Aus Protest gegen die Tötung von Straßenhunden in der Ukraine sagte die deutsche Sängerin Nina Hagen ihr geplantes Konzert in Kiew ab.

Sängerin Nina Hagen spricht sich deutlich gegen die Tötung von Straßenhunden in der Ukraine aus
Das Vorgehen der ukrainischen Regierung geriet in den vergangenen Wochen stark in die Kritik. In Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 sollen landesweit "Säuberungsaktionen" durchgeführt worden sein, um die Zahl der Straßentiere zu minimieren. Tausende heimatlose Hunde und Katzen seien demnach vergiftet, erschossen oder verbrannt worden. Besonders prekär ist der Vorwurf, dass Straßentiere in mobilen Krematorien lebendig verbrannt werden würden.
Um ihren Protest gegen das Vorgehen der ukrainischen Regierung deutlich zu machen, hat die deutsche Sängerin Nina Hagen ein geplantes Konzert in Kiew abgesagt. Sie veröffentliche dazu am 20.11.2011 eine unmissverständliche Stellungnahme mit deutlichen Worten:
"Ich Protestiere Auf Das Schärfste Gegen Die Verbrecherischen Verbrennungen Am Lebendigen Leibe - von HUNDEN & KATZEN in der Ukraine ! ! Ja , Ihr habt richtig gehört : In der Ukraine werden Hunde und Katzen lebendig verbrannt . In dieses Land hätte ich heute reisen müssen , bin aber noch schwer Bronchitis-krank und auch wenn ich nicht krank wäre , ich könnte es niemals mit meinem GEWISSEN vereinbaren , in ein solches Land zu reisen , das solche widerwärtigen UNETHISCHEN VERBRECHEN GEGEN TIERE BEGEHT!!
Ich protestiere hiermit laut und klar gegen die ukrainische Regierung & gegen die Tötungen der Strassentiere !!"
Auch Tierschutzvereine wie der Deutsche Tierschutzbund sprechen sich entschieden gegen die Vorgehensweise der ukrainischen Regierung aus. In einem Schreiben bat der Tierschutzbund UEFA-Präsident Michel Platini um eine öffentliche Stellungnahme des Europäischen Fußballverbands, der Veranstalter der Europameisterschaft ist. Auch den Präsidenten der Ukraine, Viktor Yanukovyc, sowie den Leiter der Stadtverwaltung von Kiew, Olexandr Popov, hat der Deutsche Tierschutzbund aufgefordert, "ein klares Zeichen für den Tierschutz zu setzen, die Tötungsaktionen zu verhindern und für die Zukunft zu untersagen."
Die hohe Population von Straßenhunden sei in vielen südlichen und östlichen Ländern Europas ein großes Problem, erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Häufig würden die örtlichen Behörden darauf reagieren, indem sie tausende gesunder Hunde töten. Tötungsmaßnahmen wie die in der Ukraine seien jedoch nicht nur äußerst grausam, sondern auch sinnlos, weil sie die Zahl der Straßentiere nicht dauerhaft minimieren. Der Deutsche Tierschutzbund verweist stattdessen auf Projekte, die die Registrierung, Tollwutimpfung sowie Kastration der frei lebenden Tiere vorsehen, um der Überpopulation und dem damit verbundenen Elend der Straßentiere zu begegnen.
Weitere Informationen:
EM 2012 ohne Tiermord
Facebook-Seite von Nina Hagen
Homepage des Deutschen Tierschutzbundes