Ich kenne fast niemanden, der nicht schon mal einen Hund gut gelaunt gestreichelt hat und für so viel Zuneigung gleich belohnt wurde, indem er von ihm angesprungen wurde.

Dass das Anspringen ein unerwünschtes Verhalten ist, sollte der Hund möglichst schon im Welpenalter lernen
Solange sie kleine, zarte Welpen sind, halten wir das begeisterte Anspringen für ein Kompliment, sobald daraus allerdings fast ausgewachsene Matschkanonen werden, sind wir für derlei Liebesbezeugungen nicht mehr zu haben. Ganz abgesehen davon, dass es bei entsprechendem Gewicht schmerzhaft und für Kleinkinder oder ältere und damit unsicher auf den Beinen stehende Menschen gefährlich sein kann, wenn ein großer, robuster Hund sie anspringt. Wer davor sicher sein will, sollte die Erziehungszeit des Welpenalters nutzen.
Die ersten, die wir unter Kontrolle bekommen müssen, sind wir selbst: Wir können den Hund nicht morgens streicheln, wenn er uns anspringt, und nachmittags für die gleiche Sache strafen. Soweit, so logisch. Jeder in der Familie muss sich darüber im Klaren sein, dass der Hund ab jetzt nur noch gestreichelt, bespielt oder beachtet wird, wenn er alle vier Füße auf dem Boden hat. Bleiben Sie konsequent. Nur wenn Sie das schaffen, können Sie die gewünschte Stetigkeit von Ihrem Hund erwarten.
1. Befehl "Runter!"
Wenn Ihr Welpe bei allen Gelegenheiten hochspringt, etwa auch, wenn Sie sein Futter zubereiten, müssen Sie ihm den "Runter!"-Befehl beibringen. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren Hund wegschubsen, wegziehen oder -schieben sollen. Ihr Hund soll sich sozusagen selbst erziehen. Lassen Sie dazu permanent eine weiche Nylonleine an seinem Halsband. Wenn Sie das Gefühl haben, dass er gleich hochspringt, sagen Sie "Runter!" und treten gleichzeitig auf die Leine (die beste Stelle dafür ist der Punkt, an dem Ihr Hund steht). Auf diese Weise straft er sich selbst, sobald er hochspringt. Er verursacht nämlich einen unangenehmen Ruck an seinem Halsband. Sobald er stehen bleibt, loben Sie ihn dafür, dass er so brillant ist.
Wenn er wieder versucht hochzuspringen, lassen Sie den Fuß auf der Leine und ignorieren Sie ihn. Jeder Hund wird sehr bald begreifen, dass seine Hopserei nichts weiter bringt als Druck am Hals, während ruhiges Stehen (oder besser noch: Sie lassen ihn dabei gleich "Sitz!" machen) ihm viel Lob und Aufmerksamkeit einbringt.
2. Überraschungseffekt durch Trainingsdiscs
Wenn es einen bestimmten Ort gibt, an dem Ihr Hund normalerweise springt, zum Beispiel an der Haustür, legen Sie sich dort Trainingsdiscs bereit. Das sind kleine Metallplättchen an einem Band (im Fachhandel erhältlich), die ein scharfes Geräusch machen, sobald man sie fallen lässt, ähnlich wie ein Schlüsselbund, aber den findet man ja nie, wenn man ihn braucht ... Wenn Ihr Hund anfängt zu springen, sagen Sie "Runter!" und werfen die Trainingsdiscs neben seine Hinterbeine. Das überraschende Geräusch wird Ihren Hund dazu bringen, sich das komische Ding anzusehen. Loben Sie ihn sofort, wenn Sie Erfolg haben, indem Sie sich zu ihm hinunterbeugen. Wenn Sie jetzt gerade stehen bleiben, würde ein überschwängliches und aufgeregtes Lob viele Hunde zum erneuten Hochspringen veranlassen.
3. Üben mit einer zweiten Person
Wenn das alles nichts hilft, üben Sie mit einer zweiten Person. Nehmen Sie Ihren Hund locker an die Leine. Jetzt geht es um schnelles Reaktionsvermögen: Ihr Freund kommt durch die Tür, Ihr Hund setzt zum Hochspringen an, Sie sagen "Runter!" mit ruhiger Stimme, gleichzeitig machen Sie mit der Leine eine schnelle Bewegung seitwärts, nicht rückwärts, weil Sie sonst Druck auf den Kehlkopf Ihres Hundes ausüben würden. Eine schnelle Seitwärtsbewegung wird Ihren Hund aus dem Gleichgewicht bringen und er muss erstmal alle Viere auf den Boden bringen. In dem Augenblick, in dem alle seine Füße den Boden berühren, loben Sie ihn freundlich, aber nicht überschwänglich.
Wiederholen Sie die Situation nach etwa zehn Minuten. Diesmal soll Ihr Hund aber an der Leine "Sitz!" machen. Ihr Freund kommt durch die Tür, Ihr Hund bleibt nicht sitzen, sondern will hochspringen. Sie machen wieder die Seitwärtsbewegung und lassen ihn wieder "Sitz!" machen. Wiederholen Sie diese Übung an drei Tagen hintereinander, jeweils zehn Minuten lang. Nach häufigem Üben und wechselnden Testpersonen werden Sie es bald schaffen, wie ein Mensch durch die Tür zu treten.
Autorin: Katharina von der Leyen