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Tierliebe: Mein teurer Freund | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
TIERLIEBE Mein teurer Freund Ob Designerkleidung oder Massage: Für Hunde gibt es heute alles. Das Milliardengeschäft mit der Tierliebe. Als das Museum einen Napf bei ihr bestellte, hatte es Friederike de Jong von Knebel geschafft: Den Deutschen war ihr bester Freund nicht mehr nur lieb, sondern auch teuer geworden. Und dafür stand nun ihre Firma – die Koko von Knebel Handelsgesellschaft, luxuriöse Accessoires für den Hund. »Blingmania Platinum«, so heißt der Fressnapf aus weißem Porzellan mit Platinwappen auf dem Boden, tourt seither mit der Wanderausstellung Die Sprache des Geldes durch die Republik. Von März an ist er in Nürnberg zu sehen, aber schon jetzt lässt sich der Nobelnapf auch kaufen: Ladenpreis ab 699 Euro. Friederike de Jong von Knebel leidet keineswegs an einer bizarren Form von Tierliebe. Die 38-Jährige ist eine clevere Geschäftsfrau, die mit Immobilienverwaltung ihr erstes Vermögen verdiente und mit Hundezubehör ihr zweites. Bei der Fernseh-Castingshow Top Dog – Deutschland sucht den Superhund saß sie in der Jury und machte sich auf diese Weise einen Namen in der Szene. Heute lenkt sie von ihrem Kieler Büro aus gleich mehrere Boutiquen mit gut zwei Dutzend Angestellten. »Ein Hund bleibt zwar ein Tier, aber er gehört auch zur Familie«, sagt von Knebel, während ihr schwarzhaariger Yorkshireterrier Max einen befreundeten Mops durchs Zimmer scheucht. Und eigentlich erklärt dieser eine Satz auch schon ihr ganzes Geschäftsmodell: Hunde leben heute mit den Menschen im Wohnzimmer. Doch ein gammeliges Weidenkörbchen sieht einfach schlecht aus neben dem schwarzen Designersofa. Warum sollte, wer Zehntausende Euro in eine Kücheneinrichtung investiert, seinen Hund aus einer alten Plastikschüssel fressen lassen? Max schießt auf der Mopsjagd unter den Tisch. Von Knebel kriegt ihn zu fassen, hebt ihn hoch und blickt ihm streng in die Augen. Am Hals des Tiers, das man vorübergehend im Stand-by-Modus betrachten kann, funkeln Swarovski-Kristalle. Schmuck gibt es ebenso in den Von-Knebel-Boutiquen wie Spielzeug, Futter und Winterbekleidung. »Ein tobender Hund auf dem Land braucht natürlich kein Mäntelchen«, sagt die Chefin, »aber ein kleiner Stadthund, der an der Leine spazieren geht, schon.« Genau dort, in den Revieren bessergestellter Stadthunde, hat sie ihre Boutiquen eröffnet: Düsseldorf, an der Königsallee. München, Nähe Staatsoper. Auf Sylt. Im Berliner KaDeWe. Am Hamburger Gänsemarkt, nicht weit von Ralph Lauren. Leicht zu übersehen, dass hier keine Zwei-, sondern Vierbeiner ausgestattet werden: weiße Regale auf Holzfußboden, Kristallleuchter an der Decke, ein Hauch von Espresso in der Luft. »Die Ladenmiete in solchen Toplagen ist zwar sehr hoch«, sagt von Knebel, »aber es rechnet sich trotzdem.« Sogar Amazon führt neuerdings Haustierbedarf Es ist gar nicht mal allzu lange her, da schmunzelten die Menschen, als der Münchner Mode-Exzentriker Rudolph Moshammer mit seiner Daisy auf dem Arm erstmals Hundekosmetik anpries. Da lachte man vor dem Fernseher, wenn Frauchen im Werbeblock die Cesar-Bröckchen für ihren West-Highland-Terrier auf einem Porzellanteller anrichtete – mit etwas Petersilie garniert. Heute lacht niemand mehr. Keine Innenstadt ohne Hundeboutique, kein Gewerbegebiet ohne Fressnapf-Megamarkt. Sogar Amazon führt neuerdings Haustierbedarf. Längst ist der Hund zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden, die Tierliebe ein Riesengeschäft, krisensicher und umsatzstark. Zwar besitzen die Deutschen im internationalen Vergleich nur sehr wenige Haustiere, allerdings geben sie überdurchschnittlich viel für sie aus. Innerhalb Europas sind bloß Briten und Schweden spendabler. In Geld gemessen, kostet ein durchschnittliches Hundeleben hierzulande 12.000 bis 20.000 Euro, alles für Futter, Spielzeug, Halsbänder, Versicherungsbeiträge, Hundeschulen, Medikamente, Tierarzt- und Friseurbesuche. Fünf Milliarden Euro kämen so alljährlich zusammen, hat eine Studie der Universität Göttingen ergeben. Das Geld sichert rund 100.000 Arbeitsplätze und hält eine ganze Industrie am Leben. Wäre die Deutsche Wauwau AG ein Unternehmen, sie würde doppelt so viel Umsatz machen wie die Lifestyle-Firma Puma, dreimal mehr als Hugo Boss und fünfmal so viel wie der Brillenkonzern Fielmann. Galt ein Hundeleben mal als erbärmlich, scheint es heute erstrebenswert. Vorbei die Zeit, als Waldi im Treppenflur schlief und sich mit Schlachtabfällen zufriedengeben musste. Viele der 5,5 Millionen Hunde im Land werden mit dem Feinsten verwöhnt. Schon hat die Bio-Welle das Tierfutter erreicht, verwischt die Grenze zwischen Napf und Teller. » Human grade quality« , Nahrungsmittelqualität, steht auf den schwarzen Hundefutterdosen bei Koko von Knebel, und ein Hersteller aus dem Schwäbischen druckt, allenfalls halb im Scherz, » For Dogs only?« auf seine Gläschen, mit großem grünem Fragezeichen. Lamm in Aspik, Rind mit Kräutern, Huhn mit Karotten und Mangold: wirklich nur für Vierbeiner? Nicht mehr lange, und der Hund sitzt mit am Tisch. Aus Sicht von Nestlé läuft also alles bestens. Der Schweizer Konzern, den man vor allem für Maggi, Nespresso, Alete und Kitkat kennt, ist nicht nur der größte Hersteller von Nahrungsmitteln, sondern auch einer der globalen Tierfuttergiganten. Mit Beneful, Pro Plan, Bonzo und anderen Markenprodukten füllt er die Hundemägen der Welt. Dabei sind die Kleintierspeisen für Nestlé profitabler als Süßigkeiten oder Tütensuppen für den Menschen. Es grenzt an ein Wunder: Ausgerechnet in dem Land, das Aldi und Lidl erfunden hat und in dem Lebensmittel so billig sind wie nirgendwo sonst, lässt sich mit Hundenahrung ordentlich Geld verdienen. In Supermärkten bilden die Regale mit Tiernahrung inzwischen eine Art Sonderwirtschaftszone. Und Annegret Kramer sorgt dafür, dass es auch so bleibt. Die 37-jährige Diplomkauffrau macht Category Management für Purina, so heißt Nestlés Tiernahrungssparte. Anders gesagt: Kramer ist auf Markenmission für Bonzo und Co. unterwegs in deutschen Einkaufswelten und erklärt den Ladenbesitzern, wie man zwischen den Regalreihen emotionale Welten schafft und so den Absatz steigert. Einen ganz ähnlichen Job hat sie früher für die Kosmetikindustrie gemacht, bei der Shampoomarke Schwarzkopf. »Haarpflege und Hundefutter unterscheiden sich gar nicht so sehr voneinander«, sagt sie. »Bei beiden Warengruppen geht es um Zusatznutzen und darum, sich oder dem Tier etwas Besonderes zu gönnen.« Im Globus-Markt im Westen von Köln lässt sich in dieser Hinsicht durchaus einiges verbessern. Grün und orangefarben leuchtet die Warenwelt, und obwohl es mitten am Tag ist, stauen sich Menschen mit vollen Einkaufswagen. Fleisch scheint heute besonders billig zu sein, die Kiste Dom Kölsch wird hier offensichtlich traditionell im Doppelpack abgegeben. Die Regalreihe mit dem Hundefutter befindet sich gleich am Eingang, direkt hinter der Obst-und-Gemüse-Abteilung. Kramer ist zufrieden. Studien haben gezeigt, dass die Laune der Kunden sinkt, je länger ihr Supermarktparcours dauert. Und schlechte Laune ist schlecht fürs Geschäft. Aber dann: Anfängerfehler in der Regalstruktur! Nassfutter, Snacks, Trockenfutter. »Snacks sind Impulsartikel, und die sollten nicht nur im Regal, sondern auch an einem besonderen Ort stehen. Etwa an der Kasse, wo auch Schokoriegel liegen«, sagt Kramer. »Snacks werden ja oft auch von Leuten gekauft, die selbst keine Tiere haben, aber ein Mitbringsel für den Hund ihrer Freunde suchen.« Ob Leckerlis oder Funktionsessen, der kleine Imbiss für zwischendurch verkauft sich wie geschmiert – kein Segment wächst schneller als das der Hundekekse, Anti-Zahnstein-Happen und Gelenk-Aktiv-Stäbchen. »Deutsche Hundehalter kaufen gerne Nassfutter« Nach einem Tag mit Kramer kann man zwar nie wieder unbefangen einkaufen gehen, weiß aber fast alles über Tiernahrung. Etwa, dass Deutschland ein Dosenfutterland ist. »Deutsche Hundehalter kaufen gerne Nassfutter, in allen anderen Ländern ist Trockenfutter beliebter. Das riecht besser und ist bequemer zu handhaben«, sagt die Verkaufsexpertin, die ihre Klientel gut kennt: Hundehalter sind eine zahlungskräftige Zielgruppe. Selbstständige und Beamte sind überrepräsentiert, zwei Drittel besitzen Wohneigentum, viele mit Garten. Sie bleiben ihrem Supermarkt deutlich treuer als Kunden ohne Tiere. Trotzdem könne man Hundefreunde noch glücklicher machen, sagt Kramer. Durch Broschüren, die verraten, welches Futter zum Tier passt: Junior? Senior? Light? Dem Globus-Markt fehlen zudem Bilder. »Hier würde ich ein paar emotionale Fotos von Hunden und Menschen hinhängen, um die Beziehung zwischen beiden hervorzuheben.« Bilder sprechen Menschen direkter an als jede gedruckte Information. Deswegen wird Haarshampoo ja auch mit penibel gepflegten Models verkauft. Bei Hundefutter funktioniert das sogar noch besser. Kein Augenaufschlag eines Topmodels dringt so tief in die Seele wie der eines Labradorwelpen. Bittet man Marktforscher, die Gründe für die Tierliebe zu erklären, antworten sie einstimmig mit »Überalterung der Gesellschaft«, »emotionaler Kälte« und »Einsamkeit«. Und tatsächlich: Statt Bello, Fiffi oder Waldi heißen Hunde heutzutage Emma, Paul und Lilly. So nennt man auch seine Kinder. Zwei von drei Tierhaltern geben an, dass ihr Hund ihnen helfe, »die kleinen Probleme des Alltags besser zu bewältigen«. Oft liegt Hundchen noch im Ehebett, wenn der schnarchende Gatte längst ins Gästezimmer verbannt wurde – mehr als jeder vierte Halter nimmt seinen Vierbeiner zumindest gelegentlich mit unter die Decke. In den USA würde sogar jeder zweite verheiratete Hundebesitzer eher mit seinem Tier auf eine einsame Insel auswandern als mit seinem Partner. Der Hund hat einen langen Weg hinter sich. Er begann als Raubtier und wurde über die Jahrtausende zum Schoßhündchen. Und heute? »Hunde sind Modeartikel geworden«, sagt Hal Herzog von der Western Carolina University. Gemeinsam mit amerikanischen und britischen Biologen und Psychologen hat er vor ein paar Jahren untersucht, warum so viele Menschen plötzlich Labrador-Retriever an der Leine spazieren führten und kaum noch jemand Irish Setter. Also durchforschte er die amerikanischen Welpenstatistiken seit den fünfziger Jahren. Ergebnis: »Menschen wählen ihren besten Freund nicht, weil er als Haustier gut zu ihnen passt. Es geht ihnen vielmehr darum, was trendy ist.« Kein Hundebesitzer würde wohl zugeben, dass das Wohl des Tieres bei ihm nicht an oberster Stelle steht. Doch die Zahlen deuten darauf hin. Viele Menschen wollten den Hund, den auch andere Menschen haben, fand Herzog heraus: erst Irish Setter, dann Chow-Chows und Dalmatiner, später Rottweiler, dann Labrador-Retriever. Das Muster hatte Herzog zuvor schon bei Babynamen, Damenmode und psychischen Störungen beobachtet. Die Tochter heißt Marie, Mama trägt Röhrenjeans, Papa leidet am Burn-out-Syndrom, und daheim wartet hechelnd der Hund der Saison. Ridgebacks und Magyar Vizslas sind übrigens die aktuellen Must-have-Vierbeiner. Und Möpse ebenfalls, sofern man im Münchner Feinkost-Käfer-Universum verkehrt. Weil sie treue Begleiter ihrer Herrchen sind, verlaufen die Leben mancher Hunde freilich ganz anders als geplant. So legen sich viele Menschen einen Hund zu, weil sie sich selber mehr bewegen wollen. Aber nur im Traum streifen Zwei- und Vierbeiner glücklich vereint in der Abendsonne über die Wiesen. Praktisch geschieht oft das Gegenteil. Draußen ist es kalt und nass, und kaum gehört Bello zur Familie, hockt er mit auf der Couch, sieht fern und futtert Hundesnacks. Die Folge: Herrchen wird nicht schlanker, dafür verfettet sein Haustier. Beinahe jeder zweite Hund in Deutschland hat Übergewicht, hat der Bundesverband Tiergesundheit herausgefunden. Was die Wirtschaft gleich doppelt freut: Erst wird der Cockerspaniel mit allerlei Leckerli bis ans Niveau eines Boxers herangemästet, um anschließend von speziellen Dienstleistern wieder auf Normalmaß heruntertrainiert zu werden. Gezahlt wird für beides, und auch das ist Wirtschaftswachstum. Michaela Keller verdankt diesem Phänomen sogar ihren Job. Die 42-Jährige ist Personal Dog Trainer bei der Canis Resort AG, einer Art Luxusherberge mit Fitnessclub für den anspruchsvollen Hund. 45 Tiere sind heute zu Gast, die Anlage ist ausgebucht. Statt im Zwinger übernachten die Hunde in »Lodges« aus dunklem Holz, die an kleine Almhütten erinnern. Jede Lodge hat einen eigenen Garten, der Rasen ist getrimmt. Es gibt einen Spa-Bereich, man kann Friseurtermine buchen, und wenngleich keine livrierten Kellner das Futter servieren, wird nach Wunsch gekocht, Diätplan inklusive. Die Wellnessoase liegt keine zehn Autominuten vom Münchner Flughafen entfernt, das ist wichtig für den Shuttleservice. Viele gut betuchte Kunden lassen ihren Liebling am Terminal oder gleich im Private-Aviation - Bereich mit dem schwarzen Mercedes Vito abholen, bevor sie in den Flieger steigen. Bei ihrer Rückkehr wartet der beste Freund wieder schwanzwedelnd am Gate: geputzt, gebürstet und trainiert. Keller führt einen Golden Retriever aus der Lodge auf das tennisplatzgroße Trainingsgelände. Hinter einem Edelstahlzaun lernt die junge Hündin, wie man sich benimmt: Sitz! Komm! Platz! Brav! »Ich kenne sie schon als Welpe und habe sie durch die Pubertät begleitet«, sagt Keller, den Retriever still an ihrer Seite. Ein Tier wie aus dem Bilderbuch. Aber es gibt auch andere, um die sich Keller kümmern muss. Den Ridgeback, dessen Besitzer sich scheuen, ihm ein kleines Pflaster vom Hals zu ziehen, und lieber einen Dienstleister damit beauftragen. Den Setter, der ständig an der Leine zerrt, weil Herrchen die Sache mit der Rangordnung nicht kapiert. Und den Labrador, der tagsüber im Büroflur liegt. »Der hat nur Leckerli bekommen und war komplett auf die Kühlschranktür konditioniert«, sagt Keller. »In drei Wochen hat der hier sechs Kilo abgespeckt.« Das Diätprogramm hat seinen Preis. 390 Euro kostet ein ganzer Tag Exklusivtraining beim Personal Dog Trainer im Canis Resort, plus Logis, Chauffeurdienste und Extras. Wenn gewünscht, kommt Keller auch mit in den Urlaub und bringt das Tier beim Strandspaziergang in Form. Gleichwohl kennt die ausgebildete Hundetrainerin ihre Grenzen: »Ich arbeite mit Tieren«, sagt sie, »aber eigentlich müsste man auch mit den Menschen arbeiten.« »Wir müssen unsere Kunden nicht erziehen«, sagt Thomas Gerteis, der Gründer und Chef von Canis Resort. Diskretion gehöre zum Geschäft eines Dienstleisters. »In guten Hotels weiß die Rezeption ja auch, wenn Sie letzte Nacht den Whisky aus der Minibar leer getrunken und drei Pornofilme geschaut haben. Aber man wird Sie niemals darauf ansprechen.« Gerteis könnte der jüngere Bruder von Sky du Mont sein, und er steht für eine neue Generation von Unternehmern in der Hundeszene. Lieber als von Tierliebe redet der 48-Jährige von Marktanalyse und Skalierbarkeit. So wie ein promovierter Betriebswirt eben spricht, der als Investmentbanker für Merrill Lynch gearbeitet hat, nach der Jahrtausendwende mit einer Firma für Internetmarketing sein Glück machte und dann zwei Millionen Euro privates Vermögen in ein Hundeverwöhnzentrum investierte. Vor zwei Jahren startete er, heute beschäftigt Canis Resort 30 Mitarbeiter und arbeitet in manchen Monaten bereits profitabel. In Zürich soll demnächst eine Filiale eröffnen, weil das Mensch-Hund-Geld-Verhältnis etwa dem von München entspreche, sagt Gerteis. Man könne das verhältnismäßig einfach berechnen: »Im Markt ist wahnsinnig viel Herzblut, aber sehr wenig ökonomischer Sachverstand.« Laien regen sich vielleicht darüber auf, dass jeder zweite Hund im Canis Resort einen eigenen Medikationsplan dabeihat – also ein Sortiment von Pillen, Salben und Tropfen gegen echte Krankheiten und harmlose Wehwehchen. Leute wie Gerteis sehen darin in erster Linie eine gigantische Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und Medikamenten für Vierbeiner, die auch befriedigt werden will. Bundesweit lassen sich die Deutschen die medizinische Versorgung ihrer Haustiere rund 330 Millionen Euro kosten. Von diesem Geld werden zwar nicht nur Hunde therapiert. Man muss aber nicht lange rätseln, um herauszufinden, dass die Behandlung von Lifestyle-Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen das nächste große Ding ist. Neben klassischen Medikamenten gelangen zunehmend bizarre Placebos auf den Markt, mit denen sich geplagte Wohlstandsbürger bisher eher selbst behandelt haben. Von Globuli über Energie-Magnetschmuck bis hin zur Bachblütentherapie reicht das Angebot. Wer es ernsthafter mag, geht zum Kleintierakupunkteur oder lässt Waldi beim Hundemasseur eine Wirbelsäulentherapie nach Dorn angedeihen. Was gut für Herrchen ist, kann dem Hund ja nicht schaden. Fidavet Kaodyn zum Beispiel, die »wohlschmeckende Paste« des belgischen Herstellers Janssen Animal Health, »hilft schnell und effektiv, Imbalancen der Darmflora zu regulieren«. Darmflora? Das kennt man schon von Aldi, Rewe und Edeka – aus dem Milchregal, wo der probiotische Joghurt steht. Bei der Kombination Tier und Medikament denkt man gewöhnlich an industrielle Massenviehhaltung. An Schweine und Hühner, die zu Tausenden in enge Ställen gepfercht und wegen der hohen Infektionsgefahr ständig mit teuren Antibiotika gefüttert werden. Weit gefehlt: An den weltweit 18,6 Milliarden Dollar, die alljährlich für Tierarzneien ausgegeben werden, haben Haustiere einen Anteil von 42 Prozent. In Deutschland liegt die Quote sogar höher. »Tierhalter sind besser informiert als früher und legen größeren Wert auf die Gesundheit ihrer Tiere. Wir erwarten daher, dass die Medikationsrate bei Hobbytieren in den kommenden Jahren weiter steigt«, sagt Willem Rutjens, der beim weltgrößten Pharmakonzern Pfizer die Haustiergesundheit verantwortet. Und das ist keine Kleinigkeit. Mit Haus- und Nutztierarzneien setzt Pfizer fast doppelt so viel Geld um wie mit Krebsmedikamenten für Menschen. Sogar Psychopharmaka gibt es mittlerweile in der Hundeversion. Reconcile-Kautabletten von Elanco etwa erleichtern das Schicksal vieler Vierbeiner in den Vereinigten Staaten. Ihr Wirkstoff Fluoxetin steckte bereits in der Menschen-Glückspille Prozac. Hunden soll das Antidepressivum nun helfen, Trennungsängste durchzustehen – während sie in der Großstadtwohnung darauf warten, dass Herrchen nach dem langen Tag im Büro endlich nach Hause kommt. Etwa jeder fünfte Hundehalter gelte hierzulande als »prestigeorientiert und vermenschlichend«, hat die Psychologin Silke Wechsung in einer Studie für die Universität Bonn herausgefunden. Der Hund diene diesem Typus zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Zugleich erlebe der Halter die Einschränkung der eigenen Freiheit als Belastung, und vermutlich erklärt das nicht nur die Nachfrage nach Psychoarzneien, sondern auch die Existenz von Louis-Vuitton-Mopstragetaschen zum Stückpreis von 1400 Euro. Der Kleinhund soll Frauchen beim Shopping begleiten – aber nicht stören. Umgekehrt bedeutet die Studie der Uni Bonn freilich auch: Vier von fünf Hundehaltern sind ihrem Tier ein echter Freund. Sie fühlen sich ihm emotional tief verbunden und investieren Aufmerksamkeit, Zeit und bisweilen sehr viel Geld in die Beziehung. Eine gute Grundlage für weiteres Wachstum, denn ausgereizt ist das Geschäft mit der Tierliebe noch lange nicht. Zwar schenken bereits acht von zehn Hundehaltern ihrem Liebling etwas zum Geburtstag. Aber Weihnachten und Ostern sind hundeökonomisch noch weitgehend unerschlossen. .....
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Gruß aus Hamburg Ralf "Auf der Suche nach dem Glück, stellte sich heraus, das Glück sieht aus wie ein Hund!" |
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Ausgebrannt – Wie Ein Hund Ein Leben Rettete • Artikel • Lübecker Nachrichten
Ausgebrannt – Wie ein Hund ein Leben rettete Der blinde Roland Thomas aus Greifswald verlor durch ein Feuer seine Wohnung und ist nun obdachlos. Greifswald – Dieses für ihn katastrophale Jahresende wird der blinde Roland Thoms nicht vergessen. Am 25. Dezember brannte es gegen 18.30 Uhr in dem Haus, in dem er wohnte (die LN berichteten). Seine Vermieterin, eine 79-jährige Frau, in deren Wohnung der Brand ausgebrochen war, wurde schwer verletzt. Der Greifswalder und sein Kumpel Klausi, für den er an diesem Abend einen Braten zubereiten wollte, wurden gerettet. „Unser Leben verdanken wir ,S. Tünno’, meinem Hund. Das S steht dabei für schneller Hund“, sagt Thoms und streicht dem Boxer über das Fell. Das 27 Monate alte Tier ist kein ausgebildeter Blindenhund, aber der Führhund des Greifswalders. „Ich habe ihn der Bundespolizei abgekauft, sie konnten ihn nicht weiter ausbilden, weil er einem bestimmten Befehl nicht gehorcht. Aber für mich ist er ein treuer Begleiter“, betont Thomas. Am Abend des 1. Weihnachtstages rennt der Vierbeiner immer wieder mit dem Kopf gegen die Wohnungstür und bellt. Weil „Tünno“ partout nicht aufhörte, habe er die Tür geöffnet. „Da war schon das Feuer, ich konnte es hören“, erinnert er sich. Er habe die Tür schnell zugemacht und die Feuerwehr gerufen. „Sie holten mich, meinen ,Tünno’ und Klausi mit der Drehleiter aus der Wohnung“, erzählt der blinde Mann. „Auf dem Sozialamt hieß es, dass ich zunächst ins Obdachlosenheim kann, aber ohne Hund. Denn er wäre kein ausgebildeter Blindenhund. Aber ohne meinen ,S. Tünno’ dorthin – das geht nicht.“ Weil er nicht wusste, wohin er bei der Kälte sollte, sei er einen Tag und eine Nacht mit seinem Schwerbehindertenausweis in Zügen auf und ab gefahren, um sich aufzuwärmen. Am Dienstagabend hätten ihn Bundespolizisten in Ahlbeck aus der Usedomer Bäderbahn geholt. Er hatte zuvor den Schaffner gebeten, im Wagen übernachten zu dürfen, da er keine Bleibe habe und sonst erfrieren würde. Die Beamten bewiesen ein gutes Herz: Wegen der Eiseskälte durfte er die Nacht mit seinem Hund in den Räumen des Polizeireviers verbringen. Roland Thoms hat einen Sozialbetreuer an seiner Seite. Der Mann versucht derzeit, für den 52-Jährigen eine Bleibe zu finden. Aber es sei nicht einfach, da sein Schutzbefohlener in Greifswald kein Unbekannter sei. Thoms hatte lange große Probleme mit dem Alkohol. Doch mit der kleinen Wohnung sei vieles besser geworden, versichert der Betreuer. Er bemühe sich, auch dank seines Hundes, um einen geregelten Tagesablauf und Ordnung. Die Aussage des Sozialbetreuers und das Flehen von Roland Thoms erweichten schließlich das Sozialamt und die Volkssolidarität als Betreiber des Greifswalder Obdachlosenheimes: „Wir machen eine Ausnahme: Herr Thoms kann mit seinem Hund im Obdachlosenheim bleiben, bis er eine Wohnung gefunden hat.“
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Diesen Artikel aus der Rheinischen Post vom 8.1. habe ich heute morgen meinen Hunden schon vorgelesen. Sie waren weniger beeindruckt als ich.
(dapd) Hunde sind offenbar cleverer als vermutet: Einem Border Collie haben amerikanische Psychologen jetzt Namen für mehr als 1.000 Gegenstände beigebracht. Die Hündin Chaser kann die Objektbezeichnungen von Befehlen unterscheiden und versteht zudem auch Sammelbegriffe für Kategorien von Gegenständen, wie Forscher des Wofford College im US-Staat South Carolina in der Zeitschrift "Behavioural Processes" schreiben. Schon vor 7 Jahren hatte eine Studie des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie Aufsehen erregt. Darin hatten Tierpsychologen dem Border Collie Rico mehr als 200 Wörter beigebracht. Die 6 Jahre alte Chaser kennt nun nach dreijährigem Training die Namen für insgesamt 1022 Spielzeuge. Die Objekte konnte sie sogar zuverlässiger identifizieren als die Wissenschaftler selbst, hieß es. Besonders verblüffend sei, dass Chaser auch die Bedeutung verschiedener Objektkategorien verstehe. So wisse die Hündin zum Beispiel, dass das Wort "Spielzeug" für alle 1022 Objekte gilt, die Bezeichnung "Ball" dagegen nur die 116 weichen Kugeln beschreibt. Ob andere Hunderassen zu ähnlichen Leistungen fähig sind, wissen die Forscher dem Bericht zufolge nicht. Sie vermuten aber, dass die Jahrtausende alte Beziehung zwischen Mensch und Hund die Fähigkeit der Vierbeiner zum Verständnis von Worten geprägt hat. Metaxa |
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Heute in der Zeitung gelesen:
Genf(dapd) - Hundebsitzer in einem kleinen Schweizer Dorf müssen bei Steuerflucht künftig womöglich um das Leben von Fiffi und Co. bangen. Die Verwaltung von Reconvilier plant, Hunde einschläfern zu lassen, deren Halter nicht die jährliche Hundesteuer von umgerechnet 39 € begleichen. Mit dieser drastischen Maßnahme sollten unter anderem Hunderttausende Euro ausstehende Steuergelder eingetrieben werden, erklärte ein Behördenvertreter. Metaxa |
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Gute Idee Nett-Man!
Dann hier nochmals, Quelle ist Spiegel onine: Hundgepäck-Problem Familie mit dickem Haustier verpasst Urlaubsflug Weil ihr Hund das zulässige Höchstgewicht fürs Handgepäck überschritt, musste eine Familie in Düsseldorf ihre Urlaubsplanung ändern. Eiligst musste eine Transportbox für den Frachtraum her - doch dann war der Flieger weg. Jetzt ging der Fall vor Gericht. Düsseldorf - Weil ihr Hund zu viele Pfunde auf die Gepäckwaage brachte, hat eine Familie in Düsseldorf ihren Urlaubsflieger nach Portugal verpasst. Da der Mischling bei früheren Reisen stets in der Passagierkabine mitfliegen durfte, hatte die Familie auch diesmal darauf vertraut. Doch am Schalter musste sie erfahren, dass ihr Vierbeiner das zulässige Kabinen-Höchstgewicht um mehrere Kilo überschreitet. Am Dienstag wurde der Streit vor Gericht fortgesetzt. Mit einem Taxi war der 50-jährige Familienvater noch zum anderen Ende des Flughafens geeilt, um eine Frachtbox für den Bello zu kaufen. Als er mit der Box zurückkam, habe die spanische Airline Iberia aber den Schalter vor seinen Augen geschlossen. Nebenan, am Schalter für die erste Klasse, seien derweil noch Passagiere abgefertigt worden. Dass ihr Hund fett geworden sei, bestritt die Familie. Er habe allenfalls ein bisschen zugelegt. (hat mir besonders gefallen, Anmerkung) Die Familie war schließlich samt Hund per Auto nach Portugal gereist und hatte ihre 910 Euro für die Flugtickets per Klage zurückverlangt. Die Airline beharrt darauf, alles richtig gemacht zu haben. Der Schalter habe ganz normal geschlossen. Der Richter des Düsseldorfer Amtsgerichts ließ am Dienstag erkennen, dass die Familie schlechte Karten hat, weil sie eine etwaige Willkür der Airline nicht beweisen könne. Er appellierte aber an die Kulanz der Fluggesellschaft und schlug einen Vergleich vor: Beide Parteien sollen sich die Kosten teilen. Das will Iberia nun prüfen. sto/dpa |
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Ja, schon vor 9.000 Jahren fanden Hunde eine vielseitige Verwendung:
Old dog, new tricks: Study IDs 9,400-year-old mutt - Yahoo! News |
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Wieder mal für euch gelesen:
Geruchssinn: Labrador erschnüffelt Darmkrebs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft |
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Neue Hundehalter brauchen einen "Führerschein" - Norddeutschland - Region - Hamburger Abendblatt
Neue Hundehalter brauchen einen "Führerschein" Gesetz in Niedersachsen schreibt jetzt auch Chip und Haftpflichtversicherung vor HANNOVER. Nach mehr als zweijährigen kontroversen Debatten und mehreren Beißattacken von Hunden gegen Kinder wird das niedersächsische Hundegesetz verschärft. Anders aber als in den Nachbarländern Hamburg und Schleswig-Holstein sieht der von der Landesregierung vorgelegte Gesetzentwurf keine besonderen Regelungen für gefährliche Hunderassen vor. Im Gegenzug müssen künftig in Niedersachsen alle Hunde wie in Hamburg mit einem Chip versehen werden, während diese Verpflichtung in Schleswig-Holstein nur für Kampfhunderassen gilt. Weiterer Kernpunkt des Gesetzentwurfs ist der "Hundeführerschein", ein Sachkundenachweis, den alle neuen Hundehalter brauchen. Verpflichtend wird für alle rund 400 000 Hundehalter eine Haftpflichtversicherung für ihre Tiere. Der erst seit wenigen Wochen amtierende neue Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) begründete die Neuregelung: "Mehr Sicherheit und eine sachgemäße Haltung stehen hier im Mittelpunkt." Aus der Sicht der Oppositionsparteien ist die Gesetzesnovelle überfällig. Der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer aber pochte darauf, alle Hundehalter sollten eine Sachkundeprüfung ablegen. Marianne König, Abgeordnete der Linksfraktion, nannte das Gesetz mangelhaft: "Es fehlt das Verbot zur Zucht, Ausbildung und Abrichtung von sogenannten Kampfmaschinen, und das ist wegen möglicher Gefährdung der Bevölkerung ein großes Manko." Um die Einhaltung der Pflichten durch die Hundehalter müssen sich die Gemeinden kümmern. Im Landwirtschaftsministerium wird es ein Zentralregister für alle Hunde geben.(fert)
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Gruß aus Hamburg Ralf "Auf der Suche nach dem Glück, stellte sich heraus, das Glück sieht aus wie ein Hund!" |
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Wem es im Meditationsraum zu still wurde, dem steht nun ein neuer Weg zur Verfügung seine Hunde-Erziehungs-Sünden zu beichten:
USA: Katholische Kirche segnet Beicht-App ab - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama Was Sie sind haben Ihren Hund einfach vor dem Supermarkt festgebunden Drei Vaterunser. |
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