Fit for run: Fitness für Hunde
Alt oder jung, faul oder fit - wie können unterschiedliche Vierbeiner Sport treiben, ohne dass Knochen und Kondition an ihre Grenzen kommen? Tierarzt Dr. Volker Wienrich und Hundetrainer Michael Grewe über sinnvolle Fitnesspläne für alle Hundetypen.
Fitness für Welpen: Immer sachte
In der ersten Zeit schlafen Hundebabys noch viel und haben kurze, intensive Wachphasen. "Das richtige Maß an Bewegung bestimmen die Welpen selbst", rät Tierarzt Dr. Wienrich. "Wenn es genug ist, dann hören sie schlagartig auf zu spielen oder zu toben und schlafen." Hundetrainer Michael Grewe sieht das ähnlich: "Der Welpe zeigt uns durch seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten, was er schon kann. Wichtig ist, dass wir uns nicht nur auf ein Spiel beschränken, ansonsten wird die Bewegung zu einseitig und wir fördern damit stereotype Verhaltensweisen."
Wichtiger für den kleinen Kerl ist deshalb, auf Entdeckungstour zu gehen. "Je nach Alter können diese Ausflüge zwischen zehn und zwanzig Minuten dauern. Sie sind sehr wertvoll für die soziale Prägung", so Dr. Wienrich.

Weitere Informationen zum Thema "Altersgerechte Fitness für den Hund" von Tierarzt Dr. Volker Wienrich und Hundetrainer Michael Grewe, Fitness für Hunde mit Gelenkproblemen, Trainingsregeln und Tipps, wie Sie Hundesport im Alltag unterbringen können, finden Sie in DOGS 2/2010.
Fitness für Junghunde: Leichter Trab
Die Beine werden länger, der Übermut wächst auch: Junge Hunde lieben es, ihre körperlichen Möglichkeiten in wilden Manövern auszutesten. Hundehalter wollen aber noch die Gelenke der Tiere schonen. Was ist also in dieser Entwicklungsphase erlaubt, was verboten? "Für Hunde mit genetischer Vorbelastung zu Ellenbogengelenksdysplasie kann zum Beispiel Springen aus großer Höhe und Ausrutschen auf glatten Böden mit Verletzungen am Ellenbogengelenk enden - Rabenschnabel- oder Gelenkfortsatz sind häufige Bruchstellen." Mit Spaziergängen allein wird man dem Bewegungsdrang von Junghunden aber nicht mehr gerecht. Doch überfordern Sie Ihren Hund nicht mit einer zu schnellen Gangart: "Die natürliche Bewegungsart des Hundes ist der Trab. Leichtes Traben ist daher für die Gesunderhaltung von Gelenken, Bändern, Sehnen und Muskeln am günstigsten." Doch wie können Hundehalter ihren Jungspund beim Spielen kontrollieren? "Beim Spiel mit anderen Hunden oder Menschen weicht der junge Hund aus und legt sich hin, wenn es genug ist", beruhigt Wienrich.
Fitness für Halbstarke: Variabel sein
Für diese Altersgruppe ist ein schonender Einstieg wichtig, das bedeutet: "Man sollte das Trainingsprogramm langsam starten", empfiehlt der Tierarzt. Aber was ist, wenn der Hund unkonzentriert wirkt und sich immer weniger für uns zu interessieren scheint? "Die Ursache sind die Hormone", erklärt Michael Grewe. "Bei Pubertätsstress sollten wir unsere Linie beibehalten, auf dem Grundgehorsam bestehen. Wenn wir uns in diesen wilden Zeiten treu bleiben, können wir für den Hund der Orientierungspfosten sein, nach dem er sich vertrauensvoll richtet."
Fitness für hyperaktive Hunde: Ruhe!
Sie kriegen nie genug: jagen den Ball, springen zum Frisbee, rennen mit anderen um die Wette. Aber wie viel Bewegung ist zu viel für einen erwachsenen Hund? "Es gibt für gesunde erwachsene Hunde kein Zuviel an Bewegung. Unnötige starke Sprungbelastungen sollten jedoch immer vermieden werden, da sie zu Unfallverletzungen an Sehnen, Bändern und Gelenken führen können", so Dr. Wienrich.
Hundetrainer Michael Grewe warnt bei hyperaktiven Hunden vor zu viel Bewegungsanreizen: "Ich würde mich immer zuerst fragen, was der Grund für die Hyperaktivität des Hundes ist. Natürlich gibt es temperamentvolle Rassen. Bei diesen Charakteren rate ich dazu, Ruhe reinzubringen." Das Problem: Lässt man Hunde zum Beispiel monoton den Ball jagen, so führt das auch zur Veränderung im Hormonhaushalt. "Hier schüttet das Gehirn während des Jagens das Hormon Dopamin aus, das den Hund in einen rauschartigen Zustand versetzt. Mit der Zeit wird der Hund süchtig nach diesem Kick, er wird zum Balljunkie." Grewe empfiehlt deshalb abwechslungsreiche Spiele für hyperaktive Hunde, "mal einen langen Spaziergang, mal eine Radtour, mal den Hund einen Gegenstand suchen lassen - möglichst viele Sinne sollten angesprochen werden, statt sich nur auf ein Lieblingsspiel zu konzentrieren."