Der Duisburger Zoofachmarkt Zajac plant ab Mitte des Jahres den Verkauf von Hundewelpen. Fachverbände und Tierschutzorganisationen äußern scharfe Kritik an den Plänen des Geschäftsführers Norbert Zajac.

Welpen im Zoogeschäft? Für Tierschutzorganisationen und Fachverbände ein unhaltbares Vorhaben
Der Duisburger Zoofachmarkt Zajac plant ab Mitte des Jahres, Hunde in sein Lebendtiersortiment aufzunehmen. Geschäftsführer Norbert Zajac stößt mit seinen Plänen auf scharfe Kritik von Seiten der Tierschutzorganisation PETA, des Deutschen Tierschutzbundes, des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) sowie des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF). Auch Futtermittelhersteller wie das bayerische Unternehmen Interquell ("Happy Dog") haben die Geschäftsbeziehungen zu Zoo Zajac bis auf Weiteres eingestellt.
Hintergrund: Der Handel mit Hunden in Zoofachgeschäften ist in Deutschland nicht verboten, jedoch verpflichtete sich der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), zu dem das Unternehmen Zoo Zajac nicht gehört, keine Hunde im Zoofachhandel zu präsentieren und zu verkaufen. Als Grund hierfür nennt der Verband die hohen Anforderungen an die Aufzucht eines Welpen in der Prägephase, die sich im Zoofachhandel kaum erfüllen ließen. Auch die Herkunft der Hunde stelle ein Problem dar, da seriöse Züchter und Zuchtverbände ihre Hunde nicht über den Zoofachhandel verkaufen. Angebotene Welpen würden möglicherweise aus fragwürdigen Quellen wie Massenzuchten oder Vermehrerhaltung stammen.
Spontankäufe ohne sachkundige Beratung
Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Bevölkerung, keine im Zoofachhandel angebotenen Hunde zu kaufen. Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, macht deutlich, warum: "Hundewelpen sind keine Angebots-Verkaufsware. In dieser Form lässt sich eine sachkundige Beratung, quasi an der Kasse, nicht gewährleisten. Bisher galt die gemeinschaftliche Einsicht, dass Hunde und auch Katzen nicht in Zooläden verkauft werden. Dass Zajac diesen Konsens nun aus Profitgründen aufkündigt, darf nicht hingenommen werden." Weiterhin befürchtet der Deutsche Tierschutzbund, dass aufgrund von Spontankäufen ohne ausreichende Beratung noch mehr Hunde in Tierheimen abgegeben würden.
Verhaltensprobleme durch Mängel in der Welpenaufzucht
Auch der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) spricht sich deutlich gegen einen Verkauf von Hunden im Zoofachhandel aus. Professor Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, begründet die Haltung des Verbands: "Norbert Zajac, der im letzten Jahr vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft zum Unternehmer des Jahres gekürt wurde, setzt sich über die Beschränkung seiner Kollegen hinweg und zwar mit Kalkül: Auf Kosten der Jungtiere sollen Menschen ins Geschäft gelockt und deren Verweildauer erhöht werden. Zudem werden die "süßen" und "niedlichen" Welpen selbst zu einem schnellen Umsatzposten." Hunde seien hochsoziale Wesen und bräuchten insbesondere als Welpen eine intensive Betreuung durch den Menschen und den Kontakt zur Mutterhündin. Fehler und Mängel in der Präge- und Sozialisierungsphase der Welpen seien später kaum noch zu korrigieren und könnten dauerhafte Verhaltensprobleme verursachen.
Die Tierschutz-Organisation PETA ruft mit einem Schreiben an den Geschäftsführer Norbert Zajac zum Protest gegen den geplanten Welpenverkauf auf. Weitere Informationen zu der Aktion finden Sie hier:
www.peta.de