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Hallo!
Der Beitrag von Anyachrissi (?) hat mich dann mal wieder drüber nachdenken lassen ob man die Hunde mit oder ohne Leine laufen lassen sollte. Wie ich ja schon mal geschrieben habe lasse ich unseren Jack ja nur MIT Leine (kurze oder Schlepp 5 o. 10 m) laufen. Eben aus diesem Grund, dass er ja auf irgendwas reagiert, egal ob Mensch oder Tier oder fliegende Blätter und sich nicht abrufen lässt. Ihr arbeitet alle viel mit Euren Hunden, aber trotzdem gibt es immer mal wieder Situationen die man nicht kontrollieren kann und das finde ich schrecklich. Wie geht ihr damit um? Was konnten Eure Hunde bevor ihr sie abgeleint habt und wie alt waren sie da. Also unser ist jetzt ja 8 Mon. und ziemlich pupertär zur Zeit. In meiner HS gibt es auch eine Frau mit 'nem Goldie, die lässt ihn auch nicht von der SL, da er sich 'nur' zu 95 % abrufen lässt und sie die gleichen Ängste hat wie ich, also stehe ich nicht alleine da. Vor zwei Tagen habe ich noch von einer Hundebegegnung im dunkeln mitbekommen. Die beiden konnten sich vorher nicht sehen, kommen sich entgegen, beide um die Ecke und gehen sofort aufeinander los, aber heftig. Beide Herrchen brüllend dazwischen. Wahrscheinlich würde er nicht weglaufen, aber selbst auf Feldwegen kommt immer mal ein Auto. Und wie lauft ihr dann mit dem freilaufenden Hund? Geht ihr einfach Eures Weges, beobachtet zwar den Hund, beachtet ihn aber aktiv. Z.B. mit einem 'komm mit' 'komm weiter' Läuft der Hund vor oder bleibt er zurück? Fragen Fragen Fragen. Ich bin einfach zu schissig ihn loszumachen, ich möchte kontrollieren was er tut und das kann ich z. Zt. nur an der Leine. LG Daiana |
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Unsere Beiden waren relativ problemlose Freigänger, bis sie ca. 13-14 Monate alt waren: Schnurz entdeckte einen Hasen, Isa war ebenso daran interessiert - da war's vorbei mit dem "welpigen Hinterherdackeln".
Alles, was sie bis dahin gelernt hatten (Sachkundetraning und normale HuSchu) war einfach weg. Also gab's in den nächsten Monaten nur noch Schleppleine und neues Training in Grundgehorsam, zu Anfang mit professioneller Hilfe. Auch Zuhause mussten das Selbstbewusstsein der beiden Racker wieder auf ein vernünftiges Mass gebracht werden. Danach lief der Freilauf in geordneten Bahnen, mit Rückschlägen (Schnurz' Schnappen, wenn fremde Spaziergänger unsere Wege kreuzten oder Isa selbständiges Nachhausegehen, weil beleidigt). Nun haben wir ausgesprochen autonome Jäger, die grundsätzlich schon mal "hinterfragen" und meinen, sie könnten selber entscheiden, ob eine Anordnung "Sinn macht". Selbstständigkeit ist bei beiden Rassen ein Zuchtziel, bei unseren beiden wurde es erreicht Und so gibt es immer wieder Zeiten oder Orte, die Schleppleine bedingen. Und selbst in guten Zeiten kann ich mir kaum gemütliche Spaziergänge, vielleicht noch mit Plausch unter HH erlauben - auch wenn sie gehorchen, versuchen sie immer wieder, Regeln trickreich zu umgehen oder meine "Standhaftigkeit" in Frage zu stellen... Zurzeit ist Isa wieder meistens an der Schleppe, bei Schnurz ist der Freilauf problemlos. Mit Isa bin ich dabei, neue Spiele zu entwickeln... Dennoch: Ich erwarte von meinen Hunden nicht, dass sie zu 100% gehorchen, weil das einfach nicht ihrer Natur entspricht. Ich fordere aber Aufmerksamkeit von meinen Rackern. Von mir erwarte ich, dass ich die Situationen abschätzen kann, die in irgendeiner Form kritisch sein könnten, von Autos über Artgenossen bis zu Wild in Riechnähe. Leider bin ich nicht perfekt "Angst um den Hund" für m.E. meist dazu, dass der Hund ständig beobachtet wird und man damit "dem Hund folgt" - dabei sollte es genau andersrum sein, dein Hund sollte interessiert sein an dem, was du tust... Ich rate dir, dich mal filmen zu lassen, wenn ihr unterwegs seid. Oft sieht man da schon Fehlverhalten in Körperhaltung, Stimme usw. dessen man sich in der Situation selber nicht bewusst war. Oder du holst dir gleich professionelle Hilfe, denn die Beobachtung von aussen mit Lösungsvorschlägen entkrampft ungemein PS: Nicht zu unterschätzen ist die Bindung zwischen dir und deinem Hund - die wird im Laufe der Zeit immer enger, ihr kennt euch gegenseitig immer besser und kann man auch die brenzligen Situationen frühzeitig erkennen...
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Herzlichst, Susann Geändert von nimm2 (15.12.2011 um 13:18 Uhr). |
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Das ist aus meiner Sicht wirklich eine schwierige Frage und ganz sicher vom Hund abhängig.
Am Anfang sicher mehr Leine, später hoffentlich eher weniger. Trotzdem: ich bin eine große Anhängerin von "Freiräumen". Wenn ich kein Zutrauen in meinen Hund habe, wie will ich denn feststellen, wie "weit" er ist? Genau so wie bei Kindern würde ich versuchen, dem Hund auch Sequenzen der "Freiheit" einzuräumen, es sei denn, er wäre so ein großer Jäger, dass er gleich tagelang weg wär Ich weiß nicht, ob man versteht, was ich meine, deswegen berichte ich mal von unseren "Anfängen": Filou war ängstlich, als ich ihn bekam, so dass er in der Stadt natürlich an der Leine blieb. Er hatte aber auch Angst vor großen Hundegruppen (TH-Mobbing), so dass ich schnell merkte, dass es zum Beispiel im Park viel besser war, ihn abzuleinen, wenn mehrere Hunde auf ihn zurannten, weil er dann ausweichen konnte. Ansonsten fühlte er sich schnell bedrängt, wurde leicht panisch. Außerdem hatte er Angst, mich zu verlieren, deswegen blieb er - auch nachdem er mutiger wurde - nie lange weg. Das muss man ausprobieren. Das 1. Jahr war er zu ängstlich, um zu jagen, danach interessierten ihn plötzlich Kaninchen / Rehe SL finde ich gut, das hätte ich am Anfang mehr machen sollen. Trotzdem: es sollte möglichst auch Einheiten geben, wo er frei laufen kann - am Anfang eben da, wo es ungefährlich ist. Wenn nicht, wann dann?
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Liebe Grüße Uta & Filou |
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Danke für Eure sehr ausführlichen Antworten. Wahrscheinlich ist es wohl so, dass ich zu ungeduldig bin und wir im Training noch gar nicht so weit sind. Wir üben z. Zt. in der HS das "Hier" und das Stehenbleiben.
Allerdings trifft man ja immer mal wieder so "nette" Hundebesitzer die dann infrage stellen, das er an der Leine bleiben sollte. Erst vor ein paar Tagen habe ich einen älteren Mann getroffen der meinte: wieso sollte der denn weglaufen, der hats doch gut bei ihnen, sie geben ihm zu fressen und alles andere, der will ja gar nicht weg. Sicherlich ist da auch was dran, wenn ich aber sehe wie er sich zur Zeit manchmal festschnüffelt und gar nicht ansprechbar ist Ich hatte mir eigentlich auch vorgestellt das er es einmal lernt und dann auch "kann" wenn ich aber jetzt lese das auch Eure immer mal wieder an die SL kommen, dann ist das wohl eine Geschichte ohne Ende mit der Erziehung Bei dem Fuß-laufen sind wir in unserer HS noch lange nicht, da wir immer noch leinenführigkeit üben und sie meinte es wäre der schwierigste Teil in der Erziehung sowohl für den Hund als auch für uns. Ich frage mich dann wie andere HS das schneller beibringen? Bin ich in der falschen gelandet? Ich hatte mir mehrere angesehen und diese gefiel mir von der Trainerin und vom Umgang mit den Hunden gut. Hier vor Ort hatte ich noch eine die mir sehr gut gefiel, das aber ein abgeschlossener Kurs war und wir mitten drin gestartet wären. Auf jeden Fall sagte die Trainerin, dass die Hunde nach den 10 x soweit wären, dass sie sich auch unter Ablenkung abrufen lassen. Wäre das ein realistisches Ziel gewesen? Liebe Grüße Daiana |
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Mein Hund ist mit acht Monaten auf Trebe gegangen. Hat einen Hundfreund in dem Park getroffen in dem wir jeden Tag waren und ist mit dem Kumpel nach Hause.
Wir Hundebesitzer haben zwei Stunden lang den Park abgesucht....ich war in Vollpanik. Aber dann kam der Anruf der anderen HH: die sitzen beide im Garten und spielen als sei nix passiert. Dieser Garten war ca. 1km weit entfernt in einem Gebiet in dem wir noch nie zuvor waren. Sie müssen wahrscheinlich ein ganzes Stück an einer kleinen aber durchaus befahrenen Strasse lang gelaufen sein. Als ich ihn abholte, freute er sich fühlte sich aber beim Kumpel pudelwohl. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich ihn im Park immer frei laufen lassen. Ab dem Zeitpunkt gab es die Schleppleine. Abrufbar von anderen Hunden war er in dem Alter nicht. Nicht für Leckerli und gute Worte. Ich habe dann immer experimentiert. Wann kommt er, was ist interessanter als andere Hunde? Auf einer großen, überschaubaren und abgelegenen Wiese habe ich dann ohne Leine trainiert. Den Super-Duper-Ball aufgebaut den er nur für absolutes Wohlverhalten geworfen bekommt usw. Mit einem Jahr hat er von heute auf morgen das Jagen entdeckt. Auch eine Strecke die wir auswendig kannten. Es lag hoher Schnee, die Rehe ware hungrig und nah an den Häusern dran, nachts sogar in unserem Garten. Ab dann hieß es auch in diesem Gebiet, Schleppleine. Und üben. Im Frühjahr wenn die Rehe nicht offen auf den Feldern stehen Abruf üben. Mit schleifender Schleppleine, ohne Leine. Inzwischen kenne ich meinen Hund so gut dass ich an der kleinsten Ohrbewegung sehen kann ob er z.B. nach Rehen sucht. Oder dass er hier im Park beim Freilauf trödelt weil er ganz weit hinten doch einen anderen Hund gesehen hat und hofft seine Chance nutzen zu können dorthin stiften zu gehen. So kann ich ihm zumeist Freilauf gewähren, bin ich unsicher, abgelenkt oder müde dann Leine. Weil ich weiß mir fehlt die notwendige Konzentration alle Situationen vorauszusehen. 100%ig abrufbar ist er immer noch nicht. Gerade bei den beiden Themen andere Hunde und Rehe. Aber so ausreichend dass ich weiß dadurch entstehen weder anderen noch ihm gefährliche Situationen. Außerdem kann ich beobachten dass er langsam aber sicher die Hunde in Kategorien einzuteilen scheint. In interessant/uninteressant/interessant aber zickig (Abstand)/aufdringlich (Abstand) usw. Trotzdem ist er neulich einer läufigen (freilaufenden) Hündin hinterher, quer über eine Strasse. Mir ist das Herz stehen geblieben. Da hatte aber ICH die Situation unterschätzt. Du könntest deinem Hund immer noch in einem abgezäunten Gelände den Freilauf gewähren. Hundewälder, Freilaufzonen falls es so etwas bei euch gibt. Gut sind auch überschaubare Wiesen die klar begrenzt sind. Oder die Schleppleine immer wieder schleifen zu lassen. Im Notfall hast du ihn dadurch schneller als ganz ohne Leine. Guck was deinen Hund motiviert bei dir zu bleiben oder zu dir zurück zu kommen. Bei uns war es in der ersten Zeit ein Ball den er super-toll fand, der quietschte und ich mußte nur einmal kurz quietschen und schon stand er neben mir. Heute ist es ein Kanninchenfell-Dummy. Nehme ich den mit auf die Hunderunde läßt er mich nicht aus den Augen. |
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Ein Hund ist keine Maschine, so funzt das nicht, ein Hund der sich mit einer Quote von 95% abrufen lässt ist verdammt gut und gehört ganz sicher an keine Leine
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Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind. Marian Anderson http://co-bold.jimdo.com http://kepri.jimdo.com/ |
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Hallo Kepri,
das mit den 95 % war ja nicht von mir sondern von einer HS-Bekannten und der Golden ist "schon" 1,5 Jahre. Ich bin mir bei meinem pupertären 8 Monate alten Rüden GAR NICHT sicher ob er kommen würde. Wir üben jetzt mit der SL und wenn ich ihn rufe oder locke wenn er am schnüffeln ist, dann ist ihm schnurz ob ich ihn rufe und solange das nicht funktioniert, lasse ich ihn nicht von der Leine. Werde mal den Tipp aufnehmen ein Spielzeug - er liebt Quietschies - mitnehmen um ihn damit zu locken. Aber eigentlich sollte er ja SOFORT auf ein "Hier" kommen und nicht auf quietsch quietsch. Ach so und die Bekannte aus der HS hat sich dann letztens mit einem bekannten Hund zusammen überreden lassen ihre auch von der Leine zu lassen und erst hat es gut funktioniert, bis ... ja bis dann ein Pony dastand und die beiden sich entschlossen es zu jagen Liebe Grüße Daiana |
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Dann waren es auch nicht 95%, ich wollte nur damit ausdrücken das es beim Tier kaum Garantien gibt.
Das Problem mit dem "Hier" kenne ich von vielen Haltern, ich selbst nutze das Signal gar nicht, es klingt einfach nicht wie ein Wort auf das ich gern zu jemandem kommen würde, es ist hart und suggeriert mir persönlich nix Gutes, es ist einfach hart und oft nimmt man dabei unwillkürlich eine Körperstellung ein die dem Hund nicht sehr einladend erscheint.
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