
Für die erste Ausstellungsteilnahme in den Berliner Messehallen hatten sich Tanja und Matthias Sdrenka im legendären "Adlon" auf Berlins Prachtstraße Unter den Linden am Brandenburger Tor eingemietet. "Wer weiß, vielleicht ist das erste auch gleich das einzige Mal, dachten wir und wollten es uns richtig schön machen", erzählt Tanja Sdrenka. Die "fluffig frisch" gewaschene Emma wird königlich empfangen. Ein Hundekörbchen steht im Zimmer bereit, ein Napf mit prickelndem Wasser und, auf einem weißen Laken präsentiert, ein Kauknochen, "auf die Größe des Hundes abgestimmt", wie die Dame von der Rezeption sagt. Das "Adlon" ist auf Gäste mit Hunden eingerichtet, lässt sich das aber auch gut bezahlen. 30 Euro mussten die Sdrenkas zusätzlich berappen. Heute kostet es 50 Euro pro Hund und Tag extra.
Zuchtpläne
Die auf den Ausstellungen gewonnenen Preise lassen den Wunsch wachsen, selbst zu züchten. Den richtigen Rüden hat Tanja Sdrenka auf einer Ausstellung in Neumünster gesehen. Er stammt aus dem Zwinger Berner vom Rönnbaum. Sie bestellt sich einen Welpenrüden vor, den kräftigsten aus einem der nächsten Würfe. Tanja Sdrenkas Traum: "Er soll dem Urbild eines Schweizer Hofhundes gleichen, der eingespannt den Milchkarren zieht." Karlson wiegt bei der Geburt 860 Gramm, normal sind 500. Der Schädel ist so mächtig, dass der Welpe mit einem Kaiserschnitt zur Welt kommt.
Trotzdem ist er nicht zu einem Riesenvieh ausgewachsen - zwar stattlich, aber mit 65 Zentimetern nicht ungewöhnlich groß - und wäre für die sportliche Emma die richtige Ergänzung. Doch bevor er Deckrüde werden kann, wird Tanja Sdrenka ihn ein zweites Mal röntgen lassen. Sie will sicher sein, dass die leichte HD, die bei den Berner Sennenhunden durch gezielte Zucht glücklicherweise nur noch selten vorkommende Hüftgelenksdysplasie, sich wirklich ausgewachsen hat.
Tanja Sdrenka hat Ziele: Als nächstes soll ein Hundehaus gebaut werden, als Spielhaus für die Welpen und Unterschlupf für die Hunde bei schlechtem Wetter. Sie wird alle Ausstellungen besuchen, die in der Nähe von Hamburg stattfinden, in Berlin, Hannover, Hamburg-Rahlstedt und Neumünster, wo es besonders schön ist. Und sie wird weiter züchten, im Rahmen des Rassestandards und mit Hinblick auf eine Verbesserung der Gesundheit der Berner Sennenhunde, "zu viele erkranken noch an Tumoren". Mehr als drei Hunde wird sie sich dafür nicht zulegen. "Es ist ein Hobby und soll Spaß machen. Wenn ich die Kontrolle behalten will, ist für mich als obersten Chef bei dreien Schluss."