Fit for run: Fitness für Hunde
Fitness für ruhige Hunde: Gassi gehen
Wer für Hunderassen wie Molosser oder Englische Bulldoggen schwärmt, könnte manchmal Schwierigkeiten haben, seinen Vierbeiner zu sportlichen Leistungen zu animieren. Aber ist etwas mehr Gelassenheit nicht auch bei Hunden eine erstrebenswerte Eigenschaft?
Hundetrainer Michael Grewe schätzt den in sich ruhenden Hund: "Der sieht manchmal nicht so sportlich aus, aber diese Typen arbeiten dafür oft konzentrierter und zuverlässiger, zum Beispiel beim Verfolgen einer gelegten Spur." Für Hunde mit gemütlichem Temperament empfiehlt er den "althergebrachten Spaziergang. Der wird heute verkannt, bietet aber viele Möglichkeiten, sich zu bewegen. Das kann eine hochgradige Kunst der Beschäftigung sein".
Fitness für Mollige: Sanft bewegen!
Rund fünfzig Prozent aller Hunde in Mitteleuropa haben mittlerweile zu viele Pfunde auf den Rippen. Das Problem: "Übergewicht schadet den Gelenken, der Wirbelsäule, dem Herzen und dem ganzen Organismus", so Wienrichs deutliches Urteil. Übergewichtige Hunde müssen schonend bewegt werden, denn jedes Kilo belastet durch die Hebelkräfte die Gelenke um ein Vielfaches zusätzlich. "Ideal ist regelmäßiges Schwimmen: Es wird Energie verbraucht, die Muskeln werden gekräftigt und die Gelenke geschont."

Weitere Informationen zum Thema "Altersgerechte Fitness für den Hund" von Tierarzt Dr. Volker Wienrich und Hundetrainer Michael Grewe, Fitness für Hunde mit Gelenkproblemen, Trainingsregeln und Tipps, wie Sie Hundesport im Alltag unterbringen können, finden Sie in DOGS 2/2010.
Beide Experten empfehlen regelmäßige Bewegung: bei starkem Übergewicht meist im Schritt, Dauer und Tempo sollten sich langsam steigern. Unvermeidlich ist laut Wienrich die Diät. "Ziel ist die Reduktion der Energieaufnahme. Es funktioniert aber nicht, wenn man nur die Menge des gewohnten Futters reduziert. Der Hund hat dann ständig Hunger, und in weniger steckt nicht nur weniger Energie, sondern auch weniger Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, alles Nährstoffe, die der übergewichtige Hund aber weiterhin in normaler Konzentration braucht." Deshalb sollte dem Fülligen parallel zu Bewegungsanreizen ein spezielles Diätfutter mit reduziertem Energiegehalt angeboten werden. "Die Gewichtsabnahme sollte bei 0,5 bis 2 Prozent pro Woche liegen, bezogen auf das zu Beginn der Diät festgestellte Gewicht", so der Tierarzt.
Fitness für Senioren: Jogging hilft
"Alter ist keine Krankheit", findet Trainer Michael Grewe. Dennoch werden viele Hunde ab einem bestimmten Alter vor Herausforderungen oft verschont. "Dabei brauchen auch sie immer mal wieder neue Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen." Aber ab wann ist ein Hund eigentlich alt? "Das ist hauptsächlich von seiner Größe abhängig", erklärt Tierarzt Dr. Wienrich, "kleine Hunde mit etwa zwölf Jahren, mittelgroße Tiere mit rund acht Jahren, sehr große schon mit sechs bis sieben Jahren."
Der Tierarzt rät zu täglicher Bewegung, "damit die Muskulatur erhalten bleibt. Gern auch im Trab oder in ruhigerem Tempo ausgedehnt und lange, je nach der körperlichen Verfassung des Hundes. "Auch wichtig für alternde Hunde ist das Gehirnjogging. "Körper und Geist müssen fit gehalten werden, umso länger haben wir etwas von unserem alten Freund", meint der Hundetrainer Michael Grewe. Er empfiehlt deshalb, nicht monoton dieselben Wege zu laufen. "Wechselnder Untergrund regt beispielsweise die Sinne an. Es ist ein Unterschied, ob die Pfoten nur noch harten Asphalt zu spüren bekommen oder auch mal im Matsch versinken, durch Unterholz schleichen oder durch einen kalten Bach laufen können." Ansonsten gilt: "Alles kann wie bisher weitergemacht werden, nur etwas angepasst an die Lust und die Möglichkeiten."