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  #1 (permalink)  
Alt 23.04.2008, 16:18
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Standard HD vererbt oder angefüttert??

Hallo ihr Lieben,

dadurch, dass ich nun mit Mailo erstmals mit HD konfrontiert wurde und auch schon sämtliche Internetseiten etc. zu diesem Thema durchforstet habe, stellt sich mir eine Frage: Strenge Zungen in vielen Beiträgen sagen, dass die HD nicht vererbt wird und es auch bis heute keine handfesten Belege, Studien etc. dafür gibt!


Für den TA steht jedoch immer fest: vererbt!

Wer weiß mehr dazu??

Bin gespannt auf eure Beiträge.

Liebste Grüße
Anja
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Alt 23.04.2008, 16:43
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Hallo Anja,

wie soll man denn HD anfüttern können?

Sicher ist eine gesunde Ernährung und vor allem auch eine altersgerechte Belastung besonders in der Wachstumsphase wichtig, damit die Knochen und Gelenke sich möglichst gesund entwickeln.
Aber wenn ein Hund diese HD oder auch die ED durch vorbelastete Elterntiere erbt, dann kann man mit der Ernährung zwar versuchen den Verlauf positiv zu beeinflussen aber direktes anfüttern von solchen Missbildungen/Fehlstellungen der Hüftgelenke ist meiner Meinung nicht möglich.

LG
Lupi
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Alt 23.04.2008, 17:24
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Hallo Lupi,

es gibt auch Welpen mit recht verantwortungslosen Haltern, die die Kleinen von Beginn an z.B. Treppen steigen lassen. Dauerhaft kann dies auch zu HD führen, ohne Vererbung. Und dann eben noch ein "falsches" oder "schlechtes" Futter...

Welpenfutter z.B. fördert das Wachstum. Ein großer Hund oder zumindest einer der es werden will, der zu lange Welpenfutter bekommt, wächst auch dementsprechend schnell, wenns blöd läuft, zu schnell. Kann zu HD führen!

Ich persönlich habe mich noch zu keiner der beiden Meinungen bekannt. Da ich es einfach nicht weiß. Auf beiden Seiten gibt es, für mich, einleuchtende Argumente.

Grüße Anja
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Geändert von Mailo (23.04.2008 um 17:29 Uhr).
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  #4 (permalink)  
Alt 23.04.2008, 17:34
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Was ist ....
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Aus "Klinik der Hundekrankheiten" Enke-Verlag: "Die HD ist eine Entwicklungsstörung, die auf erblicher Veranlagung beruht, durch Misswuchs an Azetabulum (Anm.: Vertiefung des Hüftbeins, auch Hüftgelenkspfanne) und Femurkopf (Anm.: Kopf am Oberschenkelknochen) importiert und zu einer unzureichenden Stabilität des Hüftgelenks führt."
Unter den erblichen Erkrankungen nimmt die HD immer noch eine - unbestimmbare - Spitzenstellung ein. Es betrifft vor allem mittel- bis grosse Hunde. Viele Verbände streiten sich um die günstigste oder korrekte Auslegung der Röntgenbilder. Auch dabei kann vertuscht und gemauschelt werden.
Es ist aufschlussreich, mal über das eigene Bild der HD-Probleme hinauszusehen und zu lesen, wie Amerikaner die HD einschätzen, erklären, und was sie dagegen vereint unternehmen - im Gegensatz zu den europäischen Nationen. Die FCI konnte sich nämlich noch zu keiner einheitlichen Bewertung durchringen. Amerikanische Hundezüchter, die sich Tiere vornehmlich aus Deutschland holten, litten unter der importierten HD-Welle.
Die HD bei Menschen ist seit 2 000 Jahren bekannt. Der amerikanische Tierarzt mit dem deutschen Namen Schnelle fand die HDS bei Hunden erstmals 1935. Aber erst 20 Jahre später wurden seine Bemühungen anerkannt und eine Verbreitung in vielen Ländern festgestellt. Von Schnelle stammt auch die Klassifizierung der HD nach den Schweregraden I-IV.
Der US-Tierarzt und Genetiker Dr. Jerold S. Bell: "Sie ist das klassische Beispiel einer polygenen (Anm.: verursacht durch mehrere Gene) Erbkrankheit. Durch Gendefekte in der Anatomie und lockere Gelenke können betroffene Hunde lahm, und bei zusätzlicher Osteoarthritis (Knochen- und Gelenk-Entzündung) bewegungsunfähig werden. Wie bei vielen spät ausbrechenden und polygenetischen Krankheiten wirken sich Umweltbedingungen auf die Schwere der Erkrankung aus. Ein HD-Befund ist dank Röntgenaufnahmen zu ermitteln.
Die Orthopedic Foundation for Animals (OFA) sammelt und veröffentlicht seit vielen Jahren ein Register und versucht, mit verbesserten Röntgenprogrammen, die Krankheit zu kontrollieren. Jede Röntgenaufnahme wird von drei Radiologen, die vom Vorstand der OFA dazu berechtigt sind, ausgewertet.
Die OFA-Bewertungsskala gründet auf Gelenkaufbau, Lockerheit des Gelenks, eventuell arthritische Veränderungen. Die Skala reicht von excellent über gut, durchschnittliche, Grenzfall oder leichte, mittlere oder schwere HD.
(Anm.: In Deutschland sind die Bezeichnung innerhalb der Rassevereine verschieden: wie bei Schnelle, oder: frei, Verdacht, leicht, mittel und schwer.)
Die PennHip-Methode basiert, anders als die Röngten-Methode der OFA, auf der Messung der Lockerheit des Hüftgelenks. Dabei wird eine festgelegte Kraft verwendet, um die maximale Streckbarkeit der Gelenke beim betäubten Hund zu messen. PennHip-Studien weisen eine direkte Wechselwirkung von festen Hüftgelenken und geringem Auftreten von HD nach. Bei der Erfassung einer durchschnittlichen Streckbarkeit innerhalb einer Rasse und der Auswahl von Zuchttieren mit - relativ - festen Hüftgelenken, ist davon auszugehen, dass das Auftreten der HD mit der Zeit rückläufig ist.
Natürlich haben die Forscher erkannt, dass das Röntgen der Hüften nur eine phänotypische ( Anm.: genetisch kontrollierte Eigenschaft oder gesamtes Erscheinungsbild des Individuums) Messung ist, die keine Aussagen über die genetischen Voraussetzungen der HD trifft. Es zeigt sich, dass beide Methoden trügerisch positive wie auch negative Ergebnisse zeigen können. Beide Methoden können aber bereits in jungem Alter eine Disposition zu späterer HD zeigen. Die OFA stellt gültige Zertifikate erst ab einem Alter von zwei Jahren aus, bietet aber vorläufige Bewertungen jeder Altersstufe.
Es gilt, durch sorgfältige Auswahl von HD-beeinflussenden Genen unterhalb jener Grenzwerte zu bleiben, die eine HD entstehen lassen. Auch wir wissen, dass die Umgebung, in der sich ein Hund aufhält, einen Einfluss auf die Entwicklung einer HD hat. Züchter sollten künftiges Zuchtpotenzial unter vergleichbaren Aufzuchtbedingungen bewerten, in denen vor HD weder besonders geschützt noch die Bildung gefördert wurde.
Züchter selektierten zahlreiche Generationen auf einen normalen Hüftstatus und erwarteten, dass dieser sich auf die Nachkommen vererben würde. Wie wir aber aus der modernen Nutztierzucht lernen konnten, repräsentiert das Erscheinungsbild der Voll- und Halbgeschwister eher die Vielfalt der vorhandenen Gene als das Individuum selbst. Anders gesagt: In der polygenetischen Krankheitskontrolle ist die Breite der Ahnentafel von grösserer Bedeutung als ihre Tiefe. Es sind daher alle Wurfgeschwister zu bewerten.
Phänotypisch normale Hunde aus Würfen mit einem hohen Vorkommen an befallenen Tieren werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Disposition zu HD vererben. Bei sorgsamer Auswahl von Zuchttieren auf eine möglichst grosse Anzahl von phänotypisch normalen Wurfgeschwistern und Eltern kann in allen Rassen von einem Rückgang der HD ausgegangen werden."

So viel zur Vererbbarkeit…
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Alt 23.04.2008, 17:36
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Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Da falsche Ernährung und Haltung die Entstehung oder das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können, spricht man von einem multifaktoriellen (von vielen Faktoren abhängigen) Geschehen.

(Autor unbekannt)
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Alt 23.04.2008, 17:37
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Hallo Anja,

sicher kann man vieles falsch machen und einen Hund im Wachstum überfordern und schlechtes oder auch zu viel Futter kann sicherlich zu einer negativen Entwicklung führen aber die Anlage zu der HD ist da oder eben nicht.

Mein Hund hat mittlere HD und wir haben ihn sicherlich sehr gewissenhaft wachsen lassen. Das Futter war immer angemessen und von sehr guter Qualität, also ich sehe da keinen Zusammenhang. Wenn wir ihn überfordert hätten, dann hätte er nun eventuell große Probleme mit seinen "schlechten" Hüften aber das hat er bis jetzt zum Glück nicht.

LG
Lupi
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Alt 23.04.2008, 17:42
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Hier das wörtlich übernommene Referat über die Studie in Amerika:
„San José, Calif.95111, USA
Hüftgelenksdysplasie der großen Hunderassen, seit langem als ein ererbter Geburtsfehler angesehen, kann jetzt eine leicht kontrollierbare biochemische Angelegenheit sein. Die krankhafte Veränderung in den Hüftgelenken scheint vielmehr durch qualitativ minderwertiges und schwaches Collagen in den betreffenden Muskelbändern hervorgerufen zu werden.. Dies wird durch zuwenig Ascorbat – für eine richtige Synthese und Erhaltung des Collagen wichtig – verursacht. In acht Würfen (von Deutschen Schäferhundwelpen) von Deutschen Schäferhundeltern mit HD oder von Eltern, die HD-Welpen zeugten, gab es keine Anzeichen von HD! Die Mutterhündinnen bekamen während der Schwangerschaft Mega-Dosierungen von Ascorbat, und die Welpen erhielten eine ähnliche Diät, bis sie das junge „Erwachsenenalter“ erreicht hatten (18 Monate bis 2Jahre).

In den letzten 30 Jahren oder mehr hat man versucht die Hunde-Hüftgelenksdysplasie durch Pseudo-Zuchtauslese zu eliminieren. Die erste Beobachtung dieser Versuche empfahl Sterilisierung aller Welpen in einem von HD befallenen Wurf. Diese Maßnahme neigt zu Extremismus und könnte zum Aussterben einiger Rassen führen. Die meisten Tierärzte und Züchter jedoch sterilisierten nur die Welpen, die HD hatten und erlaubten, dass mit den anderen Welpen dieses Wurfes, die frei von HD waren, gezüchtet werden durfte. In der Annahme, dass dieses Leiden erblich ist, hat sich durch die Pseudo-Zuchtauslese die HD über die Jahre fortgesetzt. Schuld daran ist der Trägerfaktor in den Wurfgeschwistern, die diese Krankheit nicht zeigten.

Es war nie meine Absicht, dass die Lösung des HD-Problems so einfach sei, wie eine Zuchtauslese,
da dies das Problem bis heute nicht gelöst hat. Während 25 Jahre, in denen ich mich mit HD beschäftige, habe ich nie eine genetischen Schablone gefunden. Ich habe Rüden und Hündinnen gesehen, die von der Orthopedic Foundation als HD-frei gekennzeichnet, HD-Welpen produzierten und umgekehrt haben HD-Eltern normale (HD-freie) Welpen in die Welt gesetzt.

In einem Zeitalter, in dem die medizinische Gesellschaft kontrollierte und doppelt gesicherte Ergebnisse verlangt, um eine neue medizinische Theorie zu beweisen, ist es unbegreiflich, dass Tierärzte eine unbewiesene Theorie auf ihren äußerlichen Eindruck hin akzeptieren, nämlich dass HD ein genetischer Geburtsfehler ist. Der tierärztliche Berufsstand hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte auf dem Gebiet der Erleichterungen, Therapien, Chirurgie und der Technologie gemacht. Warum haben wir das Problem der Hunde-HD nicht gelöst?

Bis heute haben nur zwei Forscher die HD-Krankheit auf der Ebene von Zellen betrachtet. Dieses Team berichtet von der Myopathy (Atrophie) des „Pectineus“-Muskels und seine Auswirkung auf das Coxofemoral-Gelenk. Mit Hilfe eines tierärztlichen Pathologen haben sie durch histologisches Studium festgestellt, dass der „Pectineus“-Muskel bei potentiellen HD-Welpen von einer Atropie (Myopathy) befallen wird.

(Myopathie ist der medizinische Oberbegriff Erkrankung von Muskelzellen, die durch die Entzündung oder Überbeanspruchung der Muskeln auftreten. Dies kann in einzelnen Muskeln auftreten oder die gesamte Muskulatur betreffen.)
Die Atrophie (griechisch ατροφία - die Abmagerung, Atrophie, der Nahrungsmangel) bedeutet Gewebsschwund. Sie kann durch Größenabnahme der Zellen (Hypotrophie) oder durch Abnahme der Zellzahl (Hypoplasie) jeweils mit oder ohne gleichzeitige Veränderungen in der Zellstruktur auftreten.


... und hier ein kleiner Teil gegen die Vererbung!

(Entschuldigt für diesen Roman)

Grüße Anja
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Alt 23.04.2008, 17:57
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Tut mir leid, aber ich kann den Zusammenhang nicht so ganz erkennen.

Warum kommen dann in ein und dem selben Wurf Hunde zur Welt und die einen haben/bekommen HD und ein Teil ihrer Geschwister nicht? Wenn das allein an der Ascorbat-Zufuhr liegen soll?

Dann würde mich auch interessieren, was es für Nebenwirkungen (gleich oder später) auslösen kann, wenn man Hunde mit MEGA-Dosierungen von diesem Zusatzstoff füttert.

Ich bin doch ziemlich skeptisch.

LG
Lupi
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Alt 23.04.2008, 18:05
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Vitamin C wird vom Körper ausgeschieden da es ein wasserlösliches Vitamin ist, von daher ist ein Überschuss nicht möglich.

Ich habe diese Texte (und viele viele andere) ja auch nur gelesen. Denke mir zu vielem auch nur meinen Teil... Und deswegen würden mich ja eure Meinungen ebenso sehr interessieren.

Grüße Anja
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  #10 (permalink)  
Alt 23.04.2008, 18:15
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@Lupi

wo hast du das denn gelesen? Geschwisterwürfe aber nicht ein und derselbe Wurf. Gemeint ist, dass HD Eltern, die auch HD Würfe brachten SPÄTER mit erhöhter Gabe von Ascorbat während der Tragzeit, HD FREIE Welpen gebaren.
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