Haben wir nicht schon eine Grenze überschritten, wenn ein Tier nicht mehr fressen will? Abgesehen von dem altersgerechten Sterben, dem keine Krankheit vorausgeht, erkranken leider die meisten Hunde an den Zivilisationskrankheiten, die wir auch haben. Und genau wie in der Humanmedizin wird in der Tiermedizin immer mehr Hightecmedizin eingesetzt, um Leben zu verlängern. Da setzt bei mir die Überlegung ein, was ist ein natürlicher Tod? Werden wir da unseren Tieren gerecht, wenn wir sie erst mit Chemo behandeln und sie dann an Krebs einen "natürlichen" Tod sterben lassen? Ihnen Schmerzmittel geben, damit sie noch länger leben können,müssen,sollen?
Ich bzw. wir haben uns bisher 2x für die Euthanasie entschlossen- das erste Mal war es unser alter Hund und beim 2.x war es ein 13 Wochen alter Welpe. Er hatte eine massive Schlunderweiterung und dadurch bedingt schon Folgeerkrankungen. Was wäre die Alternative gewesen? Ein Leben lang füttern im Sitzen, Mangelerscheinungen wegen ungenügender Nahrungsaufnahme, chronische Lungenentzündung- in der Natur hätte er nicht überlebt. Wäre es ein lebenswertes Leben für einen großen Hunde gewesen? Wir haben für ihn entschieden, dass es das nicht gewesen wäre und wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.
Ralf- Du hast geschrieben, "Leid" ist ein menschlicher Begriff- da hast Du Recht- aber genauso sind die Zukunftsgedanken menschlich und nach heutigem Wisssen haben Hunde keine Vorstellung vom "morgen oder "übermorgen". Ist es nicht unsere Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, die uns den endgültigen Abschied zu schwer macht? Wäre es einfacher, mit dem Tod umzugehen, wenn wir nicht wüßten, dass es ein endgültiger Abschied ist? Und bedeutet deshalb die Einschläferung für unsere Hunde nicht einfach nur, dass sie keine Schmerzen mehr haben?
Es ist wirklich ein schwieriges Thema.....
LG Ingrid
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