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  #1 (permalink)  
Alt 17.05.2010, 15:35
Benutzerbild von RussianCosmic
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Standard Expertentreffen - Hundezentrum Ulm

Ich konnte leider nicht dabei sein. War jemand aus dem Forum hier vor Ort und mag berichten?

Ich bin gespannt!

RussianCosmic
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Mensch mit Hund
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  #2 (permalink)  
Alt 17.05.2010, 16:14
Benutzerbild von kadde77
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Meinst du das Seminar in Teisendorf (Berchtesgadener Land)? Da ist auch Antonius (Jutta) vom Hundezentrum Ulm involviert...

Mir gehts wie dir, hätte mit meinem "Krawallo" auch gerne gewollt, aber die Arbeit...

Bernerfreundin ist aber dort, bloss hat sie momentan Urlaub. Ich warte auch gespannt auf Neuigkeiten.
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  #3 (permalink)  
Alt 18.05.2010, 13:21
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Hallo ihr Lieben,
Urlaub haben wir abgebrochen, war sowas von ein Mistwetter... Da können wir zu Hause mehr beschicken.
Das Seminar war super - ich werde später mehr berichten, da wir letzte Nacht erst wieder hier angekommen sind - muss erst aufräumen:-)
Bis nachher.
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LG
Bernerfreundin & Co.
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Mürrische Leute haben mürrische Hunde, gefährliche Leute haben gefährliche.
Marc Aurel
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  #4 (permalink)  
Alt 18.05.2010, 15:51
Benutzerbild von segugioschoko
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Oh ja, schön, ich bin auch gespannt! Her mit den Infos und Berichten.
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  #5 (permalink)  
Alt 18.05.2010, 23:17
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Ich versuch mal meinen Eindruck der Referenten und der 3 Tage in Kurzform zu schildern.

1. Rütter
Hat leider wegen Krankheit abgesagt, soweit ich es mitbekommen habe auch "rechtzeitig", nämlich Freitag um 08:30 Uhr.
Kann man von halten was man will.

2. Grewe
Holt die Leute (HH) dort ab, wo sie sind.
Verkauft keine Patentlösungen, hat keine Technik im Sinne von: Wir machen das immer so und so, arbeitet individuell auf Hund und Halter abgestimmt.
Er hat im praktischen Teil seine Gruppe separiert (also nicht vor 200 Leute auf dem dafür vorgesehenen Übungsplatz gearbeitet), was auf einigen Unmut beim Rest der Teilnehmer stieß.
Dafür würde man kein Geld bezahlen etc.
Allerdings wurde alles per Kamera festgehalten, im Anschluss vorgeführt und dargelegt.
Kann ich einerseits verstehen, (den Unmut), andererseits finde ich es konsequent von ihm, er will eben nicht gefallen, sondern helfen. Das kann man aber nicht, indem man Hund und Halter vor 200 Leuten vorführt, und innerhalb eines solchen Symposiums eh nur vorn an so´n bischen.

3. Fichtlmeier
Hart, aber herzlich.
Hat was von Michael Mittermeier, nicht von der Optik, aber von der Art vorzutragen.
Teilweise ist seine Art sicherlich gewöhnungsbedürftig und auch geschmackssache, aber wenn man auf bösen Humor steht ganz okay.
Ich fand ihn nicht schlecht.
Ich hatte nie Interesse für Jagdhunde, geschweige denn, deren Ausbildung, aber was ich gesehen und gehört habe, hat mir Lust auf mehr gemacht.
Werde sicherlich noch das eine oder andere Seminar bei ihm buchen.
Beeindruckend seine beiden Rüden, ein Weimaraner, ein Jack Russel.
Inmitten von 200 Leuten und zig Hunden, völlig entspannt.
Sicher kein Hardliner, liebt Hunde, Menschen - naja weiß nicht:-)
Praktischer Teil, was soll ich sagen, hat funktioniert.
Hab es wie fast alles nur im Anschluss auf der Videoanalyse sehen können, da ich in der Grewe-Gruppe war.
Wenn ich es richtig mitgeschnitten habe, ging es um eine Hündin, die alles und jeden "angreift" und das Ergebnis war, daß Fichtlmeier die Hündin und seinen Jack Russel Rüden gemeinsam bei sich hatte.
Fichtlmeier ist bekennender "Futterautomat".

4. Baumann
Kann ich nicht viel zu sagen, ist nicht mein Ding.
Selbstdarsteller, viele Techniken für verschiedene Probleme (auch nachzulesen in "Ich lauf schon mal vor").
Sein Vortrag bestand hauptsächlich aus Videos und Erläuterungen zu diesem und jenem Verhalten.
Er hat sicherlich Ahnung von problematischen Hunden, ist auch im Tierschutz engagiert etc.
Ich kann nichts damit anfangen, wie gesagt viele Techniken, mir zu kompliziert.

5. Nijboer
Sehr symphatisch, sehr nah an unserer aller Wunschvorstellung (der Hund ist auch nur ein Mensch:-)).
Lehnt es ab mit Maulkorb zu arbeiten und setzt im Falle von Aggressionen auf Deeskalation.
(Im Gegensatz zu den anderen Referenten, die alle bei aggressiven Verhalten mit Maulkorb arbeiten und dann konsequent ihren "Führanspruch" durchziehen, um der Lage Herr zu werden - veranschaulicht auf einem Video von Baumann, auf dem er einen Tierheimhund einnordet und ca. 5 min später "kuschelnd" mit ihm am Fußboden sitzt).
Ich möchte mir da kein Urteil erlauben, ich denke (so kam es rüber) Nijboer braucht keinen Maulkorb bei aggressiven Hunden, da er gar nicht so nahe an sie herangeht.
Diese Frage kam natürlich von den Teilnehmern.
Die anderen Referenten gaben zum Teil an, da es zum Teil eben um Entscheidungen auf Leben und Tod geht, müsse schnell gehandelt und "therapiert" werden, um die Hunde vor einem Euthanasietermin zu bewahren.

6. Schlegel

Ganz ruhiger, bedächtiger Mensch.
Seinen Vortrag hat niemand verstanden (selbst zwei Frauen, eine Hundeschulebesitzerin in Wien, eine in Oberbayern, beide schonmal ein Praktikum vor Ort bei Schlegel gemacht), sagten ich solle mir nichts daraus machen.
Hans könne man nur im Ansatz begreifen, wenn man mit ihm gearbeitet hat...
Es ging viel um Energien.
Er macht mit jedem Hund mit dem er arbeitet eine Anamnese.
Es geht um 45 Grad Winkel und man muss im Uhrzeigersinn um den Hund laufen etc.
Er hat es versucht anhand eines Schemas am Overheadprojektor zu erklären - naja...
Ansonsten ist er der Ansicht ein Hund lernt nur und ausschließlich ohne Leine.
Also, der Typ hat es drauf, daß hat der praktische Teil gezeigt, allerdings kann man es weder nachvollziehn, noch nachmachen, ich glaube man muss zu ihm vor Ort:-)
Ein gegen Artgenossen aggressiver Hund wurde bei der Anamnese als "neutraler" Typ eingestuft und dementsprechend "behandelt".(Es tut mir Leid, ich kann es nicht wieder geben, denn ich habe es wirklich nicht verstanden). Er konditioniert jedenfalls mit Schläuchen einen Zischlaut, der dem Hund bedeutet bei Dir zu bleiben, daß ganze 9 X etc.
Es hat was von Voodoo.
Das Resultat war jedenfalls beeindruckend:
Dieser Hund lief frei bei Frauchen und sein Schäferhundrüde rannte frei um diesen Hund herum und immer wieder hin und her. Schlegel hat den Schlauch (diesmal als Beute für seinen Hund) geworfen, der Schlauch viel neben dem "aggressiven" Hund runter, der Schäferrüde schnappte sich den Schlauch etc.
Also es wurden Situationen auf engstem Wege herbeigeführt, die unter normalen Umständen hätten knallen müssen. NICHTS.
Keine Ahnung, ob es so hält.
Schlegel meinte, alles was die Frau jetzt noch an Problemen hätte bzw. kriegen würde, könne man am Telefon klären...
Wir werden es nicht erfahren.

Im Großen und Ganzen waren sich die Referenten "grün" würde ich sagen und in weiten Teilen auch einig was Erziehung betrifft, jeder hat es auf seine Weise geschildert.
Erlaube dem Hund alles was Du willst
und unterbinde was Du nicht willst, dann hast Du keine Probleme, weder im Freilauf, noch auf dem Sofa.

Erziehung ist einfach, man muss es nur tun.

Das in Kurzform mein Eindruck, vielleicht waren ja noch andere dort, die anderes berichten können.

Ganz lieben Dank nochmal an die Gastgeberin, es hat mir sehr gut gefallen!
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Marc Aurel
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  #6 (permalink)  
Alt 18.05.2010, 23:35
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Hallo Bernerfreundin!
Vielen Dank fuer die Kurzfassung, die, wie ich finde, eine gelungene Langfassung ist :-).

Ich denke, man musste 'live' dabei sein um einen gefuehlten Eindruck zu erhalten. Aufgrund Deiner Beschreibung wuerde ich sagen: Wie zu erwarten und doch ganz anders!?

Nochmals vielen Dank!

RussianCosmic
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  #7 (permalink)  
Alt 19.05.2010, 00:43
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Zitat:
Zitat von RussianCosmic Beitrag anzeigen
Ich denke, man musste 'live' dabei sein um einen gefuehlten Eindruck zu erhalten. Aufgrund Deiner Beschreibung wuerde ich sagen: Wie zu erwarten und doch ganz anders!?
Stimmt, das wäre die Kurzfassung gewesen
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  #8 (permalink)  
Alt 19.05.2010, 08:37
Benutzerbild von segugioschoko
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Dankeschön - hat mich sehr gefreut mitzulesen. Nun werde ich mich mal selber zu dem einen oder anderen (Jagdhunde-Erziehung? Wo? Her damit!) noch weiter schlau machen. Schade nur, dass das Wetter zum Urlaubsabbruch geführt hat, hätte ja auch wunderbar sein können.
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  #9 (permalink)  
Alt 19.05.2010, 11:52
Benutzerbild von Cassiopeia
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Coolo,
vielen Dank für deine Zusammenfassung! Sehr interessant und informativ.

Ich möchte aber gern noch etwas "ergänzen"...
Zitat:
Zitat von Bernerfreundin Beitrag anzeigen

6. Schlegel

Er konditioniert jedenfalls mit Schläuchen einen Zischlaut, der dem Hund bedeutet bei Dir zu bleiben, daß ganze 9 X etc.
Es hat was von Voodoo.
IMO ist es kein Voodoo, sondern positive Strafe.
Der Hund lernt, Angst zu haben, wenn er sich mehr als x Meter von seiner Bezugsperson entfernt.
Klar, Resultat ist, dass der Hund keinen anderen angreift, das aber nur, weil Angst hat, Schläuche zwischen die Beine zu bekommen.
Das kann nicht die richtige Lösung sein, finde ich.
Das einzig positive an der Sache ist, dass der Zischlaut als Warnlaut benutzt werden und der Hund so wenigstens vorgewarnt werden kann.

Sicher kann man nicht immer "mit Wattebauschen werfen", aber mein Hund ist mein Partner und nicht mein Feind. Wenn ich es nicht schaffe, mich im Alltag klar auszudrücken und zu zeigen, was ich von meinem Hund will und nicht will, dann nützen mir auch Schläuche, die ich werfe udn den Hund damit bedrohe nichts. So einen Hund will man nicht Zuhause haben, echt nicht.

Zitat:
Das Resultat war jedenfalls beeindruckend:
Dieser Hund lief frei bei Frauchen und sein Schäferhundrüde rannte frei um diesen Hund herum und immer wieder hin und her.
Und das ist das gefährliche an der Sache: Über Strafe bekommt man recht schnell Ergebnisse, die beeindrucken. DAS wollen die Leute von heute: Fastfood in der Hundeerziehung.
Langfristig anhaltende Resultate sind das jedoch oft nicht. Aber dann hat Herr Hundetrainer ja schon sein Geld.
Zitat:
Schlegel meinte, alles was die Frau jetzt noch an Problemen hätte bzw. kriegen würde, könne man am Telefon klären...
Wir werden es nicht erfahren.
Ich könnte mir vorstellen, dass ihr Problem jetzt Trennungsstress werden könnte. Ein Hund, der bestraft wird, sucht noch mehr nach Zuwendung und Trost. Er bindet sich also mehr an seine Bezugsperson. Durch für den Hund unvorhergesehene Strafen wird der Hund unsicher und mag nur noch in der Nähe seiner Bezugsperson sein (alles andere wurde ja auch abgestraft).

Den Schlauch als "Beute" zu bezeichnen, halte ich für gewagt. Sicher würde auch ich das, was mich immer erschreckt oder gar weh tut eher ausschalten (zerbeißen) wollen, als den Hundegegener.
Aber gut, nun genug mit der negativen Energie hier


Spannend, dass sich die Referenten im Konsens eigentlich einig waren. Und man sieht da mal wieder: viele Wege führen nach Rom

Danke Bernerfreundin!
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[Jiddisch]
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  #10 (permalink)  
Alt 19.05.2010, 12:18
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Vielen lieben Dank Kerstin,
das war wirklich eine tolle Schilderung des Seminars.
Toll, dass du Dir die Arbeit gemacht hast, uns so umfassend zu informieren.

Metaxa
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