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  #1 (permalink)  
Alt 01.10.2009, 19:54
Benutzerbild von Doggystyle
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Standard Vestibularsyndrom

Meine 19 Jahre alte Mischlingshündin hat seit Samstag das sogenannte Vestibularsyndrom.

Trat ganz plötzlich auf.. Der Hund konnte nicht mehr laufen, nicht mehr stehen und hielt den Kopf ganz schief! Wir befürchteten schon das Schlimmste und dachten an einen Schlaganfall..

Meine 15 Jahre alte Schwester hatte zu dem Zeitpunkt auf den Hund aufgepasst, der Rest der Familie kam erst montags wieder, so dass wir auch erst montags mit Tiffy beim Tierarzt waren..

Die Ärztin hat dann das "geriatrische Vestibularsyndrom" diagnostiziert (also eine massive Störung des Gleichgewichtssinns, die im Alter auftritt)..
Wir haben uns gemeinsam mit der Ärztin gegen eine umfassende Therapie entschieden, da wir diesen Stress unserer Maus nicht mehr antun wollen und sie hat eine einmalige Spritze zur Verbesserung der Hirn- und damit auch der Innenohrdurchblutung (hier sitzt das Gleichgewichtsorgan) bekommen.

Die Tierärztin meinte, sollte dies nicht binnen 24 Stunden helfen und die Symptome sich massiv bessern, wäre es das Beste Tiffy einschläfern zu lassen.

Meine Mutter war derselben Meinung und direkt dazu bereit. Ich allerdings habe zunächst mal online recherchiert und herausgefunden, dass sich dieses Syndrom innerhalb von max. zwei Wochen wieder zurückbildet und nur in seltenen Fällen leichte Schäden (meist eine Kopfschiefhaltung) zurückbleibt.
Obwohl ich Tiffys Zustand als sicherlich nicht lebenswert hielt, war ich nicht dazu bereit den Hund nach nur einem Tag einschläfern zu lassen!

Zum Glück hat die Spritze eine super Besserung gebracht.. Tiffy lief dienstags noch unsicher und fiel auch beim Pipi machen noch um, aber es war kein Vergleich mehr zu dem Tag davor.

Das Problem war außerdem, dass sie nichts fraß, da ihr schwindelig war und sie nicht aus dem Napf fressen konnte.. Habe sie aus der Hand mit Hühnchen und Reis gefüttert und sie hatte einen enormen Appetit!

Es hat sich bisher weiterhin gebessert und sie springt nun wieder aus dem Stand auf die Couch und herunter, frisst alleine aus dem Napf, hält den Kopf nicht mehr schief und räumt auch wieder in unbeobachteten Momenten den Müllereimer aus..

Allerdings läuft sie draußen sehr langsam, etwas gebückt und ich habe das Gefühl, dass sie keinen Spaß mehr am Gassi gehen hat. Die Treppen tragen wir sie meistens hoch und runter, weil sie oft davor steht und keinen Schritt vorwärts macht.. Drinnen ist das ganz anders.. Wenn ich heim komme freut sie sich wie Bolle, rutscht auf der Couch herum und sie hat ja auch Appetit ohne Ende!

Ich habe Angst den richtigen Zeitpunkt zu verpassen um sie zu erlösen.. Meine Mutter macht(e) mir ein ziemlich schlechtes Gewissen und meint, dass so ein Leben für einen Hund nicht lebenswert sei, aber ich bin der Meinung, dass man ihr erstmal die Chance geben muss sich wieder zu regenerieren und ihr nicht direkt einen Tag nach dem Arztbesuch mit der Diagnose Vestibularsyndrom die Todesspritze setzen darf, wenn in Fachbücher beschrieben ist, dass das Syndrom nach 1-2 Wochen in der Regel verschwindet..

Was meint ihr zu der ganzen Sache?

Hat jemand Erfahrung damit gemacht?

Wann würdet ihr euren alten Hund einschläfern? Gibt's da bestimmte Kriterien?

Bisher dachte ich immer, sobald der Hund nicht mehr alleine hochkommt, unter sich macht, keinen Appetit mehr hat, aber wenn ich die sonst so lebensfrohe Tiffy jetzt im Feld vor sich hin schleichen sehe, tut mir das schon ziemlich weh!

Ich will sie nicht leiden lassen, aber irgendwie denke ich auch, dass einfach nur alt und nicht mehr so beweglich sein alleine kein Einschläferungsgrund ist! Sie ist ja schmerzfrei und frisst auch gut..

Was meint ihr? Seid bitte ehrlich.. Mir geht's gar nicht gut momentan!

(Habe das gleiche Thema auch unter "Senioren" eingestellt.. Nicht wundern wenn es doppelt ist.. Notfalls einfach löschen!)
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  #2 (permalink)  
Alt 01.10.2009, 21:28
Moderator
 
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Hallo, guten Abend,
es tut mir sehr leid, dass es Eurer Hündin nicht gut geht. Sie hat ja bereits ein so hohes Alter erreicht, dass man sich mit dem Gedanken ans Abschiednehmen befassen muß.
Ich hätte aber in dem von Dir geschilderten Fall auch nicht anders reagiert.
Meiner Kenntnis nach tritt das idiopathische Vestibulärsyndrom plötzlichbei älteren Hunden auf und kann auch nach 7 bis 21 Tagen spontan wieder verschwinden.
Die Prognose ist zwar immer vorsichtig zu stellen, da Dauerschäden, wie Kopfschiefhaltung und Taubheit, möglich sind.
Aber Du kennst Deinen Hund und wirst erkennen, ob er "noch will" oder nicht.

Das sich nach so kurzer Zeit nach Auftreten des Syndroms schon Besserung zeigte, läßt meiner Meinung nach hoffen.

Bereite Deiner Maus schöne Tage, verwöhn sie und warte ab.

Metaxa
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Alt 01.10.2009, 21:36
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Hallo Doggystyle,
meine Hündin hatte das Vestibularsyndrom auch. Da war sie etwas über 14 Jahre alt. Ich habe auch hier davon berichtet: Erfahrungsbericht "Schlaganfall"

Sie hat sich davon (trotz zwei kleinerer Rückschläge) vollständig wieder erholt! Das ist das Gute an dieser Erkrankung. Man kennt zwar leider die Ursache nicht und es gibt auch keine direkte Therapie dafür. Es kommt völlig überraschend, ohne jedes Anzeichen im Vorfeld. Aber die meisten Hunde erholen sich wieder vollständig davon. Und bei Euch sieht es doch nach den paar Tagen auch schon wieder nach einer deutlichen Verbesserung aus. Ich würde ihr daher in jedem Fall noch Zeit geben.

Einzig schien es bei meiner Hündin den Alterungsprozess in Gang gesetzt zu haben, der bis dahin noch kaum zu merken gewesen ist.

Was danach kam habe ich dann allerdings immer als "normales" Altern betrachtet. Sie wurde langsamer, das Laufen wurde unrhythmischer (aber nicht durch Arthrose bedingt sondern durch nicht mehr so gut leitende Nervenbahnen und somit für sie nicht mit Schmerzen verbunden) und sie wurde (allerdings erst etwas über ein Jahr später) auch ein wenig dement.

Aber wie gesagt, ich finde das gehört zum normalen Aterungsprozess, der auch ohne ein Vestibularsyndrom irgendwann einsetzt und ist kein Grund zum Einschläfern. Wesentlich für mich war immer, daß sie keine Schmerzen hatte, gut fraß, noch an ihrer Umwelt interessiert war und Kontakt aufnahm.

Ende Mai war es dann bei uns soweit. Ich sah, daß es nicht mehr ging und ließ sie in Liebe gehen. Das war ein Jahr und sieben Monate nach dem Vestibularsyndrom.

Du kennst Deinen Hund, Du siehst, ob er noch Lebenswillen hat. Lass Dir nicht von anderen ein schlechtes Gewissen machen. Du kennst Deinen Hund am besten. Und Du wirst es merken, wenn es nicht mehr geht, glaub es mir!

Alles Liebe für Euch!
__________________
Viele Grüße
Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen

Geändert von Mydog (01.10.2009 um 21:46 Uhr).
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  #4 (permalink)  
Alt 03.10.2009, 14:38
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Ich freu mich euch über weitere Besserung berichten zu können..

Tiffy hat sich, was das Laufen und die Motorik angeht, so ziemlich bis zum "Vorherzustand" erholt..
Sie läuft alle Treppen wieder alleine und läuft (wenn überhaupt) nur ab und an mal etwas unsicher! Ich beobachte sie mit Argusaugen und bin total erleichtert..

Wenn ich nicht selbst gesehen hätte wie schlecht es ihr ging, ich würde es nicht glauben!

Ich freu mich total und hoffe, dass es weiter so gut geht..
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  #5 (permalink)  
Alt 07.10.2009, 10:48
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Leider hielt die Besserung nur kurz an..

Genaueres hier..

http://www.dogs-magazin.de/forum/sen...html#post61685
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  #6 (permalink)  
Alt 27.10.2009, 00:34
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Das tut mir sehr leid ! 19,5 Jahre sind ein wirklich tolles Alter, aber für einen Abschied ist es immer zu früh ! Ich wünsch Deiner Tiffy eine gute Reise ins Regenbogenland und Dir viel Kraft !

Geändert von Aqui (27.10.2009 um 00:42 Uhr).
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  #7 (permalink)  
Alt 27.10.2009, 00:40
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Dennoch möchte ich an dieser Stelle auch zum Vestibularsyndrom berichten:

Unsere Aqui hatte das auch, sinnigerweise als ich mit unserem anderen Hund eh in der Tierklinik war. Frodo stand auf dem Tisch, als Aqui plötzlich durch den Raum torkelte...

Der TA hat sie sich sofort angeschaut und dies diagnostiziert. Sie bekam eine Spritze (Kortison) und seit diesem Tag bekommt sie Karsivan (Tabletten). Aqui ist 13,5 Jahre alt, diese "Geschichte" ca. 2 - 3 Monate her... Sie hat sich innerhalb eines Tages (!!!) davon erholt, was sicherlich der zufälligen Anwesenheit beim TA zu verdanken war.

Karsivan verbessert die Durchblutung... lustigerweise hört Frau Aqui seitdem auch wieder besser (also rein organisch )

Hier auch noch mal ein interessanter Link:

ErfahrungsberichtVestibular


Das Problem ist in der Tat, dass selbst viele TÄ das wohl nicht kennen und so mancher Hund einen Schlaganfall diagnostiziert bekommt...

Von daher: erzählt dies allen Haltern von alten Hunden !
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