Heute ist wieder ein sehr schwerer Tag. Seit etwa drei Tagen geht es Nori deutlich schlechter. Sie liegt und schläft sehr viel und wirkt sehr, sehr müde.
Ich schaue auf die Zeichen. Sie frisst und trinkt normal. Ihre Augen sind nicht von uns fort gerichtet. Sie sucht momentan eher Streicheleineiten und zwischendrin die strikte Ruhe in ihrer Kudde.
Wenn ich Kontakt zu ihr suche, teilt sie mir am ehesten mit, dass sie sehr müde ist. Ich richte es ihr gemütlich ein. Hat sie kalte Entenfüßchen, decke ich sie leicht zu. Ich sitze viel bei ihr und lese ihr vor. Sie mag das sehr und mich beruhigt es. Wir haben so die Möglichkeit, entspannt miteinander umzugehen. Ich vergesse die verdammte Angst und sie schöpft Ruhe aus meiner Stimme.
Es ist wichtig, dass sowohl Nori, als auch ich diese Zeiten inneren Ruhe und Verbundenheit finden.
Schnecke?
Natürlich ist es Noris Schicksal, an diesem kranken Herz zu sterben. Eingreifen kann ich nicht. Es hat begonnen.
Wer aber wirklich bemüht ist, mit liebendem Herzen seinen Hund zu sehen, der erkennt untrüglich die Zeichen, die das Tier gibt. Man muss sich darauf einlassen, Wege zu beschreiten, die vielleicht manchmal von anderen Menschen kopfschüttelnd betrachtet werden.
Ich denke oft darüber nach: Kein Ehemann, keine Kinder und keine Eltern werden mich je so vorbehaltlos lieben, mit meinen Fehlern so liebevoll umgehen, ein so verzeihendes und großes Herz haben, wie mein Hund es hat. Sie wird mich nie belügen und ihre Liebe wacht rund um die Uhr zärtlich über mich. Selbst wenn man sie schlüge, würde ihr Herz doch immer unbelastet und rein sein.
Eine so reine Seele hat es in jeder Form verdient, ein würdevolles Ende des Lebens erleben zu dürfen. Getragen zu werden, gehalten und umfangen mit all der Liebe, die wir schwächlichen Menschen geben können.
Mit jedem Tag, den wir nun noch mit einander haben, wächst diese große Liebe zwischen uns und ich weiß, dass ich diese Liebe niemals verlieren werde. Nori wird noch bei mir sein, wenn sie schon längst nicht mehr hier ist.
Ich kann immer nur appelieren: Bitte laßt Euch ein auf die Kommunikation zwischen dem sterbenden Tier und Euch selbst. Es ist nicht schwer, wenn man bereit ist, es anzunehmen. Habt keine Angst, eine Fehlentscheidung zu treffen. Nie denken: Besser früher, als zu spät. Es gibt untrügliche Anzeichen!
Eine meiner Vorschreiberinnen beschrieb, das bei Ihrem Hund die Augen schon gebrochen waren. Dann ist der Moment der Trennung ganz klar da und wenn das Tier es dann nicht allein schaffen kann, dann muss spätestens ein Arzt eingreifen. Daheim, in Nähe und in der Gewissheit, dass der Abschied jetzt absolut in Ordnung ist und das Tier ihn nun auch freien Herzens annehmen kann.
Liebe Grüße
Daniela heute mit einem ganz, ganz schweren Herz und viel Angst im Kopf
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Um wirklich glücklich zu sein, muss man lernen, die universellen Prinzipien, die das Leben als solches aufstellt, zu respektieren und zu akzeptieren.
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