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  #1 (permalink)  
Alt 06.02.2007, 01:50
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Standard Jagdrecht & Abschuß von Hunden

Wie ich neulich von einer jugoslawischstämmigen Französin hörte, ist das deutsche Jagdrecht ziemlich einmalig in Europa und eine der ungebrochen in die Gegenwart weitergeführten "Rechts"-Setzungen aus der faschistischen Epoche. Daß Jäger ziemlich willkürlich vierbeinige Familienmitglieder ihrer Mitbürger abknallen dürfen, sei eine typisch deutsche Nische, wo sich faschistoide Mentalität noch weitgehend ungestraft ausleben dürfe. In anderen Ländern gäbe es so etwas nicht. Das kann ich nicht beurteilen, möchte das Thema aber dringend zur Diskussion stellen.

In meinem Hundeverein sprach man neulich darüber und ich mußte hören, daß in der Region nördlich von Frankfurt/M. diese "Tradition" offenbar höchst lebendig ist. Einer Joggerin sei ihr ca. 300 m zurückgebliebener, herumschnüffelnder Hund abgeschossen worden, weitere Beispiele wurden genannt.

Ich halte es für dringend geboten, hierzu eine breite öffentliche Diskussion zu entfachen. An konkreten Schritten wäre denkbar, daß

- "dogs" eine Kampagne zur Änderung der Gesetzeslage startet,

- eine Website/Weblog eingerichtet wird, das Hundemörder zur Abschreckung von weiteren Tätern namentlich bekannt macht

- Mitglieder dieses Forums diese Frage in anderen Foren ansprechen usw.

Die Gesetzeslage ist schlicht ein Skandal und schreit nach Änderung.

Geändert von hutten (06.02.2007 um 02:03 Uhr).
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  #2 (permalink)  
Alt 06.02.2007, 11:15
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Registriert seit: 18.01.2007
Beiträge: 67
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Hallo,
kann jetzt nur vom Hören-Sagen berichten, dass die Schweiz und Österreich ziemlich schießfreudig sein sollen und Irland (wegen den Schafen).

Ich finde auch, dass sich an unserem Jagdrecht etwas ändern sollte, schließlich hetzt ja bestimmt niemand seinen Hund mit Absicht auf Wild.
Einer Bekannten von mir ist es bereits zweimal passiert, dass die Flexileine gerissen ist und der Brackenmischling auf und davon.
Sie weiß, dass der Hund jagd, also bleibt er an der Leine. Aber es kann immer mal etwas passieren, dass der Hund sich losreißt oder ähnliches und dann Angst haben, dass er vom Jäger abgeschossen wird ist schon eine ziemliche Zumutung. Mir ist es z.B. auch passiert, dass der Karabiner von der Schleppleine im Winter eingefroren war, dass er vorne nicht zugeschnappt hat. Mein Beagle war dann ca. 30 Minuten unterwegs. Da mein Beagle nicht hört, wenn er eine Spur hat läuft er praktisch immer mit gesicherter Schleppleine.
Auch Laila läuft oft parallel zu mir auf der Wiese und schnüffelt halt so vor sich hin. Manchmal ist der Abstand halt etwas größer, aber sie ist keine Jägerin in dem Sinne wie z.B. ein Beagle; ihr ist es wichtiger bei der Meute zu bleiben. Aber wie im ersten Beitrag schon geschrieben, könnte auch hier ein Jäger willkürlich schießen, wenn er wollte.
Der Abschuss von Haustieren gehört schlicht und einfach verboten.
Es gibt bereits viele Organisationen, die sich diesem Thema angenommen haben z.B. Deutscher Tierschutzbund, Tierschutzpartei,
Auch war letztes Jahr auf der Webseite des deutschen Bundestages eine Online-Petition gegen den Abschuss von Haustieren. Ich glaube es haben ca. 15.000 Leute unterschrieben.
Eine Kampagne von "Dogs" wäre toll.
Gruß
bigbeagle
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  #3 (permalink)  
Alt 06.02.2007, 14:21
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Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 9
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Hallo zusammen,
wer den genauen Wortlaut den Landesjagdgesetz Baden-Württemberg wissen will, der kann sich folgenden Link aufrufen: http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de...z_komplett.pdf
Paragraph 29 regelt die "Abschußerlaubnis" von Hunden und Katzen. Die Regelung für Katzen ist das allerletzte, das ist wirklich der Freischein jede Mieze abzuknallen, die vor die Flinte kommt. Ich kenne einige Jäger und die meisten sind echt okay und auch tierlieb (okay, das mit dem Tiere jagen also tot schießen, kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen, andererseits esse ich auch Fleisch…) Jedenfalls haben mir alle unabhängig voneinander gesagt, dass sie keine Hunde schießen, weil der Ärger viel zu groß ist und sie sogar die Jagdlizenz kosten kann, es sei denn es handelt sich um einen wirklich bekannten Wilderer, bei dem auch schon die Halter ermahnt wurden. Wenn ich mir nun das Jagdgesetz ansehe, dann verstehe ich jetzt was sie meinten, denn es steht eindeutig geschrieben, dass ein Hund nur erschossen werden darf, wenn man ihn nicht einfangen kann bzw. der Halter nach kurzfristiger Unterbrechung den Hund wieder unter Kontrolle bekommt. Der Jäger, der den Hund der Joggerin erschossen hat, hat sich somit eindeutig gesetzeswidrig verhalten. Klar ist der Hund erst tot, ist das ein schwacher Trost. Freunden wurde auch schon angedroht, dass ihre Hunde erschossen werden, falls sie mal alleine unterwegs sind (die Hunde waren damals sogar noch Welpen!!!). Hätten die Freunde allerdings Bescheid gewusst und diesen Jäger auf das Jagdgesetz verwießen, hätte ihn sicherlich den „Mut“ verlassen. Ein Schutz unserer Hunde wäre es sicherlich, wenn wir Hundehalter den schwarzen Schafen unter den Jägern klar machen, dass wir Bescheid wissen und uns zu wehren wissen. Keiner will seine heißgeliebte Jagdlizenz verlieren. Es ist übrigens auch meine größte Sorge, daß mir der Hund entwischt und einem Jäger begegnet. Natürlich versuche ich das zu vermeiden, aber wer ist sich dessen schon sicher???
Viele Grüße
Christine
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  #4 (permalink)  
Alt 07.02.2007, 13:35
Benutzerbild von Mueckony
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Hallo,

wie sieht es mit dem Waldgesetz (von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) aus? Spielt das nicht auch eine Rolle, da es doch festlegt, wie man sich selber im Wald zu verhalten hat? So hat man z.B. in Brandenburg seinen Hund im Wald generell an der Leine zu führen, aber z.B. in Sachsen nicht.

Sicher darf man ein Haustier nicht grundlos abschießen, da bin auch ich absolut dagegen, aber wieviel trägt man selber zu solch einem Fall bei (unvorhergesehene Ereignisse, wie das Reißen der Leine mal ausgenommen)? Befindet sich der Hund in einer noch abrufbaren Entfernung zu mir?

Ich denke, jeder vernünftige Jäger wird sich im Vorfeld schon Gedanken machen, ob er von seinem Schussrecht gebrauch macht (schwarze Schafe, wie überall, mal ausgenommen).

LG Conny

Geändert von Mueckony (07.02.2007 um 13:44 Uhr).
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  #5 (permalink)  
Alt 08.02.2007, 12:57
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Hallo,

interessantes Thema...!

Soweit ich weiss, ist der deutsche Tierschutzbund ebenfalls daranund fordert eine Novellierung des Jagdgesetzes - längst überfällig!


Zitat:
Zitat von hutten Beitrag anzeigen

- "dogs" eine Kampagne zur Änderung der Gesetzeslage startet,
Das würde ich mal ausschliessen. DOGS ist ein Livestyle Magazin und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie versuchen, politische Statements von sich zu geben - zudem würde das Thema nicht zu rosa Halsbändern und Schmuseweich-Reportagen passen (nix für ungut liebe Redaktion!). Da wäre dann eher die WUFF ein Ansprechpartner - kritisch/objektiv, sachlich!

Es gibt bereits einige gute Seiten gegen die Jagd, bzw die Dinge, die da so "passieren". Google doch einfach mal!


Viele Grüsse

Gesa & Borderbande & Döggen
__________________
COUNTRYDOG Border Collie Rescue International
www.countrydog.de

"Irgendwo wird es immer einen kleinen, verlorenen Hund geben. Und der wird mich davon abhalten, glücklich zu sein."

(Jean Anoilh)
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  #6 (permalink)  
Alt 09.02.2007, 11:10
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Hallo,
eine gute Seite ist auch von der "Initiative für jagdgefährdete Haustiere" (www.ijh.de) mit sehr guter Linkseite.
Leider gibt es mehr als nur ein paar Schwarze Schafe unter den Jägern, denn sonst würden sich der deutsche Tierschutzbund und viele weitere Organisationen nicht diesem Thema annehmen.
Und die vielen Hunde, die ausgesetzt werden?
Das passiert leider auch tagtäglich. Es gibt viele beispiele, bei denen der Hund unverschuldet im Wald rumläuft (läuft von zuhause weg, weil jemand die Gartentür nicht zugemacht hat; die Flexi rutscht aus der Hand; der Hund wird unterwegs von einem anderen angegriffen und haut ab usw.
Und dann kriegt er noch eins vor den Bug geschossen. Na toll.
Von den Katzen gar nicht zu reden; das ist ja die größte Sauerei, welche Rechte hier ein Jäger hat.
Bei uns hier in der Gegend gibt es 2 Jäger, die sich aufführen wie Großgrundbesitzer. Natürlich meide ich diese Gegenden, wo ich schonmal schlecht Erfahrungen gemacht habe. Habe nämlich keine Lust drauf, dass meine Hündin im Spiel auf der Wiese mit Artgenossen abgeknallt wird.
Hier in Baden-Württemberg gibt es keinen generellen Leinenzwang im Wald, trotzdem mache ich im Wald wegen "Wildwechsel" auch Laila an die Leine.
Um zum ersten Beitrag zurückzukommen:
300 m wären für mich perönlich viel zu weit, auch auf einer übersichtlichen Wiese, trotzdem kein Grund einen Hund abzuschießen. Ich denke, es wäre besser eine generelle Leinenpflicht im Wald einzuführen und bei Nichtbeachten dies eben als Ordnungswidrigkeit mit Geldstrafe zu ahnden. Mir fällt zum Schutz der Wildtiere sonst nichts ein. Aber da wäre dann wieder die Frage nach den ganz alten und kranken Hunden.

Zum Schluss noch kurz eine Anmerkung über Jäger: Ich finde es ebenfalls nicht korrekt, wenn Leute bis kurz vorm Sterbebett noch eine Waffe in die Hand nehmen dürfen bzw. diese mit nach Hause nehmen dürfen.
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  #7 (permalink)  
Alt 16.02.2007, 21:54
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Hallo,

habe mit unserer Hundetrainerin über das Anleinen des Hundes beim Waldspaziergang gesprochen. So schreibt zwar das Sächsische Waldgesetzt im "Erholungswald" keinen Leinenzwang vor, allerdings sind sogenannte Schutzgebiete nirgends ausgewiesen und da gilt wohl das Abschussrecht der Förster/Jäger. Meine Schlussfolgerung: Man sollte sich also auskennen.

LG Conny
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  #8 (permalink)  
Alt 19.02.2007, 21:13
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Hallo!
In Österreich dürfen Haustiere auch abgeschossen werden. Je nach Landesjagdgesetz verschieden, müssen sie nur am Boden geschnüffelt haben oder ein Wildtier gefährdet haben.

Ich als genereller Jagdkritiker will anmerken: Die ganze Sache ist doch total verlogen!

Wer schießt z.B. die Autofahrer ab, die Wildtiere zu tausenden gefährden bzw. auch töten? Wer beschwert sich über die Wald- und Landwirtschaft, Verkehr, Wasserwirtschaft (in manchen Kanälen ertrinken täglich Rehe, Hasen andere Kleintiere), …
Niemand! Das schwächste Glied in der Kette wird angegriffen: die Hundebesitzer, manchmal auch die Mountainbiker, Schitourengeher,…
Alle, die nicht organisiert und finanzstark auftreten!

Wieviele Wildtiere werden pro Jahr von Haustieren getötet? Es gibt Studien, dass die Vogeljagd durch Katzen eher einen positiven Effekt auf die Bestände in Siedlungen hat…

Wieviele Hunde erlegen irgendwelche Tiere? Ich glaub die Zahlen die gibt’s gar nicht, weil nicht statistisch relevant….

Störung generell ist natürlich schon gegeben. Da ist aber der Hundebesitzer gefragt. Der sollte sich naturfreundlich verhalten indem er auf den Wegen bleibt und zu empfindlichen Zeiten (Winter, …) noch vorsichtiger ist. Mit oder ohne Leine ist da egal (wenn Wauz folgt)!
Und: Pilzesucher, Jäger, Waldarbeiten, Landwirtschaft,… haben eine viel höhere Störwirkung als Spaziergänger auf Wegen.
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  #9 (permalink)  
Alt 20.02.2007, 17:44
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Also, ich leine grundsätzlich den Hund im Wald an.

Nicht nur wegen der Jäger, sondern auch, weil ich nicht möchte dass mein Hund an irgendwelchen verendeten Kaninchen schnüffelt.

Wir hatten vor drei Jahren Probleme, weil ein
Dackel an einem verendeten Tier geleckt hatte und der Tierarzt nicht wusste, was das tote Tier gehabt hatte...
Wir hatten nur gesehen, dass der Kadaver irgendwelchen Schaum am Maul hatte (Mensch denkt natürlich sofort an Tollwut).
Tierarzt hat den Hund dann gleich in Quarantäne genommen. Meine Freundin, deren Hund es war, stand dann plötzlich im Urlaubsgebiet ohne Hund da. Der Resturlaub war natürlich entsprechend.
Zwei Wochen später durfte sie dann den Hund beim Tierarzt abholen. Wir waren erleichtert, dass der Hund okay war, aber eine nette Rechnung vom Tierarzt durfte sie auch noch bezahlen...

Seitdem bleib bei mir der Hund an der Leine und wenn es schummerig oder diesig ist, dann gibt es den grellen Reflektoranzug an (für Frauchen und Hund)...
Also wer einen von uns dann mit einen Reh oder anderen Wildtier verwechselt, dem gehört der Jagdschein wegen Blindheit entzogen...

Petra
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