Meine 19 Jahre alte Mischlingshündin hat seit Samstag das sogenannte Vestibularsyndrom.
Trat ganz plötzlich auf.. Der Hund konnte nicht mehr laufen, nicht mehr stehen und hielt den Kopf ganz schief! Wir befürchteten schon das Schlimmste und dachten an einen Schlaganfall..
Meine 15 Jahre alte Schwester hatte zu dem Zeitpunkt auf den Hund aufgepasst, der Rest der Familie kam erst montags wieder, so dass wir auch erst montags mit Tiffy beim Tierarzt waren..
Die Ärztin hat dann das "geriatrische Vestibularsyndrom" diagnostiziert (also eine massive Störung des Gleichgewichtssinns, die im Alter auftritt)..
Wir haben uns gemeinsam mit der Ärztin gegen eine umfassende Therapie entschieden, da wir diesen Stress unserer Maus nicht mehr antun wollen und sie hat eine einmalige Spritze zur Verbesserung der Hirn- und damit auch der Innenohrdurchblutung (hier sitzt das Gleichgewichtsorgan) bekommen.
Die Tierärztin meinte, sollte dies nicht binnen 24 Stunden helfen und die Symptome sich massiv bessern, wäre es das Beste Tiffy einschläfern zu lassen.
Meine Mutter war derselben Meinung und direkt dazu bereit. Ich allerdings habe zunächst mal online recherchiert und herausgefunden, dass sich dieses Syndrom innerhalb von max. zwei Wochen wieder zurückbildet und nur in seltenen Fällen leichte Schäden (meist eine Kopfschiefhaltung) zurückbleibt.
Obwohl ich Tiffys Zustand als sicherlich nicht lebenswert hielt, war ich nicht dazu bereit den Hund nach nur einem Tag einschläfern zu lassen!
Zum Glück hat die Spritze eine super Besserung gebracht.. Tiffy lief dienstags noch unsicher und fiel auch beim Pipi machen noch um, aber es war kein Vergleich mehr zu dem Tag davor.
Das Problem war außerdem, dass sie nichts fraß, da ihr schwindelig war und sie nicht aus dem Napf fressen konnte.. Habe sie aus der Hand mit Hühnchen und Reis gefüttert und sie hatte einen enormen Appetit!
Es hat sich bisher weiterhin gebessert und sie springt nun wieder aus dem Stand auf die Couch und herunter, frisst alleine aus dem Napf, hält den Kopf nicht mehr schief und räumt auch wieder in unbeobachteten Momenten den Müllereimer aus..
Allerdings läuft sie draußen sehr langsam, etwas gebückt und ich habe das Gefühl, dass sie keinen Spaß mehr am Gassi gehen hat. Die Treppen tragen wir sie meistens hoch und runter, weil sie oft davor steht und keinen Schritt vorwärts macht.. Drinnen ist das ganz anders.. Wenn ich heim komme freut sie sich wie Bolle, rutscht auf der Couch herum und sie hat ja auch Appetit ohne Ende!
Ich habe Angst den richtigen Zeitpunkt zu verpassen um sie zu erlösen.. Meine Mutter macht(e) mir ein ziemlich schlechtes Gewissen und meint, dass so ein Leben für einen Hund nicht lebenswert sei, aber ich bin der Meinung, dass man ihr erstmal die Chance geben muss sich wieder zu regenerieren und ihr nicht direkt einen Tag nach dem Arztbesuch mit der Diagnose Vestibularsyndrom die Todesspritze setzen darf, wenn in Fachbücher beschrieben ist, dass das Syndrom nach 1-2 Wochen in der Regel verschwindet..
Was meint ihr zu der ganzen Sache?
Hat jemand Erfahrung damit gemacht?
Wann würdet ihr euren alten Hund einschläfern? Gibt's da bestimmte Kriterien?
Bisher dachte ich immer, sobald der Hund nicht mehr alleine hochkommt, unter sich macht, keinen Appetit mehr hat, aber wenn ich die sonst so lebensfrohe Tiffy jetzt im Feld vor sich hin schleichen sehe, tut mir das schon ziemlich weh!
Ich will sie nicht leiden lassen, aber irgendwie denke ich auch, dass einfach nur alt und nicht mehr so beweglich sein alleine kein Einschläferungsgrund ist! Sie ist ja schmerzfrei und frisst auch gut..
Was meint ihr? Seid bitte ehrlich.. Mir geht's gar nicht gut momentan!