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  #1 (permalink)  
Alt 09.10.2010, 23:07
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Registriert seit: 26.07.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 5.897
Standard Der Hund im Rollstuhl

Ihr Lieben oft wenn ich auf Tierschutzseiten stöbre sehe ich Hunde die zur Fortbewegung einen Rollstuhl benötigen.
Einen völlig unterentwickelten Hinterkörper haben und sich nicht eigenständig vom Fleck bewegen können.
Ich frage mich immer:
Würde ich bei meinen Hunden auch so weit gehen?
In Gedanken immer an meinen King der in den letzten Tagen eine gelähmte Hinterhand hatte.

Habt ihr Erfahrungen oder Emotionen die ihr hier über diesen Wege mitteilen würdet?
Ich bin wirklich interessiert.
Danke eure Jacqueline.
__________________
Hunde sind begeisterte und hochpräzise Mitarbeiter, wenn wir sie lehren, dass ihre Mitarbeit geschätzt und honoriert wird.
Nina Miodragovic
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  #2 (permalink)  
Alt 10.10.2010, 00:10
Benutzerbild von pfotenspur
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.05.2009
Ort: Kieler Umland
Beiträge: 2.505
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Hm, als ich mit meinem alten Hund in seinem letzten Sommer am Strand spazierte, da kam ein "halber" Hund mit Rollstuhl an gewandert.
Im ersten Moment war ich entsetzt, dann sah ich das vergnügte Gesicht des offensichtlich älteren Hundes. Freudig lief er mit den vorderen Pfoten über den sandigen Weg, seine Hinterbeine hingen schlaff in einer Art Hängematte auf Rädern , schienen aber seine Bewegungsfreude nicht zu trüben.
Das hat mich nachdenklich gestimmt, seitdem lehne ich das nicht mehr so kathegorisch ab.
Die beiden Hunde, also mein arthritischer Rentner und der behinderte Hund, begrüßten sich würdevoll und absolut normal, dann ging jeder seiner Wege.
Auf meine Frage, wie der Hund denn seine Geschäfte verrichte, erklärten die Besitzer, das würde von alleine gehen, es seien nur die Hinterbeine betroffen und das letzte Stück Rücken.
__________________
Ohne meinen Hund wäre ich wie taub und blind - er zeigt mir Dinge, die sich meiner Wahrnehmung verbergen.
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  #3 (permalink)  
Alt 10.10.2010, 09:37
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Registriert seit: 31.03.2010
Beiträge: 457
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Ich finde, dass es kein Problem ist.
Die Hunde haben ja trotzdem lebensfreude und solange das so ist, ist doch alles gut.
Klar, können sie kein Agility etc. machen, aber man kann ja auch Nasenarbeit mit ihnen machen. Stöckchen apportieren und Co.

Es ist eher für den Menschen ungewohnt und der Hund tut dem Menschen leid. Dabei kommen gerade Hunde mit so etwas relativ schnell klar...

Und sonst müsste man sich ja auch überlegen, ob ein Mensch im Rollstuhl kein schönes Leben haben kann...
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Alt 11.10.2010, 11:17
Benutzerbild von stebo
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Meinem ersten Hund haben wir auch mal so eine Konstruktion gebastelt, weil er aufgrund eines Bandscheibenvorfalls vorrübergehend gelähmte Hinterbeine hatte. Er machte damals nicht den Eindruck, dass es ihm viel ausgemacht hat. Im Gegenteil, er war immer ein Hund, der dabei sein wollte, in jeder Ecke seines Gartens bei Geräuschen nachschauen wollte und so konnte er das tun. Zum Glück konnte nach erfolgreicher Behandlung nach einigen Wochen der Rollstuhl wieder weg.

Ob ich es auch auf Dauer gemacht hätte, weiß ich ehrlich gesagt, gar nicht so genau, ich bin da ein wenig zwiegespalten...
__________________
LG Steffi und Henry
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Alt 11.10.2010, 11:26
Benutzerbild von Doggystyle
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Mmmmmmmmh.. Also ich sehe den Rollstuhl für den Hund an sich gar nicht als Problem!

Wenn ich einen fitten, jungen Hund habe, der eine Lähmung der Hinterbeine hat und mit dem Gefährt super klar kommt (haben auch einen im Nachbarort..), was spricht dann dagegen ihn in so ein Teil zu hängen, damit er weiter am Leben teilnehmen kann?

Das ist mir tausend Mal lieber und moralisch eher vertretbar, als wenn alte, kranke Hunde mit Baustellen am ganzen Körper noch mit täglichen Scherzmitteln, Physiotherapie, Akupunktur, Bachblüten, Chemo, Operationen und so weiter zugebombt werden, damit ihnen "Lebensqualität" erhalten bleibt..

Nur da sieht man es nicht so offensichtlich und ist mit dem Urteilen schneller dabei..
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  #6 (permalink)  
Alt 11.10.2010, 13:35
Benutzerbild von Sammi
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Ja wenn ich mir das so überlege... bin ich auch geteilter Meinung, mir tut das weh einen Hund so zu sehen, aber darum geht es ja nicht... Ich weiß nicht ein Mensch im Rolli kann noch so vieles machen u.s.w. ein Hund ist dann schon sehr eingeschränkt und er ist ein Lauftier, ich will mich da nicht entscheiden müssen... Habe auch schon Hunde im Rolli gesehen und ja sie sehn glücklich aus... Das kann aber denke ich auch anders aussehen... wenn der Hund z.B. sehr alt ist und schmerzen und sonstige Einschränkungen hat...
Ich weiß es nicht ich denke es kommt auf den Hund an und auf einen selbst...

LG

Sammi
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Sammi

www.dogs-for-us.de

Der Hund ist das einzige Wesen auf Erden, das dich mehr liebt, als sich selbst.

Josh Billings
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Alt 12.10.2010, 09:00
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Registriert seit: 05.11.2008
Beiträge: 174
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Ich finds einfach nur toll zu sehen, was ein Hund einem Menschen bedeuten kann und das man bereit ist, seinem Hund noch schöne Momente zu ermöglichen, auch mit großem Kostenaufwand (so ein Rollstuhl ist bestimmt nit gerade billig?)....
__________________
Wirklich reich ist man nur dann, wenn man das Herz eines geliebten Hundes besitzt....
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  #8 (permalink)  
Alt 12.10.2010, 09:45
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Hi Ihr.
Mir geht ein Bild von einem Schäfermischling irgendwo im Süden nicht mehr aus dem Kopf.

Stattlicher Vorderkörper und völlig verkümmerter Unterkörper.
Mir schien es als warte er nur noch auf dem Tod.
Entschuldigt bitte meine harten Worte - aber das waren meine Gedanken.
Dieser Hund lag auf Beton und wartet sicherlich auf eine helfende Hand.
Und ich fürchte einen Rollstuhl hatte dieser Hund nicht.
__________________
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Nina Miodragovic
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  #9 (permalink)  
Alt 12.10.2010, 22:54
Benutzerbild von cadrat
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Beiträge: 15
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Zitat:
Zitat von jacqui Beitrag anzeigen
Hi Ihr.
...Mir geht ein Bild von einem Schäfermischling irgendwo im Süden nicht mehr aus dem Kopf...
Hallo jacqui,

solche Bilder gehen hoffentlich den wenigsten aus dem Kopf und entschuldigen brauchst Du dich nicht.
Doch gibt es Fälle wo eben so ein Hund ein Zuhause und medizinische Betreuung findet. Die Bilder die man nach vermeintlich hoffnungslosen Fällen sieht treiben einem manchmal die puren Glückstränen in die Augen.
Ich denke jeder Hund hat ein Recht auf sein Leben, aber auch über eine freundlich liebende Hand die im wohlüberlegten Zweifel den letzten Gang mit ihm geht - aber es gibt eben so viele wunderbare Glücksgeschichten neben all dem Leid.

LG Stefan
__________________
Mein Rudel: 4 Füße,7 Hundepfoten und 8 Katzentatzen
http://www.behinderte-hunde-forum.de/index.php
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  #10 (permalink)  
Alt 12.10.2010, 23:29
Benutzerbild von nimm2
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.01.2010
Ort: Bodensee, Schweiz
Beiträge: 2.719
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Eigentlich wollte ich die Geschichte nicht erzählen, denn ich kenne sie nur aus zweiter Hand, ausserdem erzähl ich damit ein wenig viel Privates...
Aber es ist ein Beispiel für eine aussergewöhnliche Beziehung, die zwischen einem solchen Tier und seinem Besitzer möglich ist.

Mein Ex-Mann "stolperte" vor Jahren durch Zufall in einer TA-Praxis buchstäblich über einen Hund, dessen hintere Körperhälfte gelähmt war. (Leider erinnere ich mich nicht mehr genau an die Ursache der Lähmung.)

Der Hund sollte eingeschläfert werden, deshalb war er in dieser Praxis.

Es war wohl Liebe auf den ersten Blick.

Er nahm den Hund zu sich, baute ihm einen Rollstuhl und kaufte ihm Windeln.
Ich muss hinzufügen: Mein Ex-Mann ist Japaner und von Beruf Akupunkteur, so konnte er den Hund auch medizinisch betreuen (in Japan ist Akupunktur eine eigene Studienrichtung, gekoppelt mit Schulmedizin) und z.B. Schmerzen und Krämpfe lindern. Er hatte bereits viel Erfahrung mit Akupunktur bei Hunden, Katzen und Pferden.

Der Hund lebte noch 5 Jahre, er wurde 9 Jahre alt. Ich kenne den Hund nur von Bildern, aber sogar so war zu erkennen, wie sehr die beiden sich mochten. Und die Aufnahmen von den beiden beim "Gassi-Ziehen" sind rührend.
Mein Ex-Mann sagt auch, er habe sich später mit keinem anderen Tier mehr so eng verbunden gefühlt.

Eine besondere Beziehung unter besonderen Umständen...

Ich gestehe jedoch, ich würde es mir nicht zutrauen.
__________________
Herzlichst, Susann
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