Engagierte Tierschützer und Buchveröffentlichung klagen sexuelle Misshandlung an Tieren an.

Amelie: Missbrauchs-Opfer und leider kein Einzelfall
Sexueller Missbrauch von Tieren ist ein Tabuthema, eines, über das in Deutschland nicht öffentlich diskutiert wird. Das ändert nichts daran, dass es Menschen gibt, die ihren perversen Neigungen auf diese Weise nachgehen. Und es sind überwiegend Hunde, die unter ihren Peinigern leiden. Für die Tiere kann der Missbrauch körperliche Verletzungen, Verhaltensstörungen oder gar den Tod zur Folge haben. Die Täter hingegen haben in den wenigsten Fällen Konsequenzen zu fürchten.
Im Fachdeutsch heißt diese Art des Missbrauchs "Zoophilie" und ist in der Bundesrepublik nicht einmal strafbar. Bereits seit dem 1. September 1969 ahndet das Deutsche Gesetz Zoophilie nicht mehr als Straftat. Das ist tragisch, denn dadurch können Missbrauchsfälle nur schwer aufgedeckt und verfolgt werden. Dass es sich hierbei nicht um Einzefälle dreht, beweisen einschlägige Chats und Foren missbrauchsbereiter Täter im Internet. Zoophilie ist ein ernstzunehmendes Tierschutzrechtsproblem.
Im Schröder-Verlag ist nun ein Buch zum Thema erschienen: "Verschwiegenes Tierleid - Sexueller Missbrauch an Tieren". Ausgewählte Autoren beleuchten die Problematik aus wissenschaftlicher sowie rechtlicher Perspektive. Erkenntnisse aus kriminalpolizeilicher, ethologischer und tierärztlicher Sicht werden ebenso berücksichtigt wie persönliche Erfahrungsberichte Betroffener. Außerdem enthält das Buch Informationsmaterial, das präventiv sowie auch im Ernstfall hilfreich sein kann. Interessierte Tierhalter und Tierschützer können sich somit über rechtliche Besonderheiten und Möglichkeiten zum Schutz eigener oder zu betreuender Tiere schlau machen.
Das Buch knüpft an die Bemühungen der Internetseite "verschwiegenes-tierleid-online.de" an, die sich seit 2003 für Aufklärung in Sachen sexuellen Tiermissbrauchs einsetzt. Gemeinsam mit dem Projekt "dogs4life.de" kämpft die Initiative für eine Änderung des Tierschutzgesetzes dahingehend, dass sexuelle Handlungen mit Tieren wieder unter Strafe gestellt werden. Auch die Interessensgemeinschaft "stummeschreie.info" engagiert sich mit Informationsmaterial und einer Unterschriftenliste für einen derartigen Gesetzentwurf und eine strengere Bestrafung der Täter.
Zoophilie ist ebenso ein Thema in der aktuellen Ausgabe von DOGS. Erzählt wird die traurige Geschichte der Schäfermischlingshündin Amelie und ihres Peinigers.
Birgit Schröder (Hg.): Verschwiegenes Tierleid - Sexueller Missbrauch an Tieren, Schröder Verlag: Windhagen, 2006. 328 Seiten. ISBN 3-00-017726-4
Preis: 24,80 Euro