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Mensch-Hund-Beziehung Die 7 Wege zur Motivation des Hundes

Astrid Nestler 06.07.2011

Hunde würden einander nie mit Futter belohnen. Trotzdem hilft es in der Mensch-Hund-Beziehung enorm weiter. Fragt sich nur, wem. DOGS erklärt die 7 Wege zur Motivation des Hundes.

Belohnen liegt im Trend. Ob mit „click and treat“, einem hochfrequenten „Fein“ und anschließendem Leckerchen oder mit Spielzeug als Bestätigung, das Ergebnis ist dasselbe: Der Hund lernt, welche seiner Handlungen Erfolg versprechen, und führt diese häufiger aus. Zauberformeln wie „positive Verstärkung“ und „sanfte Erziehung“ gelten längst als moralisch wertvoll. Wenn Hundebesitzer sich zwischen Aggression, Ignorieren oder Motivation – den drei Möglichkeiten, um Verhalten zu beeinflussen – entscheiden müssen, wählen sie immer öfter die wohlwollende, großherzige Reaktion.

7 Wege zur Motivation des Hundes
Hohe Töne machen aufmerksam. Ein Grund, warum Hunde beim Spiel mit Quietschtieren außer Rand und Band geraten © Grace Chon

Nun winken Hunde, die unter sich sind, nicht mit Leckerlis, damit ein anderer mit ihnen spielt. Doch statt den Vorderkörper tief zu stellen oder ein Stöckchen in den Mund zu nehmen, locken wir mit Keks oder Knochen – was bei den meisten Adressaten durchaus gut ankommt. Weil es aber eher zur Art des Menschen zählt, Leistungen materiell zu honorieren, kursiert unter Zweibeinern ein energischer weltanschaulicher Disput darüber, was Hunde wirklich am besten motiviert. Die einen schwören auf Leckerbissen, andere auf Streicheleinheiten oder Spielzeug, wieder andere verzichten aufs Loben. Anerkannte Hundetrainer unterscheiden bei den Facetten der individuellen Erziehung sieben Kunstgriffe der Motivation.

1. Lob mit Futter

„Lernen bedeutet, sein Verhalten zum eigenen Vorteil zu ändern“, meint die Biologin Claudia Wagner. „Hunde kooperieren nicht aus Dankbarkeit. Sie lernen nach dem Prinzip der operanten Konditionierung. Wenn ich etwas davon habe, mach ich es wieder, sonst lass ich es bleiben.“ Der einfachste ist der Weg über die Futterbelohnung, denn Futter gehört zu den überlebenswichtigen Ressourcen für jeden Organismus. „Bei manchen Trainees ist es aber wichtig, Leckerchen zu wählen, die der Hund auch mag. Nicht alle sind bereit, für ein Stück Trockenfutter Höchstleistungen zu vollbringen“, so Wagner.

2. Lob mit Futter & Worten

Für Hundeprofi Martin Rütter spricht ebenfalls nichts dagegen, den Vierbeiner lebenslang für die korrekte Ausführung von Signalen zu belohnen. „Natürlich gibt es im Lauf der Zeit eine Art Belohnungshierarchie“, erklärt er. „Soll heißen, für ein einfaches Sitz bekommt mein Hund kein Riesenstück Pansen mehr, jedoch immer ein verbales Lob, sowie ab und zu ein Futterbröckchen. Pfeife ich ihn jedoch aus dem Spiel mit Hunden oder von einer Fährte zurück, bekommt er seinen heißgeliebten Pansen.“

Gehorsam gegen Futter sei wie Geld gegen Ware zu geben, meint allerdings Jan Nijboer, Begründer der Erziehungsmethode Natural Dogmanship. Er nennt dies eine Geschäftsbeziehung oder sekundäre soziale Beziehung. „Kennzeichnend für eine primäre soziale Beziehung sind dagegen gleiche Zielsetzungen der Sozialpartner.“ Seiner Meinung nach ist das Wie des Zusammenlebens viel wichtiger als das, was erreicht wird.

3. Lob durch Spielen

Es gibt Hunde, für die Spielen als hochwertigere Belohnung gilt als Fressen. Nach längerer Konzentrationsphase ist ein Spiel zur Auflockerung genau das Richtige. Diese Belohnungsstrategie ist aber aufwendiger, als Futter zu geben, und erfordert vom Menschen ein gewisses Vortraining. Darüber hinaus sollte der Besitzer fit und beweglich sein und keine Scheu haben, sich schmutzig zu machen.

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