Diese Reglementierung der Fortpflanzung innerhalb eines Rudelverbands funktioniert meiner Meinung nach aber nur in autark lebenden Wolfsrudeln oder verwilderten Hunderudeln - und dort ist die Situation nicht so, dass alle naselang fremde Artgenossen vorbeiziehen, die Konkurrenz oder Fortpflanzungsmöglichkeit bedeuten. Ich denke nicht, dass man diese Form der Hierarchie auf unsere Gemeinschaften mit unseren Hunden, die eben nicht mit einem Wolfsrudel vergleichbar sind, projezieren kann.
Man muss mal überlegen, was wir alles von unseren Hunden alles erwarten - das gäbe es "in der freien Natur" so niemals: z.B. verlangen wir Verträglichkeit mit Konkurrenten, die tagtäglich durch's eigene Territorium spazieren, kein Interesse an läufigen Hündinnen zu zeigen etc.
Für mich steht es außer Frage, dass das für die meisten Hunde enormen Stress bedeutet. Selbst wenn man erziehungstechnisch in hohem Maße auf seinen Hund einwirken kann, bedeutet es nicht, dass dieser Stress nicht mehr da ist. Der Hund hat in dem Fall nur gelernt, nicht angemessen darauf zu reagieren.
Wenn ich durch einen Eingriff die Lebensqualität meines Hundes verbessern (z.B. hinsichtlich zweimal im Jahr wochenlanger Scheinschwangerschaft) und gesundheitliche Probleme mit Prostata+Gebärmutter vermeiden kann, dann ziehe ich das in Erwägung.
Zu Metaxas Frage: Ich halte es für dringend notwendig, dass Tiere im Tierschutz nur kastriert abgegeben werden, da es zu 100 % vermieden werden muss, dass die Nachkommen dieser Tiere nach einiger Zeit den Platz der Elterntiere gewissermaßen wieder besetzen. In dieser Hinsicht kann man sich nicht einfach auf die Vernunft und Sachkenntnis der neuen Halter verlassen.
Ich kenne genug Leute, die nicht in der Lage waren, auf ihre Tiere in Hinsicht auf Vermehrung ausreichend aufzupassen bzw. die sogar der Meinung waren, es wäre eine ganz tolle Idee, ihre Mischlingshündin doch einmal vom Nachbarshund decken zu lassen, weil Welpen ja so niedlich sind...
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