| > Registrieren | > Hilfe | > Benutzerliste | > Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
|
|||||||
![]() |
|
|
Themen-Optionen | Ansicht |
|
|||
|
@ Cassiopeia
Danke für die Ergänzung! Ich habe über Schlegel genug gelesen oder auch Berichte gesehen, die seine Art der Hunde-Erziehung für mich persönlich zu einem "no go" machen. Fichtlmeier ist, ehrlich gesagt, auch nicht mein Fall. LG, Hedi |
|
|||
|
Zitat:
LG, Hedi |
|
|||
|
Hallo,
ich darf an dieser Stelle vielleicht etwas einwerfen, weil wir selbst mit einem ziemlich problematischen Hund mit Hans Schlegel gearbeitet haben. Dobermann-Mischling, vier Jahr alt, drei Jahre im Tierheim, nicht vermittelbar. Aggressiv und bissig gegen Menschen (und bissig hieß: ansatzlos zugepackt, sobald ihm etwas nicht gefiel). Auf 180 bei Konfrontationen mit Hunden, Katzen gemeuchelt. Um es vorweg zu nehmen: Dieser Hund hat Hans Schlegel viel zu verdanken, der Hund begleitet uns in allen Alltagssituationen, kann ohne Leine geführt werden, an Katzen, Wild und Hasen vorbei, beisst nicht mehr und ist deshalb noch am Leben und in Freiheit. Aus diesem Grund ist es mein Wunsch, manche Darstellungen im web aus meiner konkreten Erfahrung zu ergänzen. Zitat:
Zitat:
Zitat:
Man macht den entscheidenden Fehler, wenn man den Schwerpunkt auf dem Werfen sieht - und verpasst, welch enorm bindende Wirkung der sich daran sofort anschließende freundliche Umgang mit dem Hund hat. Zum Erfahrungsbericht im obigen Beitrag: Ja, wenn man tatsächlich mal intensiv mit Schlegel arbeitet, sieht die Sache ganz, ganz anders aus. Eine unerschütterliche Ruhe mit gleichzeitiger Bestimmtheit geht von ihm aus. Er ist recht früh mit meinem Hund ohne Leine (so wie wir alles mit dem frei laufenden Hund trainiert haben) ins Gehege zu seinen Hunden gegangen, mit ganz leisen Worten, ohne Stress, ohne Druck, voller entspannter Zuversicht, und meiner hat sich ihm von selbst angeschlossen, ist einfach mit rein gegangen, blieb ganz ruhig und entspannt. Wer sich selbst ein Bild machen will, was aus unserem Hund wurde, findet hier ein paar Videos, die in numerischer Reihenfolge den Verlauf wiedergeben. Dafür, dass der Vierbeiner so ein Stinker war, bin ich mit dem Erreichten sehr zufrieden. YouTube - Kanal von OneGoodBite Andreas Geändert von anderl (23.07.2010 um 13:19 Uhr). |
|
||||
|
Hi,
Zitat:
Aggressives Verhalten, gerade wenn es über einen längeren Zeitraum erfolgreich eingesetzt wurde, zum "normalen" Verhalten des Hundes wurde, muss man stoppen. An Aggression kann man sich berauschen. Das hängt mit den Hormonausschüttungen zusammen, Adrenalin, Testosteron (falls nicht kastriert) Cortisol. Oft genug wiederholt, will der Organismus diesen Zustand immer wieder. Der Hund ist auf Knopfdruck aggressiv. Es kommt dann nicht einmal mehr darauf an, ob er wirklich Erfolg hat und zupacken kann, alleine der innere Zustand ist bereits bestärkend genug. Das ist ähnlich wie bei Hunden, die nie in ihrem Leben eine Jagderfolg haben, für die das Hetzen als solches jedoch ungemein belohnend ist. Zitat:
Was dem Hund Sicherheit vermittelt, ist jedoch aus seiner Sicht möglicherweise ganz anders, als du es dir als Mensch vorstellst. Schauen wir uns einmal an, was der kleine Welpe erlebt, der noch das Glück hat, in einem intakten Rudel (mit Vaterrüden) aufzuwachsen. Trumler hat das schon vor langem beschrieben: Zitat:
Genau so, wie der Welpe es bei seinen Eltern lernen würde, wäre die Hundezucht heute nicht so gestaltet, dass der Rüde nur zum Decken anwesend ist. Zitat:
|
|
||||
|
Zitat:
Cassio hatte als Beispiele die Befriedigung der Grundbedürfnisse angeführt. Das sind ja keine materiellen Gegenstände: ein sicheres Heim, Wärme im Sinne von Nähe, Sicherheit, um in Ruhe schlafen zu können. Auch Menschen suchen in ihren Beziehungen nach Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse (Essen, Wärme/Nähe, Berührung, Bewegung, Sicherheit). Wenn wir Menschen/Tiere zu Gast haben, teilen wir doch gerne unser Essen, laden zum Essen ein. Das hat nichts mit materiellem Geschenk zu tun, mit einem Erkaufen, sondern ist eher sowas wie Demonstration "der friedlichen Absicht", oder? Ich bin mir sicher, dass der Aufbau von Beziehungen so, sagen wir, deutlich erleichtert wird. Wovon ist denn in deinen Augen sonst Vertrauen und Zuneigung abhängig?
__________________
Tierheim Ossaia:http://www.facebook.com/group.php?gi...8557828&v=wall Geändert von segugioschoko (26.07.2010 um 12:25 Uhr). Grund: Ergänzung |
|
||||
|
Ich finde nicht, dass man Aggression mit dem Jagdverhalten vergleichen kann.
Sicher lässt sich beides (wie Angst) nicht einfach so stoppen. Selbstbelohnend ist Aggression aber keineswegs. Es führt zwar oft zum erwünschten Effekt des Hundes (nämlich die Distanz zum Auslöser wird vergrößert), wird aber nicht weiter ausgeführt, wenn sich keine Konsequenzen ergeben. Beim jagdverhalten ist es anders: Der Hund jagt, "leckt Blut" und jagt auch dann immer wieder und weiter, wenn er keine Beute macht. Das ist aber auch gut so, schließlich darf das Jagdverhalten (biologisch gesehen) nicht einfach aufhören, nur, weil es keine Belohnung (Futter) gibt. Um das Überleben zu sichern, muss auch dann immer wieder gejagt werden, wenn der Erfolg meist nur minimal ist. Anders ist das mit anderen Verhaltensweisen. Ein Hund stupst solange und so oft mit der Nase gegen einen Schalter, wie Futter herausfällt. Ist das Futter irgendwann versiegt, wird er noch eine Weile weiter und sehr intensiv ("Löschungstrotz") stupsen, irgendwann aber aufhören. Auch in diesem Beispiel ist die Gefühls- und Hormonlage durch die Erwartungshaltung anders, als außerhalb dieses Verhaltens. Selbstbelohnend ist es aber noch nicht. Aggressionsverhalten ist also auch nicht selbstbelohnend und schon gar nicht dann, wenn es, wie in wohl 80 Prozent der Fälle, durch Angstverhalten entstanden ist. Angstverhalten ist nämlich alles andere als selbstbelohnend Und einem Verhalten, dass aus Unsicherheit und Angst entstanden ist, zuzuschreiben, es würde dem Hund schon allein weil es ausgeführt gut tun, halte ich für daneben. Da hat jemand weder in der Verhaltensbiologie noch bei der Lerntheorie richtig aufgepasst. Oder es nicht richtig vermittelt bekommen... Mal ganz abgesehen davon, ob das Verhalten nun selbstbelohnend ist oder nicht, möchte ich anmerken, dass auch in einem kastrierten Hund das Hormon "Testosteron" gebildet wird Viele Grüße Cassi (die vielleicht noch nicht alles gesehen hat, dafür aber weiß, auf was es beim Training ankommt: nämlich das korrekte Anwenden der Bedingungen der Lerntheorie)
__________________
"Liebe mich ein bisschen weniger aber dafür länger." [Jiddisch] |
|
||||
|
"Sicher lässt sich beides (wie Angst) nicht einfach so stoppen.
Selbstbelohnend ist Aggression aber keineswegs. Angst lässt sich nicht einfach mal so stoppen/unterbrechen, richtig. Aggression schon! Also genau dann wenn sie gezeigt wird.Und sei es nur für den Moment. Und generell nie selbstbelohnend, na ja ich weiss nicht, denke nur mal an die Raufer, die immer erst mal draufhauen und hinterher fragen:Huch, wer bist du denn? Grüßle Antonius |
|
|||
|
Erkläre doch mal bitte die Schlaucharbeit und die Zischlaute.
Vielleicht habe ich es nicht richtig verstanden. Vieleln Dank bereits im Voraus. Bin gespannt. Von Jemanden der durchaus arg grob werden kann jedoch die Positive Verstärkung als fundamental ansieht. (Ich kenne durchaus "aggressive" Hunde - und so manche verschrobene Herrchen und Frauchen.) Wendet er seine Arbeit auch auf Kleinsthunde an? Dies ist als ehrliche Frage zu verstehen. Ich denke im speziellen an einen übernervösenen und beissenden Zwergpinscher den ich vor Jahren kennen lernen durfte.
__________________
Hunde sind begeisterte und hochpräzise Mitarbeiter, wenn wir sie lehren, dass ihre Mitarbeit geschätzt und honoriert wird. Nina Miodragovic |
![]() |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|