so zu leben!

Ich hoffe sehr, dass Nori noch lange Zeit mit guter Lebensqualität bei euch sein kann und ihr noch viel voneinander habt.. Ich arbeite im Herz-OP und weiß daher, dass viele Patienten trotz massiver Herzklappeninsuffizienz mit der richtigen Medikation und moderater Bewegung lange Zeit gut leben können!
Ich wünsche dir trotzdem, dass du den Moment erkennst, wenn es besser ist sich zu verabschieden..

Als mein Schatz gegangen ist, hat jemand hier aus dem Forum ein wunderschönes Gedicht gepostet, dass mich sehr berührt hat.. Schau mal:

Und wenn du stirbst, mein Freund,
dann würde ich gerne
deine Pfote halten,
wenn ich darf,
und deine Ängste nehmen,
wenn ich kann,
und auch dein Herz,
das schlagen will und mich
in jedem Augenblick
mit so viel Einzigartigem beschenkt hat.
Und wenn du stirbst, mein Freund,
dann würde ich gerne
wortlos sein, wie eine Schale,
die dein letztes Schnaufen fängt,
dein Schweigen, dein Leiden.

Und wenn du stirbst, mein Freund,
dann würde ich gerne
an deiner leeren Hülle sitzen,
noch eine Weile
einfach sitzen,
bis meine Kraft mir reicht,
um wegzugehen.
Und wenn du stirbst, mein Freund,
dann würde ich gerne
vielleicht in meinen Träumen
dein Neues, Großes Leuchten sehn.


Ich weiß, es ist arschtraurig, aber auch sehr schön..

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du nicht allein bist! Fühl dich umarmt..
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